Auftakt der heißen Wahlkampfphase

Merkel greift mit Rede ein - Söder gibt Laschet ein ersehntes Versprechen

Armin Laschet (M.), Kanzlerkandidat der Union, steht zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, auf der Bühne beim zentralen Wahlkampfauftakt von CDU und CSU.
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Armin Laschet (M.), Kanzlerkandidat der Union, steht zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, auf der Bühne beim zentralen Wahlkampfauftakt von CDU und CSU.

Die Union startet am Samstag in die entscheidende Wahlkampfphase. Im Berliner Tempodrom sprechen Laschet, Söder und Merkel. Das soll den Aufwärtstrend in Umfragen einläuten.

  • CDU und CSU leiteten an diesem Samstag die letzten Wahlkampfwochen in Berlin ein.
  • Auch Kanzlerin Angela Merkel hielt eine Rede und versuchte, den Kampfwillen der Union herauszustellen (siehe Updates vom 21. August, 11.40 und 11.48 Uhr).
  • CSU-Chef Söder machte der Union ordentlich Dampf (siehe Updates vom 21. August, 12.05 bis 12.33 Uhr).
  • Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Union, setzte Spitzen gegen seine Gegner, holte aber auch inhaltlich weit aus (siehe Updates vom 21. August, 12.55 Uhr bis 13.28 Uhr).

Update vom 21. August, 13.33 Uhr: Aufbruchsstimmung wollte die Union mit ihrer Wahlkampfveranstaltung an diesem Samstag vermitteln. Dabei hörten die Zuschauer und Anwesenden drei sehr unterschiedliche Reden. Kanzlerin Angela Merkel überraschte damit, dass sie überhaupt bei der Wahlkampfveranstaltung teilnimmt und betonte, wie schön es doch aber sei. Sie ließ auch ein wenig die letzten Jahre Revue passieren (siehe Updates vom 21. August, 11.40 Uhr und 11.48 Uhr). Eine sehr kämpferische Rede hielt im Anschluss Markus Söder. Er kam immer wieder auch auf Armin Laschet zu sprechen und schwor die Union nun auf eine gemeinsame, kraftvolle Schlussphase vor der Bundestagswahl ein (siehe Updates vom 21. August, 12.05 Uhr bis 12.33 Uhr). Kämpferisch musste sich auch Laschet zeigen. Und er versuchte sichtlich, einen energischen Auftritt hinzulegen, doch statt wie Söder mitzureißen, legte Laschet seinen Fokus sehr auf einen inhaltlichen Rundumschlag (siehe Updates vom 21. August, 12.55 Uhr bis 13.28 Uhr).

Standing Ovations für Laschet nach seiner Rede - Merkel, Laschet und Söder gemeinsam auf der Bühne

Update vom 21. August, 13.28 Uhr: Nach einer langen Rede, in der es viel um Inhalte ging (Klimawandel, Sicherheitspolitik, Corona ...) sagt Laschet noch einmal: „Ich werde kämpfen mit allem was ich habe, dass dieses Land nicht von Ideologen übernommen wird.“ Und: „Da werden wir auch die Unterschiede deutlich machen, die zu den anderen bestehen.“ Ein Wunsch, den Söder zuletzt immer wieder äußerte. Am Ende gibt es Standing Ovations für Laschet, der anschließend umringt von Söder und Merkel auf der Bühne steht, tief durchatmet und die Arme in die Höhe reckt.

Update vom 21. August, 13.20 Uhr: Rund um die Corona-Pandemie spricht sich auch Armin Laschet gegen Steuererhöhungen aus. Aber auch: „Schulden versündigen sich an der kommenden Generation, das gehört auch zur Nachhaltigkeit, sorgsam mit dem Geld umzugehen.“

Laschet möchte in Deutschland Industrieland bleiben, trotz der Herausforderungen, die der Klimaschutz mit sich bringe und die es zu bewältigen gelte. Es müsse das Ziel sein, Arbeitsplätze hier zu behalten. „Deutschland ist doch das Land der Erfinder und Tüftler.“

Armin Laschet (v.r.n.l.), Kanzlerkandidat der Union, sitzt neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern beim zentralen Wahlkampfauftakt von CDU und CSU.

CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat Laschet: Klare Ansage an SPD-Kandidat Scholz

Update vom 21. August, 13.10 Uhr: „Wir müssen zur Sicherheit Deutschlands in dieser instabilen Welt unseren Beitrag leisten und dafür sind wir bereit“, ruft Laschet laut in die Mikrofone. „Wer Terror in unserem Land verüben will, hat hier nichts zu suchen“, sagt der CDU-Chef weiter. Ein langer Teil seiner Rede dreht sich um Sicherheitspolitik. Es brauche optimale Ausstattung, etwa für Polizisten; alle gesetzlichen Möglichkeiten müssten genutzt werden; und Polizei und Soldaten bräuchten politische Rückendeckung.

„Wir haben uns auch Schöneres vorgestellt als mit der SPD zu regieren in den letzten Jahren.“ Bezüglich eines zukünftigen Koalitionspartner stellt Laschet klar: Das, was er zuvor zur Sicherheitspolitik ausführte, ginge nicht mit der Linkspartei umzusetzen. Trotzdem philosophierten SPD-Mitglieder von Rot-Rot-Grün. Er verstehe nicht, warum Scholz nicht klar sage, dass er keine Linke in ein mögliches Kabinett berufen würde. Die Union sage das. „Und wir sagen gleichermaßen, mit der AfD verhandeln wir nicht, kooperieren wir nicht.“ Mit den Parteien der demokratischen Mitte wolle man koalieren. „Sagen Sie doch klipp und klar wie die Union, Extreme von links und rechts kommen nicht in Betracht. Dann haben wir Klarheit“, richtet sich Laschet direkt an Scholz.

Laschet redet bei der Union-Wahlkampfveranstaltung: Maas soll sich in Afghanistan etwas einfallen lassen

Update vom 21. August, 13 Uhr: Wie seine Vorredner greift Laschet die Lage in Afghanistan auf - und wendet sich an den deutschen Außenminister Heiko Maas (SPD): Er soll sich „etwas einfallen lassen“, erfindungsreicher sein, um die Lage vor Ort zu bewältigen. Die Schutzsuchenden, „sie haben unsere Rückendeckung verdient“.

Den Rücktritt des Außenministers fordert er aber während des Einsatzes nicht - „keine parteipolitischen Spiele“. „Aber es kann kein Weiter so in der Außen- und Sicherheitspolitik geben.“ Man habe aus der Krise gelernt, in Zukunft müsse es besser gemacht werden. „Jetzt nicht, aber wir werden über den Tag sprechen, was in Zukunft anders laufen muss.“

Update vom 21. August, 12.55 Uhr: Als letzter der drei Hauptredner muss nun Armin Laschet seine Chance nutzen. Während seiner Begrüßung bekommt er demonstrativ viel Applaus aus dem Saal. „In den kommenden 36 Tagen werden wir dafür kämpfen, dass die Union am 26. September stärkste Kraft wird.“ Markus Söder habe zuvor zurecht beschrieben, welche Krisen die Kanzlerin zu bewältigen hatte. „Danke für all dein Engagement und deine Worte am heutigen Tag“, würdigt er Merkel. Und auch zu Söder sagt Laschet: „Wir haben schon mal unterschiedliche Meinungen gehabt, wir haben gerungen“, doch er ist sicher, dass CDU und CSU zusammen viel in den nächsten Jahren bewegen werden.

Laschet betont recht früh in seiner Rede den Team-Gedanken der Union. Aber auch: „Nun haben wir erlebt, dass dieser Wahlkampf anders verläuft, als das Strategen vielleicht planen.“ Er greift dabei die Corona-Pandemie und die Flut in Teilen Deutschlands auf. Gerade bei dem Hochwasser habe er als Regierungschef vor Ort sein müssen: „Erst das Land, dann die Partei.“

Söder vor der Bundestagswahl 2021: „Wir müssen jetzt Führung zeigen“

Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, spricht auf der Bühne beim zentralen Wahlkampfauftakt von CDU und CSU.

Update vom 21. August, 12.33 Uhr: Immer wieder fällt der Name „Armin“, weil Söder den Vornamen von Laschet häufig erwähnt, um Gemeinsamkeiten zu betonen. „Ich weiß auch vom Armin, dass er das im Herzen auch will, deshalb wird es auch kommen“, sagt Söder in seiner Rede beispielsweise mit Blick auf die von der CSU geforderte Mütterrente.

