News-Ticker

Kiew meldet Waffenlieferung – Selenskyj-Minister bedankt sich bei Lambrecht

Experten sehen eine neue Putin-Offensive schon vorab zum Scheitern verurteilt. News-Ticker zum Militärgeschehen im Ukraine-Krieg.

Update vom 2. August, 7.52 Uhr: Die Ukrainer freuen sich über eine Verstärkung ihrer eigenen Artilleriesysteme: Am 1. August trafen nach Angaben aus Kiew Mehrfachraketenwerfer des Typs Mars II aus Deutschland ein. Verteidigungsminister Olexej Resnikow bedankte sich bei seiner deutschen Kollegin Christine Lambrecht (SPD) für die Waffenhilfe.

Lambrecht hatte die Lieferung bereits in der vergangenen Woche annonciert. Das kann der Mehrfachraketenwerfer Mars II. An schweren Waffen hat Deutschland zudem die Flugabwehrpanzer Gepard und Artilleriegeschütze vom Typ Panzerhaubitze 2000 an Kiew übergeben.

Deutschland hat drei Mehrfach-Raketenwerfersysteme vom Typ Mars II an die Ukraine geliefert.

Ukraine-News: Washington verspricht Kiew weiteres Sicherheitspaket

Update vom 1. August, 20.45 Uhr: Die USA wollen die Ukraine mit einem weiteren Sicherheitspaket im Wert von 550 Millionen Dollar unterstützen. Dies teilte der Koordinator des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, auf einer Pressekonferenz mit. Im Rahmen des Pakets werde man außerdem mehr Munition für die Himars-Mehrfachraketenwerfer sowie die 155 Millimeter-Haubitzen liefern. Beide Waffen sind nach ukrainischen Angaben durchaus effektiv gegen die russische Invasion.

Kiew meldet Erfolge im Ukraine-Krieg - „mehr als 40 Orte zurückerobert“

Update vom 1. August, 18.55 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Region Cherson nach Angaben des dortigen Gouverneurs in den vergangenen Wochen mehr als 40 Orte zurückerobert. Bislang seien 46 Ortschaften in der Region „befreit“ worden, sagte der ukrainische Gouverneur Dmytro Butriy im staatlichen Fernsehen. Die meisten der zurückeroberten Orte liegen nach seinen Angaben im Norden der Region, andere südlich nahe des Schwarzen Meeres. Gouverneur Butriy sagte zudem, einige der inzwischen zurückeroberten Ortschaften seien „zu 90 Prozent zerstört und stehen noch heute unter ständigem Beschuss“. Er bezeichnete die humanitäre Lage in der Region als „kritisch“.

Ukraine-News: Moskau will westliche Waffen zerstört haben

Update vom 1. August, 13.40 Uhr: Russlands Armee hat in der Ukraine eigenen Angaben zufolge erneut westliche Militärtechnik zerstört. In der ostukrainischen Stadt Charkiw seien auf einem Werksgelände zwei Abschussanlagen für US-amerikanische Himars-Raketen getroffen worden, berichtete das Verteidigungsministerium. Unweit der Schwarzmeer-Metropole Odessa hätten die russischen Truppen eine Vorrichtung für ebenfalls von den USA gelieferte Schiffsabwehrraketen des Typs Harpoon zerstört.

Die Aussagen ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Experten weisen darauf hin, dass die Himars-Raketenwerfer nur schwer zu orten und zu zerstören seien. Die ukrainischen Behörden hatten am Sonntag zwar berichtet, zwei russische Raketen seien von der annektierten Halbinsel Krim aus auf die Region Odessa abgefeuert worden. Ihrer Darstellung zufolge schlugen die Geschosse allerdings in einem Steinbruch ein.

Ukraine-News: Putins Truppen stoßen im Donbass vor

Update vom 1. August, 12.10 Uhr: Russland stoßt in der Ostukraine weiter vor. Laut ukrainischen Angaben setzten russische Truppen ihre Angriffe von der Region Donezk aus in Richtung der Stadt Bachmut for. „Die Kämpfe dauern an“, teilte der ukrainische Generalstab am Montag auf Facebook mit. Auch in der benachbarten Stadt Soledar habe es Vorstöße der Russen gegeben, die aber abgewehrt worden seien. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg: Kämpfe rund um Donezk

Update vom 1. August, 11.25 Uhr: Der ukrainische Generalstab berichtet von Kämpfen nordwestlich und westlich der unter russischer Kontrolle stehenden Großstadt Donezk. Die russischen Attacken bei Pisky und Marjinka seien jedoch ohne Erfolg geblieben, hieß es.

