Triell beeinflusst Briefwähler

Vor TV-Triell: Laschet steht massiv unter Druck - und Söder legt noch einen drauf

Vier Wochen vor der Bundestagswahl steht am Sonntag (29. August) erstmals ein TV-Triell der Kanzlerkandidaten an. Es ist der erste von drei TV-Dreikämpfen.

  • Am Sonntag steigt der erste von drei TV-Dreikämpfen der Kanzlerkandidaten.
  • CDU-Chef Armin Laschet steht nach den schwachen Umfragewerten massiv unter Druck.
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 29. August, 19.57 Uhr: Der Start des ersten Kanzler-Triells rückt näher - über alle wichtigen Äußerungen der TV-Runde um Laschet, Baerbock und Scholz halten wir Sie ab jetzt im Live-Ticker auf dem Laufenden.

Triell im TV: Baerbock, Scholz und Laschet schon in den Studios eingetroffen - Grüne kommt im Bus

Update vom 29. August, 19.48 Uhr: Alle drei Kanzlerkandidaten sind mittlerweile in den TV-Studios in Berlin-Adlershof eingetroffen. Armin Laschet und Olaf Scholz kamen in ihren Dienstlimousinen, Annalena Baerbock im Wahlkampf-Tourbus der Grünen. Baerbock trug bei Ankunft am roten Teppich als einzige der Triellanten Maske. Einen kleinen Fan-Vorteil hatte Laschet auf seiner Seite - er wurde von einem Grüppchen Unions-Sympathisanten begrüßt.

Update vom 29. August, 16.45 Uhr: Kurz vor dem TV-Triell (29. August, 20.15 Uhr) konkretisierte Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) seine Position bei den Kern-Themen für den Wahlkampf-Endspurt. Wie die Welt schreibt, umfasst Laschets Plan fünf Säulen: „Klimaneutrales Industrieland (soziale Energiewende als Motor für Klimaschutz)“, „Digitale Modernisierung von Staat und Wirtschaft“, „Entlastung der gesellschaftlichen Mitte (Familie und Bildung)“, „Stärkung der wirtschaftlichen Mitte (Mittelstand)“ sowie „Sicherheit (Innen und Außen)“. Aus Parteikreisen wurden der Nachrichtenagentur dpa die Kernthemen bestätigt.

Im Vorfeld des TV-Triells erhöhte sich der Druck auf den Kanzlerkandidaten der Union. Laschets Fraktion kommt nach einer INSA-Umfrage aktuell nur noch auf 21 Prozent. Olaf Scholz und seine SPD enteilen der Union mit 24 Prozent der Stimmen.

Erstmeldung vom 29. August, 13.30 Uhr: Berlin - Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal treten am Sonntagabend (29. August) ab 20.15 Uhr im Fernsehen drei statt zwei Kanzlerkandidaten gegeneinander an. Vier Wochen vor der Bundestagswahl* werden CDU-Chef Armin Laschet, Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sowie die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock in Berlin bei einer Live-Sendung der Sender RTL und ntv knapp zwei Stunden lang in einem TV-Triell* befragt.

TV-Triell am Sonntag (29. August): Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) steht unter Druck

Das Moderatoren-Team beim TV-Dreikampf der Kanzlerkandidaten* besteht aus Ex-„Tagesthemen“-Moderatorin und RTL-Neuzugang Pinar Atalay und dem RTL-Nachrichtensprecher Peter Kloeppel. Im September werden ARD und ZDF und daraufhin noch einmal die Fernsehsender ProSieben, Sat.1 und Kabeleins, die zu einer Gruppe gehören, mit eigenen TV-Triellen folgen.

Vor dem Triell am Sonntag steht insbesondere Armin Laschet* zunehmend unter Druck. Die Union ist in Umfragen* abgestürzt, teils lag sie zuletzt sogar knapp hinter der SPD. Auch die Beliebtheitswerte des CDU-Chefs sind im Keller. Sie liegen weit hinter jenen von SPD-Kanzlerkandidat Scholz. Im Interview mit der Bild am Sonntag legt CSU-Chef Markus Söder noch einen drauf: „In der aktuellen Situation müssen wir wohl etwas kleinere Brötchen backen. Jetzt kommt es darauf an, dass wir überhaupt noch vor der SPD und den Grünen liegen, und das am besten deutlich.“

Das Rennen ums Kanzleramt ist noch völlig offen. Gerade deshalb schreiben viele Experten den TV-Triellen eine große Bedeutung zu. (Das Kanzler-Rennen wird noch mal spannend. In unserem neuen Politik-Newsletter gibt es stets alle Neuigkeiten zur Bundestagswahl.)

