Sturz von Mahmud Abbas geplant?

Palästinenser prüfen Putsch-Vorwürfe gegen Hamas

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Ramallah - Mehr als 90 Mitglieder der radikalen Hamas sollen in den vergangenen Monaten festgenommen worden sein. Der Verdacht: Sie planten einen Umsturz im Westjordanland.

Die palästinensische Autonomiebehörde will israelische Angaben prüfen, denen zufolge die radikal-islamische Hamas im Westjordanland einen Umsturz geplant haben soll. Dies verlautete am Dienstag aus palästinensischen Sicherheitskreisen in Ramallah.

Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet hatte am Montag mitgeteilt, mehr als 90 Hamas-Mitglieder seien in den vergangenen Monaten festgenommen worden. Sie seien in verschiedenen Zellen im Westjordanland aktiv gewesen und hätten einen Sturz des gemäßigten Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas geplant. Es seien auch Waffen gefunden worden. Schin Bet wirft den Festgenommenen auch vor, sie hätten versucht, einen neuen Palästinenseraufstand gegen Israel in Gang zu bringen.

Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa sprach Abbas von „sehr schwerwiegenden Auswirkungen“, sollten die Vorwürfe sich bewahrheiten. Dies würde „die Einheit und die Zukunft des palästinensischen Volkes bedrohen“, sagte Abbas den Angaben zufolge.

Die Hamas hatte 2007 nach einem blutigen Bruderkrieg gewaltsam die Kontrolle im Gazastreifen übernommen. Seitdem herrschte die Fatah nur noch im Westjordanland. Nach einer Versöhnung bildeten die beiden größten Palästinenserorganisationen Anfang Juni eine Einheitsregierung aus Experten.

dpa

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