Bei „Maischberger“

„Offensichtlich was schief gelaufen“: Merkel-Schelte in ARD-Talk - Journalistin kreiert sogar neues Wort

Bei Maischberger wurde über das Verhältnis Merkel-Putin diskutiert.
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Bei Maischberger wurde über das Verhältnis Merkel-Putin diskutiert.

Harte Merkel-Schelte: Journalistin Julie Kurz wettert nach dem Interview der Ex-Kanzlerin im „Maischberger“-Talk über ihre Aussagen. Hat sie sich „durchgemerkelt“?

Berlin – „Wenn sie das alles wusste, wie konnte sie Deutschland dann in diese Energieabhängigkeit treiben?“, fragt ARD-Journalistin Julie Kurz beim Polit-Talk „Maischberger“ im Ersten fassungslos in die Runde. In der Kritik steht das erste öffentliche Interview von Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel im Berliner Ensemble am Tag zuvor, in dem Merkel eingestanden hatte, sie habe erkannt, dass Putin den Westen zersetzen wolle. Dass Merkel sich keinen Fehler eingestehen will, stößt Kurz extrem auf. Die kreiert gar ein neues Wort: „Sie hat sich durchgemerkelt“, so die ARD-Korrespondentin und habe „an keiner Stelle irgendein Schuldeingeständnis gemacht“, dabei sei „offensichtlich“, so die Journalistin, dass da „was schiefgelaufen“ sei.

Stern-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz resümiert, Angela Merkels „gesamte Bilanz steht jetzt auf dem Prüfstand“. Und prognostiziert anlässlich der von Maischberger eingespielten Bilder vom Merkel-Abend mit applaudierenden Gästen: „So leicht wie gestern Abend wird sie es vor der Geschichte nicht haben.“

„Maischberger“ - diese Gäste diskutierten mit:

  • Prof. Hendrik Streeck - Direktor am Institut für Virologie der Uniklinikum Bonn, Mitglied des ExpertInnenrats

  • Anita Schedel - Corona-Hinterbliebene und Long-Covid-Patientin

  • Udo Lielischkies - ehemaliger ARD-Korrespondent in Moskau

Als Experten:

  • Urban Priol - Kabarettist 

  • Julie Kurz - Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio

  • Gregor Peter Schmitz - Stern-Chefredakteur 

Auch der ehemalige Moskau-Korrespondent Udo Lielischkies bewertet Angela Merkels Russlandpolitik im Rückblick negativ. Der Versuch von Merkel, mit Putin „pragmatisch“ an die Probleme ranzugehen, sei ein „paar Jahre gut gegangen“, wurde aber spätestens nach den Besetzungen der Krim und der Donbass-Region ab 2014 „immer grenzwertiger“. Merkel habe die kriegerischen Handlungen „einfach durchgewunken“, statt damals mit Putin zu verhandeln. „Stattdessen kam Nord Stream, und er hatte plötzlich sogar noch eine Belohnung für seine Aggression!“, urteilt Lielischkies.

Lielischkies sieht im deutschen Zögern und der Angst vor kriegerischer Eskalation auch jetzt einen Fehler: „Putin wird nicht verhandeln, wenn er nicht militärisch gedemütigt wird“, ist der Russland-Kenner überzeugt. Die Ukraine befinde sich derzeit in einer „heißen Phase“, verliere täglich an die hundert Soldaten. Lielischkies appelliert daher an schnellere und nachhaltige Waffenlieferungen: „Das ist der einzige Weg!“ Lielischkies, der den Aufstieg des Kreml-Chefs ab 1999 als Korrespondent in Russland mitverfolgt hatte, charakterisiert Putin als „KGB-Mann mit der tiefen Überzeugung, dass er alle täuschen und belügen muss“. Putin kenne den Westen und wisse, wie er mit den Befürchtungen der Menschen spielen könne, um damit seine Macht unter Beweis zu stellen. Im Westen sei „sehr viel Angst“, urteilt der Journalist.

