Am Independence Day

Proteste in den USA: Video zeigt, wie bewaffnete Demonstranten auf Denkmal zumarschieren

Eine große Gruppe bewaffneter Demonstranten hat in Georgia vor einem Denkmal der Südstaaten protestiert. Videos im Netz zeigen den Aufmarsch zum Stone Mountain Denkmal.

Georgia - Weiterhin ebbt die Protest-Welle in den USA nicht ab. Die Menschen machen ihrem Ärger über Rassismus* und Ungerechtigkeit auf der Straße Luft. Der Tod von George Floyd*, der in Polizeigewahrsam starb, nachdem ein Polizist ihn mit seinem Knie auf dem Boden fixiert hatte, gilt als einer der Auslöser der Proteste und Demonstrationen. Kritikpunkt der Proteste sind immer wieder auch Confederate Monuments, zu Deutsch Denkmäler der Konföderierten. Am Unabhängigkeitstag (04.07.2020) ist eine große Gruppe Demonstranten zu einem solchen Denkmal, genannt Stone Mountain, in Georgia marschiert, sie alle waren bewaffnet.

Proteste in den USA: Bewaffnete Demonstranten marschieren auf bekanntes Konföderierten-Denkmal zu

Das Confederate Monument in Georgia gilt als eines der größten seiner Art auf der Welt. Es sollte am Wochenende des Unabhängigkeitstages wieder öffnen, nachdem es aufgrund der Corona-Krise* vorübergehend geschlossen worden war, berichtete die Agentur Reuters. Das Denkmal Stone Mountain zeigt Schlüsselfiguren der Konföderierten im Bürgerkrieg, wie Stonewall Jackson, Robert E. Lee und Jefferson Davis, in massiven Stein gemeißelt. Es ist insgesamt 58 Meter breit und 27 Meter hoch.

Wie die Agentur weiter schreibt, gilt das Denkmal als eines der dreistesten für die Sklaverei-Verherrlichung des amerikanischen Südens. Wahrscheinlich gerade deshalb haben sich so viele Demonstranten dazu entschlossen, hier ein Zeichen gegen Rassismus und gegen die Verherrlichung dieses Teils der US-Geschichte zu setzen.

Proteste in den USA: Im Netz kursieren Videos der bewaffneten Proteste von Georgia

Im Netz, vor allem in den sozialen Medien, gibt es etliche Videos von den bewaffneten Protesten am Stone Mountain Denkmal in Georgia zu sehen. Maskierte Demonstranten marschieren die Straße entlang. Die meisten von ihnen sind schwarz. Immer wieder ruft ein Demonstrant „Black Lives Matter“ oder „Black Power“ oder „Black Love“.

Eine Twitter Nutzerin spricht von Anhängern von US-Präsident Donald Trump*, die sich in der Nähe der Proteste aufhielten. Sie seien auf Motorrädern unterwegs und hätten Flaggen mit dem Motto von Trumps US-Präsidentschaftswahlkampf* „Make America Great Again“ bei sich.

Ob die bewaffneten Proteste gegen das Stone Mountain Denkmal tatsächlich etwas bewirken können, ist fraglich. Denn ohne eine Gesetzesänderung in Georgia wäre das nicht möglich. Ein Gesetz schützt es nämlich. Dort heißt es „Das Denkmal der Helden der konföderierten Staaten von Amerika, gemeißelt in das Angesicht von Stone Mountain, soll niemals verändert, entfernt, verdeckt oder versteckt werden und soll für alle Zeit konserviert und beschützt werden.“ So steht es im Gesetzbuch von Georgia § 50-3-1. Auch in Gettysburg versammelten sich zahlreiche Rechtsextreme, um mit Waffengewalt ihr Land zu verteidigen. (Von Sophia Lother)

Donald Trump will mit dem Einsatz von Spezialtruppen gegen Demonstrierende vorgehen* – so etwa in Portland. Das droht nun auch weiteren Städten in den USA. *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Andrew Harnik/AP/dpa

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