Germanwings-Absturz

Drastisch: Herrmann fordert Berufsverbot für Depressive

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Joachim Herrmann.

München - Nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine im März in den französischen Alpen halten Politiker drastische Konsequenzen für denkbar: Bayerns Innenminister Herrmann regt ein Berufsverbot für Depressive an.

Allerdings nur unter der Voraussetzung einer "sorgfältigen, medizinischen Begutachtung", wie Joachim Herrmann (CSU) nach Medienberichten dem "Focus" sagte. Wenn diese Begutachtung zu dem Ergebnis komme, "dass etwa ein Pilot, ein Busfahrer oder ein Taxifahrer dauerhaft nicht mehr geeignet ist, Menschen oder sonstige Güter zu transportieren, ohne dass Gefahr für Leib und Leben anderer besteht, dann kann solchen Personen auch der Führerschein beziehungsweise die Lizenz entzogen werden", sagte Herrmann.

Auch SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach hält ein Berufsverbot für Depressive unter Umständen für gerechtfertigt: "Wenn etwa eine gefährliche Depression klar diagnostiziert wird und sich der Patient einer Behandlung verweigert, wäre ein Berufsverbot die letzte Konsequenz."

Psychiater fürchten eine Stigmatisierung depressiver Menschen. Die öffentliche Diskussion nach dem vom Copiloten mutmaßlich absichtlich herbeigeführten Flugzeug-Absturz vermittele den Eindruck, dass von psychischen Erkrankungen Gefahren für die Allgemeinheit ausgingen, kritisierten die Berufsverbände der Psychiater und Nervenärzte bereits Anfang April in einer Stellungnahme.

Der Germanwings-Absturz - eine Chronologie

Germanwings-Absturz: Chronologie der Ereignisse

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