Syrien: Gewalt vor Friedensgesprächen geht weiter

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Ein zerstörtes Wagen nach dem blutigen Anschlag im syrischen Homs. Foto: epa/SANA

Am Freitag soll der Anfang vom Ende des blutigen syrischen Bürgerkriegs eingeläutet werden. Doch vor dem Beginn der Friedensgespräche in Genf sind noch Fragen offen. Im Land selbst geht die Gewalt weiter.

Homs (dpa) - Vor dem geplanten Start der Syrien-Friedensgespräche in Genf geht die Gewalt in dem Bürgerkriegsland unvermindert weiter. Bei zwei Anschlägen in einem von Regierungsanhängern bewohnten Viertel der zentralsyrischen Stadt Homs starben mindestens 19 Menschen.

Mehr als 100 wurden der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge bei den zwei Explosionen an einem Kontrollpunkt verletzt. In einer zunächst nicht verifizierbaren Botschaft bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu der Tat. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach sogar von 29 Toten - darunter 15 Soldaten und mehrere Zivilisten.

Am Freitag sollen die lange erwarteten Friedensverhandlungen für das Land starten. Bislang aber ist noch immer nicht klar, welche Oppositionsvertreter nach Genf reisen dürfen. Umstritten war insbesondere die Beteiligung radikal-islamischer Gruppen. Einen Konflikt gibt es auch um eine Teilnahme der Kurden-Partei PYD, des syrischen Ablegers der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Moskau möchte, dass sie am Verhandlungstisch sitzt.

Russland bekräftigte am Dienstag seine Forderung, die syrischen Kurden an den Gesprächen zu beteiligen. "Diese Gruppe nicht einzuladen, wäre der größte Fehler", sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Die Kurden machten rund 15 Prozent der syrischen Bevölkerung aus, sagte er. Daher könne ohne sie kein akzeptables Ergebnis bei den Verhandlungen herauskommen. Am Nachmittag wollte ein von Oppositionsgruppen gebildetes Komitee in Riad zusammenkommen, um über eine gemeinsame Position im Streit zu beraten.

Internationale Hilfsorganisationen forderten die Teilnehmer in Genf angesichts der katastrophalen humanitären Lage dazu auf, alles für eine politische Lösung zu tun. "Das Leid in Syrien ist immens", sagte der UN-Hilfekoordinator für Syrien Yacoub El Hillo. "Doch was wir sehen, ist ein völliges politisches Versagen. Die Syrer können nicht länger die Kosten dieses politischen Versagens tragen." 60 Prozent der Bevölkerung lebe infolge des Krieges in bitterer Armut. 4,5 Millionen Notleidende seien in Kampfgebieten für humanitäre Helfer nicht erreichbar.

Im Süden des Bürgerkriegslandes zeigte die russische Luftunterstützung für die Regimetruppen derweil Wirkung: Die Kämpfer eroberten die strategisch bedeutende Stadt Scheich Maskin nach heftigen Gefechten von Rebellen zurück. In den vergangenen Tagen konnten die regierungstreuen Einheiten vor allem Erfolge nahe dem Kernland des Regimes im Nordwesten des Landes erzielen.

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