Wahl-Ergebnis anerkennen

US-Appell an afghanische Kandidaten

+
Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki.

Washington - Die USA haben die streitenden afghanischen Präsidentschaftskandidaten Abdullah Abdullah und Aschraf Ghani ermahnt, die Ergebnisse einer Neuauszählung der Stimmen zu akzeptieren.

"Wir erwarten, dass die Kandidaten und ihre Unterstützer sich weiter zu dem Prozess und seinem Abschluss bekennen", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, am Montag in Washington. Zuvor hatte Abdullah seinem Rivalen erneut Manipulationen vorgeworfen und sich zum Sieger der Stichwahl vom 14. Juni erklärt.

"Wir werden keine betrügerischen Wahlergebnisse akzeptieren, und wir werden nicht einen Tag eine betrügerische Regierung akzeptieren", sagte der frühere afghanische Außenminister am Montag. Der von US-Chefdiplomat John Kerry im Juli vermittelte Kompromiss, der eine Überprüfung des Wahlergebnisses unter Aufsicht der UNO sowie die anschließende Bildung einer Einheitsregierung vorsieht, droht zu scheitern. "Der politische Prozess ist festgefahren", erklärte Abdullah, dem die Kriterien der Neuauszählung nicht rigoros genug sind.

Dem nach der Stichwahl veröffentlichten vorläufigen Ergebnis zufolge holte Ghani gut 56 Prozent und Abdullah gut 43 Prozent der Stimmen. In der ersten Wahlrunde Anfang April, in der es noch weitere Kandidaten gab, hatte der frühere Außenminister das Bewerberfeld noch mit großem Vorsprung angeführt. Die Vereinten Nationen wollen die Überprüfung der Resultate in dieser Woche abschließen. Ohne eine neue Regierung in Kabul steht der Verbleib von internationalen Truppen am Hindukusch nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes Ende des Jahres in Frage.

AFP

Kommentare

Meistgelesen

So vulgär beschimpft Trumps neuer Pressechef seine Kollegen im Weißen Haus
So vulgär beschimpft Trumps neuer Pressechef seine Kollegen im Weißen Haus
Versicherungen schätzen: So hoch ist der Schaden der G20-Krawalle
Versicherungen schätzen: So hoch ist der Schaden der G20-Krawalle
Verfassungsgericht: Gefährder dürfen abgeschoben werden
Verfassungsgericht: Gefährder dürfen abgeschoben werden
Ticker zum NSU-Prozess: Plädoyer wird um eine Woche vertagt
Ticker zum NSU-Prozess: Plädoyer wird um eine Woche vertagt
Mindestens 26 Tote bei Autobomben-Explosion in Kabul
Mindestens 26 Tote bei Autobomben-Explosion in Kabul