Bezüglich Afghanistan würdigt auch Söder noch einmal den Einsatz der Soldaten. „Der Einsatz war nicht sinnlos, wir haben viel für Sicherheit getan.“ Es sei richtig, dass die Bundesregierung jetzt helfe und viele Ortskräfte nach Deutschland bringe. „Es darf sich nicht wiederholen, dass wir, wie damals in Syrien, versagt haben in der Hilfe vor Ort.“

„Wir müssen jetzt Führung zeigen“, so Söder zum Wahlkampf. Er wolle mit Laschet gut zusammenarbeiten. Die Team-Idee, die aktuell im Gespräch ist, findet er gut, „aber am Ende kommt es wie immer auf den Kanzlerkandidaten an“. Söder weiter: „Wir müssen ihn schützen, vor vielen Angriffen, die jetzt kommen.“ Und: „Lieber Armin, du kannst dich auf meine Unterstützung verlassen. Das ist ernst gemeint.“ Gleich darauf spricht Söder noch einmal sein „Angebot“ an, als er im April gern selbst Kanzlerkandidat werden wollte. Dass es nicht so gekommen ist, habe er akzeptiert.

Söder betont: „Ich will, dass Armin Laschet Kanzler wird und nicht Olaf Scholz oder Annalena Baerbock.“ Sätze, die Laschet angesichts der schlechten Umfragewerte* braucht. „Lasst uns selbstbewusst kämpfen, wir sind doch wer, wir sind die Union!“, betont Söder energisch. „Lasst uns Zähne zeigen, wir haben schöne, wenn ich das sagen darf.“ Natürlich gebe es mit anderen Parteien auch einmal einen Gleichstand. Doch dann höre eine Mannschaft nicht auf.

„Wir wissen was wir tun“: Söder wirbt für CDU und CSU

Update vom 21. August, 12.15 Uhr: „Wir wissen, was wir tun. Wir sind entschlossen für Deutschland, das richtige zu tun“, spricht Söder im Namen der Union direkt in die Kameras zu den Zuschauern. CDU und CSU seien nicht müde, sondern hätten Kraft und Ideen zum Weitermachen.

Söder spricht die Corona-Politik an: „Wir haben unglaublich viele Leben gerettet“, rechtfertigt er das Handeln. Die Lage heute sei eine andere, „fast 60 Prozent vollgeimpft“, so Söder. Er betont noch einmal, dass der Staat die Impfung kostenlos und über niederschwellige Angebote anbietet. „Wir wollen natürlich keine Pflicht, aber wir wollen natürlich vorankommen.“ Zweifach Geimpften könnten die Rechte nicht beschnitten werden. Er wirbt noch einmal für eine Krankenhaus-Ampel. „Einen neuen Lockdown wird es in Deutschland nicht geben.“ Der Wirtschaftsminister habe alles dafür getan, das schnell die Hilfen ausgezahlt werden, doch die „unendlichen bürokratischen Fallstricke“, die es durch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) gegeben haben, hätten für die Hürden bei der Auszahlung gesorgt.

Für die Zukunft wirbt Söder noch einmal für „gezielte Steuersenkungen“ für den Mittelstand, verbittet sich Steuererhöhungen. Zum Bauen sagt er: „Es ist besser, neue Wohnungen zu bauen, als alte zu enteignen.“ Klimaschutz dürfe nicht auf Kosten der Menschen in Deutschland gehen. „Reine Verbote und Zwang allein werden nicht funktionieren. Wir als Union sind die ökologische Mitte.“ Er fragt: „Haben die Grünen denn wirklich neue Konzepte für den Klimaschutz?“ Wenn die Grünen regieren, fällten sie Bäume und bauten Straße wie alle anderen. Das Tempolimit sei eine alte Forderung. „Die Grünen mögen eine Moral haben, aber eher eine doppelte, statt unsere.“

Söder zur Wahlkampfveranstaltung der Union: „Es ist Zeit für klare Worte“

Update vom 21. August, 12.05 Uhr: Markus Söder möchte zu beginn ehrlich sein: „Es ist knapp, es wird sehr knapp werden in den nächsten Wochen. Jeder muss kapieren am heutigen Tag, dass es echt um alles geht.“ Es sei nicht die Frage des Wie des Regierens, sondern die Frage des Obs. „Es ist nichts verloren, es gibt keinen Anlass zu jammern, sondern es ist die Zeit, endlich zu kämpfen. Ich habe keinen Bock auf Opposition“, ruft Söder den Anwesenden entgegen. „Es ist Zeit für klare Worte.“ Eine klare Führung, die es brauche, „kann nur die Union mit Armin Laschet etablieren“, nicht Olaf Scholz (SPD) oder Annalena Baerbock (Grüne).

