Entwicklungsminister schlägt Alarm

Müller: Zehntausenden Flüchtlingen droht der Tod

Berlin - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat mit Blick auf den bevorstehenden Winter deutlich mehr EU-Hilfe für Flüchtlinge in den Konfliktgebieten Irak und Syrien gefordert.

"Wenn wir die Hilfe nicht verstärken, werden es Zehntausende nicht schaffen und sterben", sagte Müller am Rande seiner Visite im Nordirak der "Passauer Neuen Presse" vom Donnerstag. "Die Europäische Union muss jetzt handeln. Wir brauchen eine Sondermilliarde aus bestehenden Töpfen zur Linderung des Leids der Flüchtlinge."

Bei seinem Besuch in der irakischen Kurdenmetropole Erbil sagte Müller eine Aufstockung der deutschen Unterstützungsleistungen zu. Deutschland stelle zusätzlich 170 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe bereit, wovon ein Großteil nach Irak und Syrien gehe. "Wir werden bis an die Grenzen dessen gehen, was unser Haushalt hergibt."

Müller nannte es beschämend, dass sich bislang "kein einziger Krisengipfel" der zahlreichen Flüchtlinge in der Region angenommen habe. Im Irak sind hunderttausende Menschen auf der Flucht vor der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS). Der Bürgerkrieg in Syrien hat seit dem Frühjahr 2011 mehrere Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben.

AFP

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