Bürgerkrieg

Syrien: Assads Luftwaffe setzte Chemie-Waffen ein - neue erschreckende Gewissheit nach Untersuchung

Die Sonne geht in Damaskus unter und färbt den Himmel über den Hochhäusern der Stadt und einem angrenzenden Berg gelb während Vögel am Himmel fliegen.
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Die syrische Luftwaffe soll 2018 einen Chlorgasanschlag verübt haben.

Nach einer Untersuchung der OPCW, soll die syrische Luftwaffe im Februar 2018 einen Chlorgasangriff verübt haben.

Den Haag - Die syrische Luftwaffe hat nach Erkenntnissen internationaler Experten vor drei Jahren in der Stadt Sarakib  einen Chlorgasangriff verübt. Zu diesem Ergebnis kam die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in einer inzwischen abgeschlossenen Untersuchung, wie sie am Montag in Den Haag mitteilte. Aus einem Armeehubschrauber wurde demnach am 4. Februar 2018 über dem Ort Sarakib in der Provinz Idlib ein Zylinder mit Chlorgas abgeworfen. Der sei aufgebrochen, und das Gas habe sich über eine große Fläche verbreitet. Zwölf Personen seien verletzt worden. In Syrien herrscht seit März 2011 ein anhaltender Bürgerkrieg*.

Die Expert:innen hatten unter anderem Dokumente, Satellitenaufnahmen und Bodenproben analysiert. Sie hatten auch Augenzeugen und weitere Expert:innen befragt. Die Untersuchung hält nun fest, dass es „fundierte Gründe“ für die Schlussfolgerung gibt, dass die „Tiger Forces“ der syrischen Luftwaffe dafür verantwortlich gewesen seien. Die OPCW hatte bereits 2018 festgestellt, dass Chlorgas eingesetzt worden war. Ungeachtet des heftigen Widerstands von Syrien und seiner Verbündeten, darunter Russland*, hatte die Mehrheit der OPCW-Mitgliedstaaten die Organisation im Jahr 2018 damit beauftragt, bei ihren Untersuchungen zum mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg* nach Möglichkeit die Urheber solcher Angriffe zu benennen. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Team im ersten Bericht die syrische Armee für drei andere Giftgasangriffe verantwortlich gemacht. Bisher hatte die syrische Regierung diese Vorwürfe zurückgewiesen.

Chemiewaffenangriff: Syrien seit 2013 Teil des Chemiewaffenübereinkommens

Die syrische Regierungsarmee hat sich über die Jahre hinweg immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert gesehen, diese international geächteten Kampfstoffe einzusetzen. Die Assad-Regierung dementiert den Einsatz von Chemiewaffen. Sie versichert, alle ihre chemischen Kampfstoffe gemäß eines 2013 geschlossenen Abkommens unter internationaler Aufsicht eingelagert zu haben. Syrien wie Russland gehören der OPCW an.

Die Organisation überwacht das Chemiewaffenübereinkommen aus dem Jahr 1993. Dies ist ein völkerrechtlicher Abrüstungs- und Rüstungskontrollvertrag, der das Ziel hat weltweit chemische Waffen zu verbieten. Zudem sollen vorhandenen Chemiewaffenbestände vernichtet werden. Das Abkommen hat zudem ein Melde- und Inspektionssystem für Produktion, Verarbeitung, Verbrauch und den Handel mit Chemikalien, die für die Herstellung chemischer Waffen verwendet werden können, heißt es auf der Seite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Nicht unterzeichnet und ratifiziert haben den Vertrag Ägypten, Nordkorea* und der Südsudan. (dp/dpa/afp)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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