Gesellschaft

Steinmeier ruft zu würdevollem Umgang mit alten Menschen auf

Frank-Walter Steinmeier
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„Ich möchte ein Land, in dem wir uns alle gleichberechtigt begegnen, über soziale Grenzen, auch Generationengrenzen hinweg“: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Anstand und Herzenswärme einer Gesellschaft zeigen sich nach Einschätzung des Bundespräsidenten an ihrem Umgang mit der älteren Generation. In Zeiten von Pandemie und Krieg keine leichte Aufgabe.

Berlin - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu einem würdevollen Umgang mit alten Menschen in Deutschland aufgerufen. „Ob wir in unserer Gesellschaft über Anstand und Herzenswärme verfügen, ob wir solidarisch sind, das zeigt sich daran, wie wir mit der älteren Generation umgehen“, sagte er in einem Videogrußwort beim Festakt 60 Jahre Kuratorium Deutsche Altershilfe.

Er wolle sich kein Land vorstellen, in dem die alte Generation abgedrängt werde. „Es wäre ein Land ohne Wärme, ein Land ohne Erfahrung, ein Land ohne Gedächtnis – ein Land ohne Würde.“ Steinmeier sagte weiter: „Ich möchte vielmehr ein Land, in dem wir uns alle gleichberechtigt begegnen, über soziale Grenzen, auch Generationengrenzen hinweg; in dem wir uns begegnen und erleben können, dass wir zusammengehören.“

Die ältere Generation nicht alleine zu lassen, nicht zuzulassen, dass sie vereinsame – darum sei es in den zurückliegenden Wintern der Pandemie gegangen. „Und darum wird es auch gehen, wenn alte Menschen in diesem Winter die Auswirkungen von Russlands Krieg in der Ukraine bei Strom- und Heizungskosten zu spüren bekommen.“

Froh über Initiativen

Wenn er höre, dass alte Menschen über Wochen und Monate gar keine Kontakte hätten oder die einzigen Kontakte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegedienstes seien, die aber auch keine Zeit für längere Gespräche hätten, dann berühre ihn das zutiefst, sagte Steinmeier. „Und ich bin froh, dass es bereits Initiativen gibt, die sich darum kümmern, die Isolation alter Menschen zu durchbrechen, vom Besuchsdienst bis hin zu organisierten Telefongesprächen.“

Der Bundespräsident dankte dem Kuratorium Deutsche Altershilfe für dessen „jahrzehntelange unermüdliche Arbeit“. Er ermutigte die vom Bundespräsidentenpaar Wilhelmine und Heinrich Lübke gegründete Organisation, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen. „Ihre Arbeit bleibt wichtig. Denn was Sie tun, ist von einer tiefen Erkenntnis geprägt: Die Würde der älteren Generation ist eine Frage der Würde unserer Gesellschaft insgesamt“, sagte Steinmeier. dpa

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