Bundestagswahl

Wird Markus Söder Kanzlerkandidat der Union? Diese Gründe sprechen dafür

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Für den Europawahlkampf noch vereint, jetzt Konkurrenten? CSU-Chef und Ministerpräsident, Markus Söder, und CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer.

Seit der Europawahl sitzt der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef fest auf seinem Posten - die meisten anderen wackeln. Wird Markus Söder Kanzlerkandidat? Andeutungen hat er gemacht.

Berlin/München - Wer wird für die CDU/CSU in den Bundestagswahlkampf ziehen? Der Sommer lässt Zeit für Gedankenspiele. Seit der Schlappe bei der Europawahl ist der Machtpoker in der Union entbrannt. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat zu kämpfen. Die CSU hat bei der Europawahl dagegen sogar zugelegt und mit ihr Markus Söder. Er steht stabiler da denn je.

Wird er der nächste Kanzlerkandidat der Union? Wahrscheinlich, schreibt das Handelsblatt und findet dafür einige mehr oder weniger triftige Gründe. Erstens: „Übervater“ Franz-Joseph Strauß und Edmund Stoiber haben es auch getan.

Markus Söder qualifiziert sich durch Erfahrung zum Kanzlerkandidaten

Zweitens: Annegret Kramp-Karrenbauer muss kämpfen und konnte sich schon bei der Wahl zur Vorsitzenden nur knapp durchsetzen. Nebenbei muss sie auch noch die eingerostete Partei modernisieren, immer eine undankbare Aufgabe.

Markus Söder dagegen genießt fast vollständigen Rückhalt und hat sich nacheinander als Minister für Umwelt, Finanzen und als Heimatminister durchgesetzt. Zudem ist er fast genauso lang Vorsitzender wie AKK.

Kanzlerkandidat Markus Söder? Mit ihm ist ein Taktiker im Rennen

Drittens: Das Handelsblatt bezeichnet Söder auch als Taktiker und Strategiker mit feinem Gefühl für die Stimmungen im Land. Tatsächlich hat Söder die Grabenkämpfe, die sich zwischen CDU und CSU unter Angela Merkel und Söders Vorgänger Horst Seehofer abspielten, beendet - oder zumindest nicht weitergeführt. Auch in die GroKo-Querelen mischt er sich nicht ein.

Viertens: Er trat mit Krawallreden in den bayerischen Landtagswahlkampf, erkannte, dass diese Rhetorik nicht bei den CSU-Wählern ankam, seither hat sich sein Ton grundlegend geändert. Er sei also lernfähig, stellt Handelsblatt-Chefredakteur Thomas Sigmund fest. Das sei vor allem für die Feststellung wichtig, dass ein Bayer mit Ambitionen aus Deutschland nicht Bayern machen dürfe.

Söder setzt auf Klimapolitik: Nähert er sich den Grünen für die Bundestagswahl?

Und Markus Söders Lernfähigkeit erstreckt sich auf einen weiteren Bereich: die Klimapolitik. War die CSU da bisher konservativ, machte Söder kürzlich den Vorstoß, den Kohleausstieg auf 2030 vorzuziehen. Ein Brückenschlag zu den erstarkenden Grünen? In Bayern hatte er sich schon an den Kopf des Volksbegehrens für den Bienenschutz gesetzt. Der Klimaschutz sei eine moralische Verpflichtung - sagt er zumindest.

Ende 2018 betonte Söder noch, keine Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur zu haben. Aber seither hat sich vieles geändert. Offenbar auch an seiner Haltung. Nur wenige Wochen später wies er darauf hin, die „beiden“ Parteivorsitzenden von CDU/CSU hätten bei der K-Frage das Vorschlagsrecht.

Fünftens: Fazit des Handelsblattes: Söder wird stärker, weil die anderen schwächer werden.

Ein neuer Umfrage-Hammer zur Kanzlernachfolge sieht Markus Söder aktuell vor Annegret Kramp-Karrenbauer - doch keiner der beiden liegt auf Platz eins. 

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder fordert von der GroKo, dass sie sich stärker um  die Außenpolitik kümmert. Die Koalition leide bis heute darunter, dass sie nicht gewollt sei.

Mittlerweile hat sich Markus Söder im ARD-Sommerinterview jedoch klar zur Kanzlerfrage positioniert - und zu grünen Umweltthemen. 

Erinnerungen an 2002 und ein Frühstück Merkel/Stoiber in Wolfratshausen werden angesichts der aktuellen Lage der Union wach. Heute sind esKramp-Karrenbauer und Merz, die als potentielle Kandidaten am Tisch sitzen*, meint Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Derweil bleibt Grünen-Chef Peter Habeck im August 2019 beliebtester Kanzlerkandidat. Die SPD rutscht auf eine Stufe mit der AfD. AKK wünschen sich wenige als Kanzlerin. Und auch in der eigenen Partei ist sie offenbar nicht unumstritten. Die Idee einer Urwahl erfuhr nun auch Unterstützung von Karl Theodor zu Guttenberg, der auch die Chancen für Kramp-Karrenbauer süffisant kommentierte

sob

*merkur.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion

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