Söder spricht auch Merkel noch einmal an. „Die Bilanz einer überragenden Bundeskanzlerin spricht für sich.“ Es seien 16 „außerordentliche Jahre“ für unser Land gewesen. Söder spricht von einer „ganz großen Ära - von dir“, spricht er die Kanzlerin in der ersten Reihe direkt an. Sie versteckt ihre Emotionen hinter einer Maske. Mit Respekt und Dank sagt er: „Du hast unser Land gut beschützt, herzlichen Dank.“ Merkel nickt kurz, während die Anwesenden im Saal klatschen.

Update vom 21. August, 11.56 Uhr: Nach der Rede von Angela Merkel (siehe Updates vom 21. August, 11.48 Uhr und 11.40 Uhr) soll als nächstes - nach einem kurzen weiteren Programmpunkt - CSU-Markus Söder die Bühne betreten.

Am Samstag sprechen Armin Laschet, Markus Söder und Angela Merkel bei einer Wahlkampfveranstaltung im Berliner Tempodrom.

Merkel vor der Bundestagswahl: Lage Afghanistan habe sich „dramatisch zugespitzt“

Update vom 21. August, 11.48 Uhr: Merkel spricht auch über Afghanistan. Die Lage habe sich „dramatisch zugespitzt“. Die afghanische Regierung und die Armee „ist in einem atemberaubenden Tempo kollabiert. Und wir haben die Widerstandskraft stärker eingeschätzt.“ Jetzt müsse den Menschen vor Ort geholfen werde. Die Soldaten seien in einer „extrem schwierigen Situation“. Sie spricht einen „ganz tiefen Dank“ an die Soldaten aus.

Kriege, Terror, Digitalisierung, eine europäische Außen- und Sicherheitspolitik, der Klimawandel, die Bekämpfung der Corona-Pandemie und vieles mehr: Merkel zählt einige Krisen auf, die es noch zu bewältigen gebe. „Wir wissen, dass Forschung und Entwicklung die Quelle unseres Wohlstandes ist“, sagt Merkel. Immer gehe es darum, „dass wir unsere Werte miteinander verteidigen“. In den letzten Jahre habe es dramatische Veränderungen gegeben. „Heute heißt die Aufgabe Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren“, so Merkel unter anderem. „Wir haben eine Politik, die immer wieder an die Menschen glaubt.“ Es sei der Urgedanke der Menschen, sich einzubringen und ihnen dafür die Möglichkeiten zu geben.

Die Union stehe vor vielen Herausforderungen. Merkel wünscht CDU und CSU viel Kraft auf diesem Weg. „Das natürlich mit Armin Laschet als unserem künftigen Bundeskanzler.“

Merkel spricht bei Wahlkampfveranstaltung von CDU und CSU: „Es ist richtig schön, hier dabei zu sein“

Update vom 21. August, 11.40 Uhr: Bei der Wahlkampfveranstaltung der Union zur Bundestagswahl ergreift auch Angela Merkel das Wort. „Ihr wisst ja, dass ich mich seit der Abgabe des CDU-Vorsitzes grundsätzlich aus Wahlkampfveranstaltungen heraushalte“, so Merkel zu Beginn. Alles habe seine Zeit. „Aber ich kann es heute Morgen nicht anders sagen: Es ist richtig schön, hier dabei zu sein, für mich ganz besonders“, sagt sie unter Klatschen. Sie freue sich über das Engagement und den Willen, mit dem die Union die entscheidende Phase nun einläute. „Wir alle gemeinsam.“ Die Bundestagswahl sei eine besondere, weil der amtierende Kanzler nicht mehr antrete. „Die Karten werden neu gemischt.“

Die Kanzlerin habe Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet als einen Menschen erlebt, „für den das C im Namen unserer Partei nicht irgendein Buchstabe ist“, sondern in allem was er tue, ein Kompass. Es sei ihm wichtig, zwischen den Menschen Brücken zu bauen. Den Einzelnen und dessen Würde in den Mittelpunkt zu stellen. Ein kleines Lächeln huscht über Laschets Gesicht, während Merkel spricht.

Update vom 21. August, 11.30 Uhr: In Berlin läuft seit 11 Uhr der zentrale Wahlkampfauftakt der Union zur Bundestagswahl. Und dabei geht es auch immer wieder um die Situation in Afghanistan. Die CDU-Spitze hat sich vor dem Hintergrund des Desasters in dem Land hinter die Bundeswehrsoldaten gestellt und den Soldaten für ihren Evakuierungseinsatz gedankt. „Deutschland ist stolz auf euch“, sagte CDU-Generalssekretär Paul Ziemiak. Er betonte, nun sei „die Stunde der Rettung“ der Fliehenden, insbesondere der Frauen. Die Gedanken sei man bei den Bundeswehrsoldaten und bei deren Familien.

