Einsatz "unwahrscheinlich"

Doch keine US-Rettungsaktion im Nordirak

Bagdad - Da weniger Menschen als befürchtet im Sindschar-Gebirge im Nordirak festsitzen, plant die US-Armee voraussichtlich keine Rettungsmission für die Flüchtlinge.

Dort säßen "deutlich weniger" Menschen fest als bisher angenommen, teilte das US-Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Zudem seien ihre Lebensumstände besser als erwartet. Ein Einsatz zur Rettung der Flüchtlinge sei deshalb "unwahrscheinlich".

Die US-Armee hatte am Mittwoch erstmals eine Spezialeinheit in das Gebirge entsandt, um sich ein Bild von der Lage der dort festsitzenden Menschen zu machen. Nach UN-Angaben sind im Sindschar-Gebirge 20.000 bis 30.000 vor der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) geflohene Zivilisten gestrandet, besonders Mitglieder der religiösen Minderheit der Jesiden.

Nach Angaben des Pentagons hat sich ihre Zahl inzwischen aber deutlich reduziert. Ihre Lage habe sich aufgrund der Angriffe der US-Luftangriffe und der kurdischen Peschmerga-Kämpfer sowie der humanitären Versorgung aus der Luft verbessert. In den vergangenen Tagen konnte demnach "tausende Jesiden" die Bergregion verlassen. "Den verbleibenden Jesiden geht es besser als angenommen. Sie haben Zugang zu Essen und Wasser, das wir dort abgeworfen haben", sagte ein Pentagon-Sprecher.

Die USA und Großbritannien hatten zuvor angekündigt, eine Rettungsmission für die Flüchtlinge zu prüfen. Der US-Sicherheitsberater Ben Rhodes nannte die Schaffung eines sicheren Landkorridors oder die Einrichtung einer Luftbrücke als mögliche Optionen.

Die US-Luftwaffe hatte vergangene Woche Angriffe auf die Dschihadisten gestartet, um die Belagerung der Sindschar-Berge zu durchbrechen und den Vormarsch der Extremisten auf Erbil zu stoppen. Zudem warfen britische und US-Flugzeuge Versorgungsgüter über dem Gebirge ab.

Die US-Armee griff am Mittwoch erneut Stellungen der Dschihadisten in der Region an. Nahe einem Stüzpunkt der Extremisten zerstörten Kampfdrohnen einen mit Waffen bestückten Lastwagen der IS-Milliz, wie die Armee mitteilte.

AFP

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