Umstrittene Kontakte in rechte Szene

Saarland-AfD trifft sich trotz Auflösung zum Parteitag

Völklingen - Die AfD-Spitze hat den Saar-Verband wegen angeblicher Kontakte der Landesführung zu Rechtsradikalen aufgelöst. Trotzdem findet am Wochenende der Parteitag statt.

Im Konflikt mit der Bundespartei sucht der umstrittene Landesvorstand der saarländischen AfD die Rückendeckung seiner Anhänger. Der wegen angeblicher Kontakte zu Rechtsradikalen in der Kritik stehende Landesvorsitzende Josef Dörr und sein Stellvertreter Lutz Hecker wollen bei einem Landesparteitag am Sonntag (17.4.) in Völklingen eine Art Vertrauensfrage stellen, wie Landesparteisprecher Rudolf Müller sagte.

Die Bundesspitze der Partei hatte den rund 320 Mitglieder starken Saar-Verband im März aufgelöst und gegen Dörr und Hecker ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet. Beide wandten sich an das AfD-Bundesschiedsgericht, das zu Wochenbeginn entschied, die Klage habe „aufschiebende Wirkung“. Ein Bundesparteitag muss nun voraussichtlich darüber entscheiden, ob die Sache weiterverfolgt wird.

Umstritten sind Kontakte von Dörr und Hecker zu rheinland-pfälzischen Rechtsradikalen, über die das Magazin „Stern“ berichtet hatte. Es gehe um Kontakte „in ein Milieu, das der AfD nicht zugehörig sein kann. Und es kann nicht sein, dass ein Mini-Landesverband mit einigen Akteuren versucht, die ganze Partei am Gängelband zu führen“, sagte AfD-Chefin Frauke Petry dem „Stern“. Dörr und seine Mitstreiter weisen die Vorwürfe zurück.

dpa

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