Atomstreit spitzt sich zu

Atomstreit: Nordkorea droht USA auch mit "militärischen Gegenmaßnahmen"

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Donald Trump (l) und Kim Jong Un im Juni 2019 in der entmilitarisierten Zone  an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea.

Im Atomstreit zwischen Nordkorea und den USA wird der Ton rauer. Donald Trump und Kim Jong Un schicken einander deutliche Drohungen.

  • Donald Trump hat sich auf Twitter zu Kim Jong Un geäußert ´
  • Er baute eine Drohkulisse mit Blick auf die nordkoreanische Abrüstung auf
  • Doch Nordkorea testet im Hintergrund weiter umstrittene Anlagen  

Update vom 31. Dezember: Im Atomstreit mit den USA hat Nordkoreas Machthaber

Kim Jong-un "diplomatische und militärische Gegenmaßnahmen" für die Sicherheit und Souveränität des Landes angekündigt. Seine Aussagen erfolgten bei einem Treffen am Montag mit hochrangigen Mitgliedern der kommunistischen Partei Nordkoreas in Pjöngjang, wie Staatsmedien am Dienstag berichteten. Kim sprach demnach sieben Stunden lang bei der Parteiversammlung, bei der über ein nicht näher bezeichnetes "wichtiges Dokument" beraten wurde.

Kim will am Mittwoch seine traditionelle Neujahrsansprache halten, die in der nordkoreanischen Politik als ein Höhepunkt des Jahres gilt. Experten erwarten, dass der Machthaber in diesem Jahr konkrete Angaben zu seinem wiederholt angekündigten "neuen Weg" im Atomstreit mit den USA machen könnte. Angesichts der US-Sanktionen gegen das Land, das unter einer schweren Wirtschaftskrise leidet, hatte Pjöngjang den USA eine Frist bis Jahresende für Zugeständnisse bei den Sanktionen gesetzt.

Die Atomverhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington liegen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump im Februar auf Eis. Nach seinem Moratorium für Atomversuche und für Tests von Interkontinentalraketen im vergangenen Jahr hatte Pjöngjang vergeblich auf eine Aufhebung der Sanktionen gehofft. 

„Offensive Maßnahmen“ und „viele Werkzeuge“: Nordkorea droht im Atomstreit - Trump-Regierung droht zurück

Update vom 30. Dezember: Seit Wochen verschärft Nordkorea im Atomstreit mit den USA den Ton. Kurz vor Ablauf eines Ultimatums an die USA hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un „positive und offensive Maßnahmen“ für die Sicherheit seines Landes angekündigt. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA nach einem Treffen hochrangiger Parteivertreter in Pjöngjang. 

Die Atomverhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington liegen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump im Februar auf Eis. Nordkorea verlangte von den USA zuletzt Zugeständnisse bis zum Jahresende und drohte, andernfalls einen „neuen Weg“ einzuschlagen und mit einem „Weihnachtsgeschenk“ aufzuwarten. Experten gehen davon aus, dass Nordkorea den Test einer Interkontinentalrakete plant.

Drohung aus Nordkorea: US-Regierung reagier gelassen auf Kim Jong-un

Die US-Regierung hat indes beteuert, sich von der Führung in Pjöngjang nicht in die Enge treiben zu lassen. Der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Robert O'Brien, sagte dem Sender ABC, er wolle über mögliche Raketentests nicht spekulieren. „Aber wir haben viele Werkzeuge in unserem Werkzeugkasten, und zusätzlicher Druck kann auf die Nordkoreaner ausgeübt werden.“

Das isolierte Land steht wegen seines Atomprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen. Kim soll am Mittwoch seine traditionelle Neujahrsansprache halten. Vor zwei Jahren hatte er bei der Gelegenheit mit Atomwaffen gedroht - sich aber gleichzeitig offen für Gespräche mit Südkorea geäußert. Ein halbes Jahr später kam es zu einem ersten Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump.

Erstmeldung - Donald Trump: Nordkorea muss abrüsten und hat alles zu verlieren

Washington - US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea davor gewarnt, seine Zusage einer atomaren Abrüstung zu brechen. Mit Blick auf den nordkoreanischen Machthaber schrieb Trump am Sonntag auf Twitter: „Kim Jong-un ist zu schlau und hat viel zu viel zu verlieren, tatsächlich alles, falls er auf feindselige Weise handeln sollte.“ 

Donald Trump schickt klare Ansage an Nordkorea

Kim habe eine klare Vereinbarung zur Denuklearisierung bei ihrem gemeinsamen Gipfel in Singapur 2018 unterzeichnet. Er wolle sicher nicht seine besondere Beziehung zum US-Präsidenten aufs Spiel setzen oder sich in die anstehende US-Präsidentschaftswahl im November 2020 einmischen, schrieb Donald Trump weiter.

„Nordkorea hat riesiges wirtschaftliches Potenzial, aber es muss wie versprochen denuklearisieren“, mahnte er. Die Nato, China, Russland, Japan und die ganz Welt seien sich in dieser Frage einig.

Nordkorea hatte kurz nach einer Gesprächsabsage an die USA einen wichtigen Test an seiner umstrittenen Satelliten-Startanlage Sohae vermeldet. Der Test „von großer Bedeutung“ sei erfolgreich gewesen, berichteten die Staatsmedien am Sonntag ohne weitere Details, wie merkur.de* berichtet. Ein Bericht über die Testergebnisse werde dem Zentralkomitee der Arbeiterpartei vorgelegt. Zuvor hatte die nordkoreanische UN-Vertretung in New York Gesprächen mit den USA über eine atomare Abrüstung eine Absage erteilt und erklärt, eine Denuklearisierung sei vom Tisch.

Jetzt hat Nordkorea auf die Worte Trumps reagiert und war dabei nicht zimperlich.

Derweil droht Trump dem Irak im Konflikt mit dem Iran mit Sanktionen, während Russland den Fokus auf das Atomabkommen richtet.

Mehr zum Thema im Video: Nordkorea diskutiert „militärische Aufrüstung“

dpa/frs

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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