Nach Böhmermann-Affäre

Niederlande: Außenminister mahnt bei Umgang mit Türkei zur Vorsicht

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Den Haag -  Es gebe "keine Garantien" für Niederländer, die sich etwa in sozialen Netzwerken kritisch zur türkischen Führung geäußert hätten und dann in die Türkei reisten.

Vor dem Hintergrund der Debatte um Meinungsfreiheit in der Türkei hat der niederländische Außenminister Bert Koenders seine Landsleute zur Vorsicht gemahnt. Es gebe "keine Garantien" für Niederländer, die sich etwa in sozialen Netzwerken kritisch zur türkischen Führung geäußert hätten und dann in die Türkei reisten, sagte Koenders bei einer Parlamentsdebatte am Dienstag.

Er äußerte sich dabei auch zu der in der Türkei festsitzenden niederländischen Journalistin Ebru Umar. "Wir hatten gerade einen Fall, der exakt zeigt, was passieren kann", sagte Koenders dazu. Die Journalistin türkischer Abstammung war am Wochenende wegen kritischer Äußerungen über Präsident Recep Tayyip Erdogan in der Türkei festgenommen und stundenlang verhört worden. Am Sonntag kam sie wieder frei, sie darf bislang das Land aber nicht verlassen.

Koenders warnt auch Türkei vor weiteren Repressalien

Die niederländische Regierung arbeite daran, dass Umar bald nach Hause zurückkehren könne, sagte der niederländische Chefdiplomat. Er könne aber nicht für die Sicherheit der eigenen Staatsbürger garantieren, sollten sie sich kritisch äußern. Zugleich warnte er die Türkei vor weiteren Repressalien. Wer näher an die EU heranrücken wolle, könne nicht derart "mit den Medien und der Pressefreiheit umgehen".

Die Journalistin Umar bedankte sich unterdessen am Mittwoch für die Unterstützung, die ihr zuteil geworden sei. Sie muss sich derzeit zwei Mal wöchentlich bei der Polizei melden. Das Vorgehen der türkischen Führung gegen Kritiker und Journalisten, darunter auch im Ausland, hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt. So geht Erdogan etwa juristisch wegen eines "Schmähgedichts" gegen den ZDF-Moderator und Satiriker Jan Böhmermann vor.

afp


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