Entlang der gesamten Frontlinie in den Gebieten Charkiw, Donezk, Saporischschja und Cherson seien zudem ukrainische Stellungen in Dutzenden von Orten mit Artillerie beschossen worden. Die russische Luftwaffe bombardierte demnach mindestens drei Positionen.

Update vom 1. August, 9 Uhr: Ende der Getreideblockade: Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat wieder ein Schiff mit Getreide den Hafen von Odessa verlassen.

Putin-Befehl? Russland plant neue Offensive

Update vom 1. August, 7.19 Uhr: Russland bereitet derzeit offenbar die nächste Offensive im Osten der Ukraine vor. Das geht aus dem aktuellen Situationsbericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Demnach unternehmen russische Truppen lokale Angriffe im Nordwesten und Südwesten der Stadt Izyum. Damit sollen die Voraussetzungen für weitere Operationen in Richtung Charkiw geschaffen werden.

Das ISW geht davon aus, dass Waldimir Putin die Eroberung der zweitgrößten Stadt der Ukraine und der noch nicht besetzten Teile der Oblast Charkiw befohlen hat. Allerdings erwartet das Institut, dass der Angriff wegen logistischer und personeller Probleme scheitern wird.

Selenskyj nach Russischem Beschuss von Mykolajiw: Kein Angriff bleibt unbeantwortet

Update vom 31. Juli, 22.55 Uhr: Wolodymyr Selenskyj verurteilt den jüngsten russischen Beschuss auf die südukrainische Stadt Mykolajiw (siehe Update von 12.30 Uhr) und kündigt zugleich eine Reaktion seiner Armee an. „Heute fand einer der brutalsten Bombenangriffe auf Mykolajiw und die Region statt“, sagte der ukrainische Präsident in seiner Videoansprache in der Nacht zum Montag. Zugleich betonte er: „Kein russischer Angriff bleibt von unseren Militärs und Geheimdienstlern unbeantwortet.“ Außerdem sprach der Präsident von einer möglichen Verlegung russischer Truppen in die Südukraine. Selbiges tat der britische Geheimdienst.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Bereits am ersten Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine werden die Gräuel des Krieges deutlich. Bomben gehen auf die Stadt Tschuhujiw nieder. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht schwer verletzt und notdürftig behandelt vor dem Krankenhaus der Stadt. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp
Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz in der Bundeswehr.
Am 21. Juni treffen die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine ein. Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen.  © Sven Eckelkamp/Imago
bombardiert die russische Luftwaffe ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk
Am 27. Juni bombardiert Russland ein Einkaufszentrum im 100 Kilometer von der Frontlinie entfernten Krementschuk. Zum Zeitpunkt des Angriffs befinden sich laut ukrainischen Angaben etwa 1000 Menschen in dem Gebäude, mindestens achtzehn Menschen werden getötet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Attacke als „absoluten Horror“.  © STR/afp
Dieses Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer.
Nach wiederholten ukrainischen Angriffen zieht sich das russische Militär Ende Juni von der Schlangeninsel südlich von Odessa zurück. Russland spricht von einem „Zeichen des guten Willens“. Die Die Ukraine feiert die Rückeroberung dagegen als Sieg. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schreibt der Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“ © dpa
In der Nacht auf den 29. Juli brannte nach einer Explosion ein Gefängnis in Oleniwka, in der von pro-russischen Separatisten besetzten Donezk-Region, aus.
In der Nacht auf den 29. Juli kommen bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Oleniwka in der Donezk-Region Dutzende ukrainische Kriegsgefangene ums Leben. Der ukrainische Generalstab beschuldigt Russland, damit Folter von Gefangenen und Hinrichtungen verschleiern zu wollen. Prorussische Separatisten hingegen bezichtigten die Ukraine, für den Angriff verantwortlich zu sein © afp
Auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka kommt es zu heftigen Explosionen.
Am 9. August erschüttern mehrere Explosionen eine russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Mehrere Flugzeuge werden zerstört. Eine Woche später detoniert auf der Krim ein russisches Munitionslager. Rusland spricht von einem „Sabotageakt“. © dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist schwer umkämpft. Das Artilleriefeuer lässt international die Angst vor einer Atomkatastrophe steigen. Am 25. August wird das AKW erstmals in seiner Geschichte vom Stromnetz getrennt. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes und der Umgebung vor. © Planet Labs Pbc/dpa
Rauch steigt über einem Feuer in einem Naturschutzgebiet in der Nähe der Stadt Mykolajiw nach einem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine auf.
Am 29. August gelingt den ukrainischen Truppen an mehreren Stellen in der Oblast Cherson ein Vorstoß über feindliche Frontlinien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt eine ukrainische Offensive bei den von Russland besetzten Gebieten in der Oblast Cherson und der Oblast Mykolajiw. © Kherson Region Emergency Service/Imago
Einheiten der ukrainischen Streitkräfte sind in der Region Charkiw unterwegs.
Im September erobert die Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive in der Oblast Charkiw die strategisch bedeutsamen Städte Kupjansk und Isjum von Russland zurück und durchbricht die Frontlinie an mehreren Stellen.  © Imago

