Explosionen und Schüsse

Mehrere Tote bei Kämpfen in Mogadischu

Mogadischu - In Somalias Hauptstadt Mogadischu haben sich Regierungstruppen und Soldaten der Afrikanischen Union (AU) am Freitag schwere Gefechte mit Milizionären geliefert.

Ein Regierungsvertreter bestätigte die Kämpfe, Augenzeugen berichteten von beidseitigem Granatenbeschuss und mindestens fünf Toten. Im Morgengrauen waren laute Explosionen und Schusswechsel in Mogadischu zu hören.

Soldaten der somalischen Armee und der AU stürmten am Morgen das Haus eines mächtigen Milizenführers, demzufolge mehrere Menschen bei dem Einsatz getötet und mehr als 20 Milizionäre festgenommen wurden. Der Kommandeur Ahmed Dai erklärte, er besitze nur einige wenige Schusswaffen zur Selbstverteidigung. Von einer Entwaffnungsaktion könne daher, anders als von der Truppenführung behauptet, keine Rede sein.

Nach dem Einsatz nahm sich die Armee offenbar eines missliebigen Radiosenders in Mogadischu an: Der Direktor von Radio Shabelle sowie 19 weitere Bedienstete seien festgenommen und technische Geräte beschlagnahmt worden, sagte ein Mitarbeiter, der nach eigenen Angaben durch seine gleichzeitige Teilnahme am Freitagsgebet unversehrt blieb. Als Grund nannte ein Vertreter der Sicherheitskräfte "negative" Berichterstattung über den Militäreinsatz gegen Milizenführer Dai. Auch der in demselben Gebäude wie Radio Shabelle sitzende Sender Sky FM wurde abgeschaltet.

In Somalia gibt es praktisch seit Anfang der 90er Jahre keine funktionierende Zentralregierung mehr. Die islamistische Shebab-Miliz kontrolliert weite Teile des Landes, außerdem leidet die Bevölkerung unter der Gewalt verfeindeter Clan-Milizen und krimineller Banden. Die Islamisten verüben immer wieder schwere Anschläge auf die Behörden sowie auf Vertreter der UNO und der AU.

Die derzeitige Regierung startete als Hoffnungsträgerin für die Rückkehr zu einem funktionierenden Staat. Allerdings schaffte sie es bislang kaum, ihren Einfluss außerhalb des Großraums Mogadischu zu festigen.

AFP

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