Festnahme

Spionage-Vorwurf: Nordkorea hält zwei Südkoreaner fest

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un.

Seoul - Immer wieder werden in Nordkorea Ausländer festgenommen und wegen angeblicher Spionage angeklagt. Die meisten von ihnen sind entweder Südkoreaner oder Amerikaner. Für Aufsehen sorgt nun ein neuer Fall.

Die Festnahme zweier Südkoreaner in Nordkorea wegen angeblicher Spionage belastet die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Staaten. Die nordkoreanischen Staatsmedien zeigten am Freitag Videos mit den beiden Männern, auf denen sie von ihren angeblichen Spionagetätigkeiten für den südkoreanischen Geheimdienst erzählten. Beide waren vergangenes Jahr festgenommen worden. Südkorea bestätigte ihre Identität und verlangte die sofortige Freilassung.

Nordkorea hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Südkoreaner, Amerikaner und andere Ausländer wegen des Vorwurfs „feindseliger Handlungen“ oder der Spionage festgehalten. 2014 wurde ein Missionar aus Südkorea wegen Spionage und staatsfeindlicher religiöser Umtriebe zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt.

In dem neuen Vorfall wirft Nordkorea den beiden Männern vor, geheime Informationen über die Partei, die Staatsführung und das Militär des Landes gesammelt und zudem Falschgeld verbreitet zu haben. Sie hätten von Stützpunkten im grenznahen chinesischen Dandong aus im Auftrag Südkoreas und mit Unterstützung der USA gehandelt, hieß es. Sie hätten „eifrig an einer gegen Nordkorea gerichteten Schmierkampagne der US-Imperialisten und der Marionettengruppe der Verräter teilgenommen“, um das Land zu isolieren. Als Marionettengruppe bezeichnet Nordkorea in der Regel die Regierung in Seoul.

Südkoreas Vereinigungsministerium warf dem weithin isolierten Regime im Nachbarland vor, die Männer grundlos zu beschuldigen. Die Spionagevorwürfe seien haltlos. Nordkorea solle ihre Sicherheit garantieren und ihnen Kontakt zu einem Anwalt gewähren. Nordkorea hatte die beiden, Kim Guk Gi und Choe Chun Gil, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Volkskulturpalast in Pjöngjang vorgeführt.

Choe soll bei einem illegalen Besuch des Landes festgenommen worden sein. Unter welchen Umständen Kim gefasst wurde, blieb unklar. Ihm wurde vorgeworfen, als Leiter einer Untergrundkirche in Dandong religiöse Propaganda gegen Nordkorea verbreitet und einen Agentenring aufgebaut zu haben. In der Grenzstadt leben viele ethnische Koreaner.

dpa

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