Vereinte Nationen

UN warnen vor Wasserkrise - 10 Prozent der Menschen bedroht

Weltwassertag
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Risse im Boden im Sau-Stausee in Katalonien zeigen anhaltenden Wassermangel auf.

Grundwasser verseucht, Wasserkreislauf durchbrochen, Ökosysteme zerstört: Die Vereinten Nationen zeichnen ein alarmierendes Bild zum Start einer Wasserkonferenz in New York. Besserung ist kaum in Sicht.

New York - UN-Generalsekretär António Guterres hat angesichts einer weltweit drohenden Wasserkrise Alarm geschlagen. Die Welt sei in großen Schwierigkeiten: „Wir haben den Wasserkreislauf durchbrochen, Ökosysteme zerstört und Grundwasser verseucht“, sagte Guterres zum Start der UN-Wasserkonferenz in New York. Fast drei von vier Naturkatastrophen hingen mit Wasser zusammen.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hob bei ihrer Rede die zentrale Bedeutung der Bekämpfung von Wasserknappheit hervor: Wasser stehe „im Mittelpunkt der drei großen Umweltkrisen – Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und Umweltverschmutzung“, sagte Lemke. Wasserverschmutzung, Dürren und Überschwemmungen gefährdeten die gesamte globale Entwicklung und die Pariser Klimaziele. Deshalb müsse die Weltgemeinschaft zusammenarbeiten, es brauche regelmäßige UN-Wasserkonferenzen und einen UN-Sondergesandten für Wasser, forderte sie.

Die UN-Wasserkonferenz läuft bis zum Freitag. Es ist das erste große UN-Treffen seit 1977, bei dem ausschließlich das Thema Wasser behandelt wird. Dabei wird bis Freitag eine Zwischenbilanz zur Halbzeit der sogenannten Internationalen Wasser-Aktionsdekade von 2018 bis 2028 gezogen. Ein besonderer Fokus liegt darauf, inwieweit international beschlossene Ziele zum Thema Trinkwasser und sanitäre Anlagen erreicht werden können. Dazu zählt das UN-Nachhaltigkeitsziel, allen Menschen bis 2030 Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen.

Zum Auftakt haben sich Dutzende Ministerinnen und Minister und auch einige Staats- und Regierungschefs angekündigt. Auf der Konferenz wird über kein großes Abkommen verhandelt, es soll aber über ein nicht-verbindliches Aktionspapier abgestimmt werden.

Trinkwasser-Knappheit wird sich verstärken

Einer kurz vor der Konferenz veröffentlichten UN-Studie zufolge wird sich die weltweite Trinkwasser-Knappheit weiter verstärken. Dies sei eine Folge von zunehmenden Umweltproblemen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Verbindung mit erhöhter Süßwasserverschmutzung, heißt es im Weltwasserbericht der Unesco.

„Je nach Jahreszeit wird Wasser infolge des Klimawandels knapp, und zwar sowohl dort, wo es heute noch im Überfluss vorhanden ist – wie in Zentralafrika, Ostasien und Teilen Südamerikas – wie auch verschärft dort, wo es bereits heute knapp ist – wie im Nahen Osten und in der Sahelzone.“ Im Jahresschnitt lebten 10 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern mit hoher oder kritischer Gefahr von Problemen durch Wasserknappheit.

Guterres betonte in seiner Rede, es brauche neue Wege, das „Lebenselixier der Menschheit“ aufzubereiten und zu sparen sowie ein globales Informationssystem, um den Wasserbedarf in Echtzeit vorherzusagen. Auch werde ein Frühwarnsystemen gegen gefährliche Klima- oder Wetterereignisse benötigt. „Dies ist mehr als eine Konferenz zum Thema Wasser. Es ist eine Konferenz über die heutige Welt aus der Perspektive ihrer wichtigsten Ressource“, so Guterres. Diese Konferenz müsse einen Quantensprung beim Kampf gegen die Wasserknappheit darstellen.

Bisherige Fortschritte unzureichend

Die Studie der Vereinten Nationen nannte die bisherigen Fortschritte beim Erreichen des UN-Nachhaltigkeitsziels zum Zugang zu Wasser für alle Menschen sowie weitere Vorhaben unzureichend. „Für die Erreichung mancher Ziele braucht es nun eine mindestens viermal so schnelle Umsetzungsgeschwindigkeit“, heißt es. Weltweit haben zwei Milliarden Menschen - etwa jeder vierte - keinen Zugang zu sauberem Wasser.

Eine Frau schöpft in Mosambik Wasser aus einer ungeschützten Quelle.

Laut Bericht wird der weltweite Wasserverbrauch bis zum Jahr 2050 ähnlich wie in den vergangenen 40 Jahren jährlich um voraussichtlich etwa ein Prozent steigen. In ärmeren Ländern bestehe vor allem ein Risiko wegen mangelhafter Wasserqualität, in Industrieländern sei der Verbrauch durch die Landwirtschaft problematisch. Durch die Klimakrise seien bestimmte Regionen zunehmend häufig extremen und langanhaltenden Dürren ausgesetzt, was gravierende Folgen für die Pflanzen- und Tierwelt habe.

Umweltorganisationen wie der WWF bezeichnen die Konferenz als „überfällig“. Nirgendwo schreitet das Artensterben so stark voran wie in Flüssen und Feuchtgebieten. dpa

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