Diktatorensohn gewinnt

Proteste nach Präsidentenwahl auf den Philippinen

Präsidentschaftswahl
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Ein Demonstrant protestiert gegen das Wahlergebnis auf den Philippinen.

Jahrzehnte nach dem Sturz des Marcos-Regimes wird der Sohn des einstigen Diktators wohl der neue Präsident. Menschenrechtsaktivisten und Studenten protestieren gegen angeblichen Wahlbetrug.

Manila - Nach der Präsidentenwahl auf den Philippinen haben Hunderte Menschenrechtsaktivisten und Studenten vor dem Büro der Wahlkommission in Manila demonstriert.

Sie warfen der Behörde Wahlbetrug vor und wollen den nach einer inoffiziellen Auszählung erwarteten Sieg von Diktatorensohn Ferdinand „Bongbong“ Marcos Jr. nicht anerkennen. Bei der Abstimmung am Montag hatten Beobachtern zufolge Tausende Bürger aufgrund von Fehlfunktionen der Stimmenzählmaschinen nicht wählen konnten.

In einigen Bezirken harrten Wähler die ganze Nacht vor den Wahllokalen aus, um auf eine Reparatur oder Ersatz zu warten - meist vergeblich. Die Wahlkommission (Comelec) lehnte Forderungen nach einer Verlängerung der Abstimmung aber ab und betonte, die Zahl der defekten betroffenen Maschinen sei sehr gering.

Die Protestler trugen Plakate, auf denen es unter anderem hieß: „Comelec, inkompetent, strafrechtlich verfolgen!“ und „Kampf gegen Wahlbetrug“. Viele skandierten: „Das Volk, die Nation leisten jetzt Widerstand.“ Die Polizei griff ein und löste die Kundgebung auf.

Offizielles Ergebnis noch nicht in dieser Woche

Bei der Wahl bekam Marcos Jr. nach einer inoffiziellen Auszählung fast doppelt so viele Stimmen wie seine schärfste Konkurrentin, die Oppositionsführerin Leni Robredo. Offizielle Ergebnisse kann aber nur der Kongress (bestehend aus Senat und Abgeordnetenhaus) verkünden. Dies wird erst in einigen Wochen erwartet.

Es gilt aber als so gut wie sicher, dass die umstrittene Marcos-Dynastie 36 Jahre nach ihrer Vertreibung aus dem Inselstaat nun wieder an die Macht kommt. Das Marcos-Regime unter Ferdinand (1917-1989) und seiner für ihren Schuhtick bekannten Frau Imelda (heute 92) machte einst mit Mord, Kleptokratie und dem spurlosen Verschwinden politischer Gegner von sich reden. Die beiden sollen auch Milliardensummen aus der Staatskasse abgezweigt haben.

Vize-Präsidentin wird den Berechnungen zufolge Sara Duterte-Carpio, die Tochter des scheidenden Präsidenten Rodrigo Duterte, der wegen seines harten Kampfes gegen Drogenkriminalität international am Pranger steht. „Die beiden repräsentieren die schlimmste Art traditioneller Politik und Regierungsführung in der Geschichte unserer Nation“, teilte die Menschenrechtsgruppe Karapatan mit. dpa

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