TV-Triell: Laschet unter Druck – CDU-Chef will Unterschiede zu Rot-Grün aufzeigen

„Da die Anzahl der Briefwähler* deutlich steigt, ist es potenziell möglich, nach der Sendung gleich zu wählen. Das erhöht die Wirkung der Trielle“, sagte Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte von der Universität Duisburg-Essen der Deutschen Presse-Agentur. Auch innerhalb der Union ist man sich der Bedeutung der Trielle bewusst. „Sie werden bei dieser Wahl den Ausschlag geben“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt dem Donaukurier. „Jeder kann dort den direkten Vergleich der Kandidaten sehen. Ich gehe davon aus, dass Armin Laschet diese Chance nutzt und deutlich macht, dass er der richtige Bundeskanzler für Deutschland ist.“

Am Sonntag (29. August) steht das erste TV-Triell der Kanzlerkandidaten vor der Bundestagswahl an. (Fotomontage)

Laschet* selbst zeigte sich im Vorfeld des ersten TV-Triells ebenfalls kämpferisch. Er werde sichtbar machen, für was die Union stehe und „wo die Unterschiede sind zu Rot-Grün“, kündigte der CDU-Vorsitzende am Samstag (28. August) beim Bundesdelegiertentag der Frauen Union der CDU an. „Ich bin sicher, wenn wir das jetzt allen unseren Mitgliedern vermitteln, dann haben wir auch die Chance, bei der Bundestagswahl auf Platz eins zu liegen und damit auch die künftige Bundesregierung zu stellen“, so Laschet.

TV-Triell: Scholz der Umfrage-Gewinner – SPD-Kanzlerkandidat nennt unabdingbare Punkte

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz* befand sich laut den Umfragen der letzten Wochen zuletzt in einem deutlichen Aufschwung. Im Vorfeld des TV-Triells schloss er eine Koalition mit der Linken erneut nicht ausdrücklich aus. „Die Erfahrung zeigt, dass nach der Absage an eine Koalition die Frage nach der nächsten folgt“, erklärte der aktuelle Vizekanzler der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Mit Blick auf die Bundestagswahl seien für ihn einige Punkte unabdingbar. „Jede Regierung in Deutschland muss sich ganz klar zur transatlantischen Partnerschaft bekennen, zur Mitgliedschaft in der Nato und zu einer starken und souveränen Europäischen Union. Dazu, dass wir solide mit dem Geld umgehen und dass die Wirtschaft wachsen muss. Und dass die Sicherheit im Inneren gewährleistet wird“, stellte Scholz* klar.

TV-Triell: Habeck sieht große Chance für Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock* ließ hingegen Zweifel erkennen, ob es zu einer gemeinsamen Regierung mit der Linken kommen kann. „Die Linkspartei hat am Mittwoch im Bundestag zu meinem Entsetzen noch einmal verdeutlicht, dass sie außenpolitisch nicht handlungsfähig ist“, sagte sie der Neuen Osnabrücker Zeitung. Bei der Abstimmung über das Evakuierungs-Mandat der Bundeswehr für Afghanistan hatte sich die Linksfraktion mehrheitlich enthalten, es gab aber auch Ja- und Nein-Stimmen. „Einem Bundeswehr-Mandat die Unterstützung zu verweigern, obwohl es um die Rettung von Menschen in höchster Not geht - mit einem solchen Agieren ist die Linke dabei, sich selbst auszuschließen“, sagte Baerbock nun.

Grünen-Co-Chef Robert Habeck rechnet damit, dass Baerbock bei dem TV-Triell Boden gut machen kann. „Sowohl Olaf Scholz als auch Armin Laschet wollen die Ära Merkel im politischen Habitus verlängern. Tunlichst keine Antworten geben, Politik möglichst entpolitisieren“, sagte er der Welt am Sonntag. Das passe nicht zur gesellschaftlichen Stimmung, die von großer Unruhe und Orientierungslosigkeit geprägt sei. „Gerade in den TV-Triellen wird Annalena Baerbock deshalb mit ihrer Schlagfertigkeit und ihrer Energie punkten können“, ist sich Habeck sicher. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Malte Ossowski/SVEN SIMON via www.imago-images.de

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