Update vom 21. August, 11.12 Uhr: Rund fünf Wochen vor der Bundestagswahl geht es für die Union noch mal um viel: Die Umfragewerte sind vergleichsweise schlecht, es brodelt innerhalb der Partei. An diesem Samstag läuten CDU und CSU die letzten Wahlkampf-Wochen ein. Auch Kanzlerin Angela Merkel wird gleich in Berlin eine Rede halten. Sie hat soeben zwischen CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder im Berliner Tempodrom in der ersten Reihe Platz genommen.

CDU und CSU zum Auftakt der heißen Wahlkampfphase unter Druck - Merkel ergreift das Wort

Erstmeldung vom 21. August: Berlin – Rund fünf Wochen vor der Bundestagswahl* startet die CDU am Samstag (11 Uhr) in die entscheidende Wahlkampfphase. Reden sollen CDU-Chef und Kanzlerkandidaten Armin Laschet*, der CSU-Vorsitzenden Markus Söder und die scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU). Während der Veranstaltung soll es außerdem Videoschalten zu Wahlkämpfern in verschiedenen Regionen Deutschlands geben.

In Umfragen konnte die Union lange einen komfortablen Vorsprung gegenüber den Kanzlerkandidaten Olaf Scholz* (SPD) und Annalena Baerbock* (Grüne) verbuchen. Die Werte verschlechterten sich jedoch zusehends.

Alexander Dobrindt, CSU-Spitzenkandidat, gibt sich indes kämpferisch: „Ein Ergebnis der Union von über 30 Prozent ist möglich, aber eben auch notwendig, um den Führungsanspruch in einer Regierungsbeteiligung zu untermauern“, sagte Dobrindt am Samstag gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

CDU und CSU: Das sind die aktuellen Umfragewerte

Die Union aus CDU und CSU ist von diesem Ziel weit entfernt. Mehrere Erhebungen sehen die CDU und CSU zusammen bei 22 bis 23 Prozent. Die SPD mit Vizekanzler Scholz als Kanzlerkandidat konnte Boden gut machen und die Umfragewerte* kontinuierlich verbessern. Die SPD liegt aktuell vor den lange zweitplatzierten Grünen und mit 21 Prozent fast gleichauf mit der Union*.

Einzig das Allensbach Institut sagt für die Union mit 27,5 Prozent einen Vorsprung voraus. Dieser Umfrage zufolge kommt die SPD nur auf 19,5 Prozent. Allerdings liegen die Werte von Kanzlerkandidat Laschet deutlich hinter jenen von Scholz. Innerhalb der Partei werden deshalb bereits Rücktrittsforderungen laut*. Die Düsseldorfer CDU-Abgeordnete Sylvia Pantel soll den CDU-Chef Laschet aufgefordert haben, „die Konsequenzen zu ziehen, wenn in zwei Wochen die Umfragewerte nicht besser werden“, wie die Bild berichtet.

So will die Union das Blatt noch wenden: „Stärkere Auseinandersetzung mit Inhalten“

Alexander Dobrindt fordert eine stärkere Auseinandersetzung mit den Inhalten der SPD und Grünen. „Es geht um Entlastungen oder Belastungen, um Freiheit oder Bevormundung, um Chancen oder Schulden, um Miteinander oder Gegeneinander. Das sind die klaren Richtungsentscheidungen“, sagte er am Samstag.

Kanzlerkandidat Laschet kündigte an, künftig mehr auf sein Team setzen zu wollen. Deutschland solle außerdem ein „Industrieland bleiben und die Klimaziele erreichen“, sagte der CDU-Kanzlerkandidat bei einer Wahlkampfveranstaltung in Osnabrück gegenüber Focus Online. „Digitalisierung“ und „Bürokratieabbau“ nannte er als Stichpunkte. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob ihm noch ein dritter Punkt einfalle, legte der Kanzlerkandidat zunächst eine Denkpause ein. Er überlegte laut „Ja, was machen wir noch?“*, und schlug im Anschluss ein 100-Tage-Programm vor.

Laschet will nach einem Wahlsieg zuerst ein Paket zur Planungsbeschleunigung auf den Weg bringen, um große Wirtschaftsprojekte voranzubringen. Dies werde er „zuallererst anpacken“, sagte der CDU-Vorsitzende der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Um Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren und international nicht abgehängt zu werden, müsse man in Deutschland „schneller planen, genehmigen und umsetzen“. afp/dpa/bm *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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