Debatte im ZDF

„Mehr Vergewaltigungen durch Zuwanderer“? Das sagt Merkel dazu

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Kanzlerin Merkel im Fernsehstudio nach der Sendung.

Berlin - Eine Bürgerin erhebt im ZDF vor laufender Kamera den Vorwurf, die Zahl der Vergewaltigungen sei durch den Zuzug von Migranten „drastisch gestiegen“. Kanzlerin Merkel hat dazu eine Antwort parat.

Update vom 16. September 2017: Wären ihre Fragen zu unbequem für die Kanzlerin gewesen? Wie jetzt bekannt wird, lud das ZDF ein Berliner Terror-Opfer aus der Sendung „Klartext, Frau Merkel!“ aus.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich scharf gegen Tabus und Generalisierungen in der Diskussion über Kriminalität von Migranten und Flüchtlingen gewandt. Eine Bürgerin hatte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Klartext, Frau Merkel“ gesagt, nach dem Zuzug von Flüchtlingen und Migranten in den vergangenen Jahren gebe es mehrere hunderttausend alleinstehende Männer mit rückständigem Frauenbild im Land. Es gebe dramatisch gestiegene Zahlen von Vergewaltigungen durch Zuwanderer. 

Merkel: „Das glaube ich nicht“

Merkel entgegnete: „Es darf, wenn es um Kriminalität geht, überhaupt gar keine Tabuthemen geben.“ Es habe aber schon vor dem Zuzug schreckliche Sexualdelikte in Deutschland gegeben. Es gebe schlimme Einzelfälle, Straftäter müssten das Land verlassen. „Aber das, was Sie jetzt hier als das große demografische Problem herausstellen, das sehe ich nicht.“ Zugleich betonte die Kanzlerin: „Wir sollten damit nicht alle unter einen Generalverdacht stellen.“

Wenn unterstellt werde, dass eine große Zahl junger Migranten und Flüchtlinge das demografische Gleichgewicht in Deutschland in Unordnung bringen könne, könne sie nur sagen: „Das glaube ich nicht.“ Der Staat müsse hart gegen sexuelle Vergehen und jede Straftat vorgehen, betonte Merkel. Jeder habe aber bei der Integration einen offenen Blick auf seine spezielle Situation verdient.

Fast 50 Prozent mehr Vergewaltigungen in Bayern

In der vergangenen Woche hatte ein Bericht aus Bayern für Schlagzeilen gesorgt. Die Anzahl der verübten Vergewaltigungen ist dort in den ersten sechs Monaten des Jahres angestiegen, wie merkur.de* berichtet. 

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dpa

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