Im ZDF-„heute journal“

ZDF-Chefredakteur entsetzt über Trumps Umgang mit Coronavirus: „Besonders widerwärtig“

Donald Trumps Verhalten in der Corona-Krise empört ZDF-Chefredakteur Frey im „heute journal“.
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Donald Trumps Verhalten in der Corona-Krise empört ZDF-Chefredakteur Frey im „heute journal“.

„Was wir jetzt schon wissen: Kindisch auf andere zeigen, wie Trump es vormacht, hilft nicht“, sagt der ZDF-Chefredakteur zu Trump und den Coronavirus. Und Frey wird noch deutlicher.

  • US-Präsident Donald Trump sorgt mit einem Einreisestopp wegen des Coronavirus für Kurseinbrüche.
  • ZDF-Chefredakteur Peter Frey verurteilt Schuldzuweisungen à la Trump als kindisch und populistisch.
  • Kritik an mangelhafter Krisenstrategie der US-Regierung in der Bekämpfung des Coronavirus nimmt zu.

Washington/Berlin - Das Coronavirus reist um die Welt: Eine in der Menschheitsgeschichte nie dagewesenen Situation, wie ZDF-Chefredakteur Peter Frey feststellt. Ob die Bemühungen und Maßnahmen richtig oder falsch waren, rechtzeitig oder zu spät gehandelt wurde, das werde man erst nach vielen Monaten wissen, sagt Frey in seinem Kommentar zum Coronavirus* im heute journal. Eins ist für ihn aber klar. „Was wir schon jetzt wissen: Kindisch auf andere zeigen, wie Donald Trump es vormacht, hilft nicht.“

„heute journal“-Kommentar im ZDF: Trump verschlimmert die Situation

Damit bezieht er sich auf das Hin und Her und die markigen Sprüche zum Coronavirus des US-Präsidenten, die in den letzten Tagen und Wochen immer wieder zu heftigen Kurseinbrüchen an den Börsen geführt hatten - sonst aber wenig geholfen haben. Zuletzt hatte Donald Trump* mit der Ankündigung für Entrüstung gesorgt, den Reiseverkehr in die USA für 30 Tage* auszusetzen verbunden mit dem Vorwurf, Europa habe eine mangelnde Krisenstrategie. Die Folge war ein massives Einbrechen des Dow Jones.

Im heute journal berichtete der New-York-Korrespondent Johannes Hano kurz vorher darüber, in den USA setze sich die Erkenntnis durch, dass das eigentliche Problem die mangelhafte Krisenstrategie der Regierung ist, besonders das verwirrende Verhalten des Präsidenten über Wochen. „Am Anfang wurde gesagt, es sei alles nicht so schlimm - was nicht stimmt. Gestern hat er gesagt, es gebe genug Testkits, was auch nicht stimmt“, berichtete Hano.

Coronavirus in den USA: Bundesstaaten nehmen Sache selbst in die Hand

Zunächst habe der Trump am Vortag sogar davon gesprochen, den Warenverkehr zu unterbrechen, habe aber zurückrudern müssen, denn solche Äußerungen könnten die gesamte Weltwirtschaft in die komplette Krise stürzen. Es gebe kein offizielles Präsidentenrezept. Mittlerweile nähmen die Bundesstaaten es selbst in die Hand. „Das bringt aber auch nicht mehr Vertrauen in die Regierung, weil man merkt, dass der Präsident die Situation nicht in der Hand hat“, schloss er.

ZDF-Chefredakteur Frey im „heute journal“ über Trump: „Plumpe Show“

Peter Frey dazu: „Das ist die plumpe Show eines nervösen Wahlkämpfers. Dass Populisten die Schuld bei anderen suchen, ist nicht neu, aber im Fall von Corona besonders widerwärtig.“ Es brauche keine Schuldzuweisungen, sondern die Bereitschaft, das Leben zu verlangsamen, sagte er im heute journal weiter. Um die Überforderung des Gesundheitswesens zu verhindern. „Es braucht Verzicht, nicht nur um unsere eigene Gesundheit zu schützen, sondern vor allem um Schwächere und Ältere zu schützen. Es braucht Eigenverantwortung statt Egoismus, Gemeinsinn statt Grenzziehungen, Geduld statt Beschleunigung.“

Inzwischen ist bekannt geworden, dass der US-Präsident selbst Kontakt zu einem Corona-Patienten hatte:

Auch will der Präsident offenbar den möglichen Coronavirus-Impfstoff einer deutschen Firma exklusiv für die USA sichern.

*merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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