Umstrittenes Interview

Ministerin äußert sich zu Homo-Ehe und wird scharf attackiert - AfD beglückwunscht sie

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Vorstellung OECD-Bericht 2018

Bildungsministerin Anja Karliczek hat sich in einem Interview zur Ehe für alle geäußert. Danach gibt es scharfe Kritik von der Opposition - Karliczeks Ansichten seien „hinterwäldlerisch“.

Update vom Donnerstag, 21. November, 17.20 Uhr: AfD lobt Karliczek für Aussagen zu Ehe für alle

Die AfD hat Bildungsministerin Anja Karliczek für ihre Aussagen zur Ehe für alle gelobt. Die CDU-Politikerin habe es gewagt, Zweifel am Institut der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und am Adoptionsrecht für Homosexuelle zu säen, sagte der Abgeordnete Götz Frömming am Donnerstag während der Haushaltsdebatte im Bundestag. „Frau Ministerin, wir finden das sehr mutig, wir dürfen sie zu diesem Mut beglückwünschen.“ Karliczek hatte in einem n-tv-Interview gesagt, sie halte die Einführung der Ehe für alle „so wie wir es gemacht haben“ für falsch. Sie finde es sinnvoll, wissenschaftlich zu untersuchen, welche Auswirkungen es auf Kinder habe, in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufzuwachsen.

Dabei gehe es ihr nicht darum, ob die Kinder glücklich und gut erzogen seien. „Es geht um etwas grundsätzlich anderes“, sagte Karliczek. „So lange Kinder diskriminiert werden in Schulen und gemobbt werden, so lange haben wir ein Problem.“ Sie glaube außerdem, dass Frauen und Männer unterschiedlichen Einfluss auf Kinder hätten. „Wir verschieben eine ganze Gesellschaft und reden da nicht richtig drüber“, kritisierte sie.

Ursprüngliche Meldung: Bildungsministerin Karliczek wird für Aussagen zu Ehe für alle attackiert

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat sich in einem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv für eine Langzeitstudie zur Frage ausgesprochen, welche Auswirkungen gleichgeschlechtliche Elternschaft auf Kinder hat. Es gehe um die Frage: "Ändert es grundsätzlich etwas?". Zugleich kritisierte sie, die Homo-Ehe sei überstürzt eingeführt worden.

Politiker von Grünen und Linken haben die Bildungsministerin für diese Äußerungen scharf kritisiert. Die Linken-Abgeordnete Doris Achelwilm sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass Karliczek die Lebensbedingungen von Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern nicht ausreichend erforscht sehe, sei "ärgerliche Realitätsverweigerung". Karliczek kleide "Vorurteile in unsachgemäße Scheinargumente".

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Gesellschaft und Wissenschaft würden ausreichend Belege liefern, dass es Kindern aus sogenannten Regenbogenfamilien nicht schlechter gehe als anderen. Auch Karliczeks Aussage, dass die Einführung der Homo-Ehe nicht ausreichend gesellschaftlich debattiert worden sei, sei "diskriminierender Unsinn", sagte Achelwilm. "Die 'Ehe für alle' konnte 2017 im Bundestag deswegen beschlossen werden, weil die Mehrheit der Bevölkerung längst dafür war."

Widerspruch auch von der Familienministerin

Der Grünen-Abgeordnete Sven Lehmann warf der Ministerin eine "hinterwäldlerische Haltung" vor. Karliczek habe "offenbar die letzten Jahrzehnte geschlafen", sagte Lehmann den Funke-Zeitungen. Es gebe zahlreiche Studien über Kinder gleichgeschlechtlicher Elternpaare.

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Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) wies Karliczeks Äußerungen zurück. "Schon heute belegen Studien, dass sich Kinder in homosexuellen Partnerschaften genauso gut entwickeln wie in Familien mit Mutter und Vater", sagte Giffey den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Donnerstagsausgaben). "Was zählt, ist, dass sich Menschen liebevoll um ihre Kinder kümmern. Kinder brauchen ein gutes Familienklima und gute Beziehungen zu denen, die für sie sorgen."

afp

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