Raketen auf Schwarzmeer-Region: Die Ukrainer werfen Russland Beschuss von Odessa vor

Update vom 31. Juli, 20.15 Uhr: Die Ukraine wirft Russland vor, die Schwarzmeer-Region Odessa mit Raketen angegriffen zu haben. Der Stadtrat von Odessa teilte unter Berufung auf das Kommando Süd der ukrainischen Armee mit, zwei russische Raketen vom Typ „Iskander“ seien von der Halbinsel Krim aus abgeschossen worden. Laut der Odessaer Gebietsverwaltung schlugen die Geschosse in einem Steinbruch ein. Zu möglichen Opfern wurden keine Angaben gemacht. Aus Moskau gab es zunächst keine offizielle Reaktion auf die Vorwürfe. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Update vom 31. Juli, 14.00 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Tag der Marine in St. Petersburg angekündigt, dass Russland schon bald mit neuen Hyperschall-Raketen vom Typ Zirkon ausgestattet wird. „Ihre Auslieferung an die russischen Streitkräfte wird in den nächsten Monaten beginnen“, sagte Putin am Sonntag (31. Juli).

Die russische Marine sei in der Lage, „jedem, der sich entschließt, unsere Souveränität und Freiheit zu verletzen, einen vernichtenden Gegenschlag zu versetzen“, betonte Putin. Zugleich werde das militärische Material „ständig perfektioniert“. Zirkon-Raketen haben eine maximale Reichweite von etwa tausend Kilometern und gehören zu einer neuen von Russland entwickelten Waffengattung.

Angriff auf Mykolajiw: Größter ukrainischer Unternehmer im Getreidehandel getötet

Update vom 31. Juli, 12.30 Uhr: In der südukrainischen Stadt Mykolajiw ist bei einem russischen Raketen-Angriff einer der wichtigsten ukrainischen Unternehmer im Getreidehandel gemeinsam mit seiner Frau getötet worden. Wie der Gebietsgouverneur Witalij Kim über Telegram mitteilte, kamen der Unternehmer Olexij Wadaturskyj und seine Frau Rajissa in der Nacht auf Sonntag ums Leben.

Update vom 31. Juli, 10.45 Uhr: Die ukrainischen Behörden melden erneut Angriffe auf die südliche Stadt Mykolajiw. Diese sei am Sonntagmorgen „wahrscheinlich so stark wie nie“ unter Beschuss genommen worden. Das teilte der Bürgermeister Oleksandr Senkewytsch im Onlinedienst Telegram mit. Bei den Angriffen sei eine eine Reihe von Wohngebäuden beschädigt worden.

