Marinesoldat immer noch in Russland

US-Regierung wehrt sich nach Griner-Austausch gegen Kritik — RT-Chefin: „Deswegen werden wir gewinnen“

Zwischen Russland und den USA fand ein weiterer Gefangenenaustausch statt. Dabei wurde die US-Basketballerin Griner aus russischer Haft befreit.

Update vom 9. Dezember, 16.10 Uhr: Nach der Rückkehr des in den USA inhaftierten russischen Waffenhändlers Viktor But hält Kremlchef Wladimir Putin weitere Gefangenenaustausche zwischen Moskau und Washington für möglich. Zuständig sei der Inlandsgeheimdienst FSB, die Kontakte gingen weiter, sagte er am Freitag vor Journalisten in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Putin betonte, dass der Kontakt zwischen dem russischen Auslandsgeheimdienst SWR und der CIA auf Initiative der USA zustande gekommen sei. Die USA wollen etwa auch den in Russland inhaftierten Amerikaner Paul Whelan freibekommen. Der ehemalige Marine-Soldat Whelan war 2018 in Russland verhaftet und wegen angeblicher Spionage verurteilt worden.

Gefangenenaustausch: US-Basketballerin Griner landet in ihrer Heimat

Update vom 9. Dezember, 12.30 Uhr: Die aus russischer Gefangenschaft freigekommene US-Basketballerin Brittney Griner ist wieder in ihrer Heimat im US-Bundesstaat Texas. Die Maschine mit der 32-Jährigen an Bord landete am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) am Kelly Field Flughafen in San Antonio, wie der Sender CNN vom Flughafen und weitere US-Medien berichteten.

Auch der russische Waffenhändler Viktor But, den die US-Regierung im Gegenzug freigelassen hatte, ist wieder in seiner Heimat. Er landete in der Nacht auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo. Das russische Fernsehen zeigte, wie er auf der Landebahn von seiner Ehefrau und seiner Mutter empfangen wurde. Er habe bis zuletzt nicht gewusst, dass er ausgetauscht werde und nach Hause komme, gab der 55-Jährige zu Protokoll.

US-Basketballstar Brittney Griner landet auf einem Flugplatz im US-Bundesstaat Texas.

US-Regierung wehrt sich nach Griner-Austausch gegen Kritik

Update vom 9. Dezember, 9.45 Uhr: Die US-Regierung hat sich in der Nacht zum Freitag für den Gefangenenaustausch gerechtfertigt, der zur Freilassung von Brittney Griner geführt hatte. Kritik war vor allem aus den Reihen der Republikaner laut geworden. Der Grund: Während Basketball-Profi Griner wieder auf freiem Fuß ist, sitzt der ehemalige Marine-Soldat Paul Whelan weiter in einem russischen Gefängnis. Whelan wurde bereits 2018 in Russland wegen angeblicher Spionage verhaftet und verurteilt.

„Wir haben eine Botschaft für Paul Whelan. Es ist eine Botschaft, die wir ihm erst kürzlich und auch heute wieder übermittelt haben. Bewahre den Glauben, wir kommen dich holen“, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, gegenüber dem US-Fernsehsender CNN. „Es ging nicht darum, dass wir uns zwischen Brittney Griner und Paul Whelan entscheiden mussten“, sagte Price. Es sei vielmehr darum gegangen, lieber einen als keinen Gefangenen freizubekommen. Der US-Regierung zufolge hätte der Kreml eine Freilassung von Whelan blockiert.

US-Basketballstar Brittney Griner im Flugzeug auf dem Weg in die Vereinigten Staaten.

Die Chefin des russischen Staatssenders RT, Margarita Simonjan, kritisierte die US-Regierung dennoch für die Entscheidung. „Sie tauschten But nicht gegen Whelan, sondern sie tauschten gegen Griner. Denn zwischen einem Heldenspion, einem dekorierten Marinesoldaten, der für den Dienst am Vaterland gelitten hat, und einer drogenabhängigen schwarzen Lesbe, die für das Dampfen mit Haschisch gelitten hat, wählt der moderne amerikanische Wähler das Offensichtliche“, schrieb Simonjan auf Telegram und ergänzte, mit Blick auf den Krieg: „Also werden wir gewinnen.“

Griner war am 17. Februar 2022 am Flughafen Moskau festgenommen worden, weil sie eine geringe Menge Haschischöl mit sich führte. Nach zehn Monaten in Haft wurde die 32-Jährige am Donnerstag im Austausch gegen den russischen Waffenhändler Viktor But freigelassen.

US-Star Griner kommt aus Russland-Gefängnis frei — Heikler Austausch gegen „Händler des Todes“:

Erstmeldung vom 8. Dezember: München – Die in Russland zu neun Jahren Haft verurteilte US-Basketballerin Brittney Griner ist in einem Gefangenenaustausch freigelassen worden. Sie wurde gegen den in den USA inhaftierten russischen Waffenhändler Viktor But auf dem Flughafen in Abu Dhabi ausgetauscht, wie das russische Außenministerium in Moskau am Donnerstag mitteilte. US-Medien bestätigten dies und berichteten ebenfalls darüber. Das Weiße Haus teilte mit, US-Präsident Joe Biden werde sich demnächst an die Öffentlichkeit wenden.

Gefangenenaustausch mit Russland: USA tauschen Waffenhändler gegen Basketballerin

Biden selbst äußerte sich bereits auf Twitter über die Freilassung der Basketballspielerin. „Sie ist in Sicherheit. Sie sitzt in einem Flugzeug. Sie ist auf dem Weg nach Hause“, schrieb der US-Präsident. Er habe gerade mit ihr gesprochen.

Griner war zuletzt von Moskau in eine Strafkolonie in der Republik Mordowien verlegt worden. In den USA wird berichtet, dass die Vereinigten Staaten und Russland sich auf einen Austausch geeinigt hätten, der die zweimalige Olympiasiegerin erlöst. Der im Gegenzug freigelassene frühere russische Waffenhändler But, der als „Händler des Todes“ bezeichnet wird, saß seit 2010 in einem US-Gefängnis.

Gefangenenaustausch mit Russland: But und Griner wurden „begnadigt“ und von restlicher Strafe befreit

Dabei wurden sowohl But als auch Griner offenbar noch vor dem Austausch begnadigt. Daher seien sie auch vom Rest ihrer Haftstrafen befreit worden, erklärte Ivan Melnikow, Vizepräsident der russischen Delegation beim Internationalen Komitee für Menschenrechte. So wie Griner sei auch But in einem Flugzeug und befinde sich auf dem Weg nach Russland, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.

Die auch in Russland spielende US-Basketballerin Griner war im Februar bei ihrer Ankunft an einem Moskauer Flughafen festgenommen worden. In ihrem Gepäck waren Kartuschen für E-Zigaretten mit Cannabisöl gefunden worden. Im August wurde die 32-Jährige wegen Drogenschmuggels zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. (dpa/AFP/bb)

Rubriklistenbild: © FSB/imago-images

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