Erstmals seit Waffenruhe

Nahostkonflikt: Israel fliegt Luftangriffe auf Gazastreifen - Mehr als 30 Verletzte bei „Flaggenmarsch“

Palästinenser gehen bei einer Demonstration in Gaza-Stadt gegen den umstrittenen Flaggenmarsch in Jerusalem mit palästinensischen Flaggen durch eine Straße.
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Palästinenser gehen bei einer Demonstration gegen den umstrittenen Flaggenmarsch in Jerusalem mit palästinensischen Flaggen durch eine Straße.

Israel hat wieder Ziele im Gazastreifen angegriffen - als Reaktion auf Brandballons. Die wiederum galten als Protest der Palästinenser gegen den „Flaggenmarsch“.

Gaza/Jerusalem - Israel hat in der Nacht zum Mittwoch wieder Luftangriffe im Gazastreifen geflogen. Die israelische Armee reagierte damit nach eigenen Angaben auf Attacken mit Brandballons aus dem Palästinensergebiet.

Bei Protesten gegen den sogenannten Flaggenmarsch in Jerusalem hatten Demonstranten am Dienstag an Ballons befestigte Brandsätze in den Süden Israels fliegen lassen, die dort nach Angaben der israelischen Feuerwehr mindestens 20 Brände verursachten. Als Vergeltung flog die israelische Luftwaffe nach Armeeangaben in der Nacht Angriffe im Gazastreifen. Beschossen wurden demnach Militärgelände und Treffpunkte der radikalislamischen Hamas in der Stadt Chan Junis.

Bei dem Flaggenmarsch zogen am Dienstag laut dpa rund 5000 israelische Nationalisten durch Jerusalem. Unterstützer von Ex-Ministerpräsident Benjamin Netanjahu* hatten den Marsch der Nationalisten organisiert. Dieser setzte die neue Regierung von Regierungschef Naftali Bennett von der ultrarechten Jamina-Partei unter Druck.

Die Route führte auch durch das muslimische Viertel der Jerusalemer Altstadt, was Palästinenser als besondere Provokation empfanden. Vor dem Marsch waren im Süden Israels mehrere Felder niedergebrannt worden. Die israelische Feuerwehr äußerte die Vermutung, dass die Feuer durch Brandballons aus dem Gazastreifen ausgelöst wurden. Militante Palästinenser lassen immer wieder solche mit Spreng- und Brandsätzen beladenen Ballons über die Grenze nach Israel* fliegen, um dort Schäden zu verursachen.

Nahost-Konflikt: Mehr als 30 Verletzte bei „Flaggenmarsch“ in Jerusalem

Tausende Polizisten waren laut AFP bei dem Flaggenmarsch im Einsatz, um Ausschreitungen zu unterbinden. Mehr als 30 Palästinenser wurden nach Angaben von Rettungskräften verletzt. Der „Flaggenmarsch“ galt als erste Bewährungsprobe für die neue israelische Regierung*. Teilnehmer der Demonstration schwenkten die israelische Fahne und sangen Hymnen der israelischen Siedlerbewegung in den besetzten Gebieten.

Israel hatte sich im vergangenen Monat einen elftägigen Konflikt mit militanten Palästinensern im Gazastreifen geliefert. Dabei wurden in Israel nach Behördenangaben 13 Menschen getötet, in Gaza starben palästinensischen Darstellungen zufolge 255 Menschen.

Ägypten vermittelte schließlich eine Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas, die am 21. Mai in Kraft trat. Der „Flaggenmarsch“ anlässlich des sogenannten Jerusalem-Tags war ursprünglich am 10. Mai geplant gewesen und wegen der Raketenangriffe der Hamas abgebrochen worden.* (AFP/dpa/frs) Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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