Schwarzmeerflotte im Ukraine-Krieg: Russisches Hauptquartier unter Beschuss

Update vom 31. Juli, 10.15 Uhr: Nach Berichten russischer Staatsmedien ist das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol von einem Drohnenangriff getroffen worden. Dabei seien fünf Menschen verletzt worden. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den von den russischen Besatzungsgruppen dort eingesetzten Gouverneur.

Der Angriff ist symbolträchtig, da in Russland heute der Tag der Marine gefeiert wird. Präsident Wladimir Putin wird in St. Petersburg an einer Parade mit unter anderem 40 Kriegsschiffen teilnehmen. Auch in Sewastopol war heute eine Feier geplant, die nach dem Angriff allerdings abgesagt wurde.

Die Ukraine weist den Vorwurf, den Generalstab der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol angegriffen zu haben, derweil zurück. Die russischen Anschuldigungen seien „eine absichtliche Provokation“, sagte ein Sprecher der ukrainischen Regionalverwaltung von Odessa.

Angriff auf Gefangenenlager: Selenskyj appelliert an Uno und Rotes Kreuz

Erstmeldung vom 31. Juli: Oleniwka/Donezk - Nach dem Angriff auf ein Kriegsgefangenen-Gefängnis in der Ostukraine mit dutzenden Toten hat die Ukraine die Uno und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zu einer Untersuchung aufgefordert.

Präsident Wolodymyr Selenskyj appellierte an beide Organisationen: „Sie müssen das Leben von Hunderten von ukrainischen Kriegsgefangenen schützen.“ Auch Russland soll Experten der Vereinten Nationen und des Roten Kreuzes eingeladen haben, die Umstände des Angriffs zu untersuchen. Russland wolle eine unabhängige Untersuchung, teilte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Meldung des russischen Verteidigungsministeriums mit.

Die Ukraine und Russland machen sich gegenseitig für den Angriff auf die Haftanstalt in Oleniwka im von pro-russischen Separatisten besetzten Osten der Ukraine verantwortlich. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht. In dem Gefängnis befanden sich viele Kämpfer des ukrainischen Asow-Regiments, das sich im Mai ergeben hatte. Laut Selenskyj wurden bei dem Angriff am Freitag mehr als 50 ukrainische Kriegsgefangene getötet, Moskau sprach am Samstag von 50 Toten und 73 Schwerverletzten.

Selenskyj nannte den Beschuss des Haftanstalt einen „vorsätzlichen Massenmord an ukrainischen Kriegsgefangenen“ und betont, dass Russland das Gefängnis beschossen habe, um die Misshandlungen der Gefangenen zu vertuschen. Der Interimskommandeur des Asow-Regiments, Mykyta Nadtotschy, sagte am Samstag in einer Videobotschaft, das Regiment betrachte den Angriff als „öffentliche, straflose Hinrichtung durch Russland“. Russland hingegen hatte am Freitag davon gesprochen, dass Kiew das Gefängnis mit von den USA gelieferten Raketen getroffen habe, um ukrainische Soldaten davon abzuhalten, sich Russland zu ergeben. 

Aufnahme vom 29. Juli: Selenskyj bei Streitkräften in der Region Odessa

Kämpfe im Donbass: Selenskyj ruft Bewohner zum Verlassen von Donezk auf

Zudem hat Selenskyj angesichts der massiven Angriffe der russischen Armee im Osten des Landes die Menschen zum Verlassen des Gebiets Donezk aufgerufen. „Im Donbass sind Hunderttausende Menschen, Zehntausende Kinder, viele lehnen es ab zu gehen“, sagte er. Er appellierte eindringlich an die Bewohner im Donbass, diese Entscheidung zu treffen. Der Präsident beklagte demnach, dass viele Bürger noch immer nicht einsichtig seien. „Brechen Sie auf, wir helfen“, sagte er. 

Zuvor hatte die ukrainische Regierung eine verpflichtende Evakuierung angeordnet mit der Begründung, dass die Bürger sich vor Beginn der Heizsaison rechtzeitig in Sicherheit bringen müssten, da die Gasleitungen durch den Krieg im Gebiet Donezk zerstört seien. Selenskyj betonte nun, dass alles organisiert werde für die Flucht der Menschen aus den von der Ukraine noch kontrollierten Gebieten der Region.(afp/at)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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