Arabische Halbinsel

UN: Im Jemen droht Hunderttausenden Kindern der Hungertod

Unterernährtes Kind im Jemen
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Ein unterernährtes Neugeborenes liegt in einem Krankenhaus in Sanaa.

Der Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen im Jemen und der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz dauert schon rund sieben Jahre an. Die Vereinten Nationen sprechen von der schlimmsten humanitären Krise der Welt.

Genf - Im Bürgerkriegsland Jemen stehen nach Angaben der Vereinten Nationen fast 400.000 Kinder vor dem Hungertod.

Nach dem rund siebenjährigen Konflikt bräuchten 20 Millionen Menschen Hilfe, das seien zwei Drittel der Bevölkerung, sagte der UN-Koordinator im Jemen, David Gressly, am Montag in Genf. Eine Ausweitung der Kämpfe habe die Lage vor allem im Süden des Landes für unzählige Menschen noch schlimmer gemacht. Im dem Land auf der Arabischen Halbinsel tobe die schlimmste humanitäre Krise der Welt, sagte Gressly.

Die Huthi-Rebellen kämpfen um Unabhängigkeit und haben seit 2014 weite Teile des Landes überrannt. Saudi-Arabien führt seit 2015 mit anderen Ländern auf der Seite der international anerkannten Regierung einen Militäreinsatz gegen die Huthis. Das sunnitische Königreich sieht in ihnen einen Verbündeten seines schiitischen Erzfeindes Iran.

Gressly lobte die großzügige finanzielle Unterstützung aus Deutschland. Dennoch seien von den im März für die humanitäre Unterstützung der Bevölkerung kalkulierten rund 3,8 Milliarden Dollar erst rund 2,1 Milliarden Dollar (1,8 Mrd Euro) eingegangen.

Ernsthafte Bemühungen um eine politische Lösung des Konflikts kämen voran, sagte Gressly. Man könne mit dem Wiederaufbau aber nicht bis zu einem Waffenstillstand warten. Die Welt dürfe nicht zulassen, dass eine ganze Generation heranwachse, die nichts als Konflikt kenne.

Die Menschen brauchten Arbeit, um sich selbst über Wasser halten zu können, sagte Gressly. Die Fischereiindustrie müsse wiederbelebt werden, die Häfen und Flughäfen müssten geöffnet werden. Der Schulbetrieb müsse gestartet werden. Die Beamten müssten wieder ausreichend bezahlt werden, damit sie nicht auch zu Bedürftigen werden. Auch dafür müsse die Wirtschaft angekurbelt werden, um Ressourcen für die Bezahlung zu finden. dpa

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