Präsidentenwahl

Marcos Jr. erklärt sich auf Philippinen zum Wahlsieger

Ferdinand Marcos Jr.
+
Diktatorensohn Ferdinand Marcos Jr. hat sich zum Wahlsieger auf den Philippinen erklärt.

Die Rückkehr der berüchtigten Marcos-Dynastie ist geglückt - auch dank gigantischer Wahlversprechen. Ferdinand „Bongbong“ Marcos Jr. hat sich zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt.

Manila - Auf den Philippinen hat sich Diktatorensohn Ferdinand „Bongbong“ Marcos Jr. zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. Nach einer inoffiziellen Auszählung von 98 Prozent der Stimmen errang der 64-Jährige bei der Wahl am Montag einen Erdrutschsieg.

„Er wird der 17. Präsident der Philippinen sein“, verkündete sein Sprecher Victor Rodriquez in der Hauptstadt Manila. Das offizielle Ergebnis kann nur der Kongress aus Senat und Abgeordnetenhaus verkünden. Dies wird erst in einigen Wochen erwartet.

Offizielles Ergebnis erst in einigen Wochen

Allerdings haben von den neun anderen Bewerbern um das höchste Staatsamt des 110-Millionen-Einwohner-Landes die meisten bereits ihre Niederlage eingeräumt. Den inoffiziellen Berechnungen zufolge erhielt Marcos Jr. rund 31 Millionen Stimmen. Seine härteste Konkurrentin, Oppositionsführerin Leni Robredo, erreichte demnach nicht einmal die Hälfte. Marcos Jr. ließ über seinen Sprecher verkünden, er wolle „Präsident aller Philippiner“ sein - auch derjenigen, die ihn nicht gewählt haben.

Das Regime unter Ferdinand Marcos (1917-1989) und dessen exzentrischer Frau Imelda (heute 92 Jahre alt) hatte über viele Jahre hinweg mit Mord, Kleptokratie und dem spurlosen Verschwindenlassen politischer Gegner von sich reden gemacht. Das Paar soll auch Milliardensummen aus der Staatskasse abgezweigt haben. 1986 wurde die Familie aus dem Inselstaat vertrieben und floh nach Hawaii. Nach dem Tod des Diktators 1989 kehrte sie Anfang der 1990er auf die Philipinnen zurück.

Nie öffentlich vom Regime distanziert

Am Mittwoch besuchte Marcos Jr. das Grab seines Vaters auf dem „Heldenfriedhof“ in Manila, wo Ferdinand Marcos 2016 bestattet worden war. „Bongbong“ hat sich nie öffentlich vom Regime distanziert. Im Wahlkampf verklärte er es zu einer Zeit des Wohlstands. Sein Sprecher Rodriguez zitierte ihn jetzt mit den Worten: „Beurteilt mich nicht nach meinen Vorfahren, sondern nach meinen Taten.“ dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gasumlagen-Entlastung steht: Scholz verkündet Mehrwertsteuer-Senkung
Gasumlagen-Entlastung steht: Scholz verkündet Mehrwertsteuer-Senkung
Gasumlagen-Entlastung steht: Scholz verkündet Mehrwertsteuer-Senkung
Ukraine beobachtet: Russland reagiert auf Krim-Explosionen - wohl Teil-Rückzug von wertvollem Gerät
Ukraine beobachtet: Russland reagiert auf Krim-Explosionen - wohl Teil-Rückzug von wertvollem Gerät
Ukraine beobachtet: Russland reagiert auf Krim-Explosionen - wohl Teil-Rückzug von wertvollem Gerät
Ukraine-AKW Saporischschja: Russland warnt vor „katastrophalen Folgen“ - mit Tschernobyl-Vergleich
Ukraine-AKW Saporischschja: Russland warnt vor „katastrophalen Folgen“ - mit Tschernobyl-Vergleich
Ukraine-AKW Saporischschja: Russland warnt vor „katastrophalen Folgen“ - mit Tschernobyl-Vergleich
Ukraine: Was eine Katastrophe am AKW Saporischschja für Deutschland bedeuten würde
Ukraine: Was eine Katastrophe am AKW Saporischschja für Deutschland bedeuten würde
Ukraine: Was eine Katastrophe am AKW Saporischschja für Deutschland bedeuten würde

Kommentare