Maischberger (ARD): Gerüchte um Putins schwere Krebserkrankung verdichten sich auf massive Art

Doch auch die eigene Bevölkerung verstehe der Despot eiskalt einzuschüchtern, schildert der Journalist, der mit seiner eigenen Familie, seiner russischen Ehefrau, drei Kindern und Verwandten in Moskau nicht mehr über Politik rede, weil die Menschen „einfach gnadenlose Angst“ hätten. „Über viele Jahre“ hätte Putin sein Volk mit einem „imperialistischen Virus erfolgreich infiziert“. In Russland herrsche inzwischen ein „Größenwahn“ - „das Gefühl, wir müssen dem Westen mal zeigen, wer wir wirklich sind und was wir können!“

Maischberger hakt bei dem ehemaligen Korrespondenten in Bezug auf eine mögliche unheilbare Krebserkrankung des russischen Präsidenten nach. Lielischkies bestätigt, die Gerüchte „verdichten sich auf so massive Art, dass man ins Grübeln“ käme. Putin sehe inzwischen auch „anders aus“, zudem gebe es Berichte, dass er Sitzungen „nicht mehr durchhalten“ könne. Falls sich der Gesundheitszustand tatsächlich verschlechtert, würde dies zu einer Zuspitzung von Putins „isolierter und bizarren Situation, umgeben von wenigen Falken“ führen, bei denen es sich um „ältere Männer“ handele, die „alle groß geworden sind im Polizeistaat Sowjetunion, in dieser Geheimdienstkultur“.

Diese Männer hätten Putin, einst ein „blasser Apparatschik“, zum Aufstieg verholfen, analysiert Lielischkies. Eine Wende sei bereits 2004 bei Putin erkennbar gewesen. Um seine Macht zu legitimieren, hätte er sich seitdem zu einem „harten Hund“ entwickelt, der im Tschetschenienkrieg Kriegsverbrechen begehen ließ und seine Kränkung darüber, dass die Leute in den ehemaligen Sowjetstaaten inzwischen besser leben als im eigenen Land, in ein „Rachegefühl“ gegen den Westen und den USA umgewandelt habe.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Bereits am ersten Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine werden die Gräuel des Krieges deutlich. Bomben gehen auf die Stadt Tschuhujiw nieder. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht schwer verletzt und notdürftig behandelt vor dem Krankenhaus der Stadt. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp
Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz in der Bundeswehr.
Am 21. Juni treffen die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine ein. Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen.  © Sven Eckelkamp/Imago
bombardiert die russische Luftwaffe ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk
Am 27. Juni bombardiert Russland ein Einkaufszentrum im 100 Kilometer von der Frontlinie entfernten Krementschuk. Zum Zeitpunkt des Angriffs befinden sich laut ukrainischen Angaben etwa 1000 Menschen in dem Gebäude, mindestens achtzehn Menschen werden getötet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Attacke als „absoluten Horror“.  © STR/afp
Dieses Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer.
Nach wiederholten ukrainischen Angriffen zieht sich das russische Militär Ende Juni von der Schlangeninsel südlich von Odessa zurück. Russland spricht von einem „Zeichen des guten Willens“. Die Die Ukraine feiert die Rückeroberung dagegen als Sieg. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schreibt der Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“ © dpa
In der Nacht auf den 29. Juli brannte nach einer Explosion ein Gefängnis in Oleniwka, in der von pro-russischen Separatisten besetzten Donezk-Region, aus.
In der Nacht auf den 29. Juli kommen bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Oleniwka in der Donezk-Region Dutzende ukrainische Kriegsgefangene ums Leben. Der ukrainische Generalstab beschuldigt Russland, damit Folter von Gefangenen und Hinrichtungen verschleiern zu wollen. Prorussische Separatisten hingegen bezichtigten die Ukraine, für den Angriff verantwortlich zu sein © afp
Auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka kommt es zu heftigen Explosionen.
Am 9. August erschüttern mehrere Explosionen eine russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Mehrere Flugzeuge werden zerstört. Eine Woche später detoniert auf der Krim ein russisches Munitionslager. Rusland spricht von einem „Sabotageakt“. © dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist schwer umkämpft. Das Artilleriefeuer lässt international die Angst vor einer Atomkatastrophe steigen. Am 25. August wird das AKW erstmals in seiner Geschichte vom Stromnetz getrennt. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes und der Umgebung vor. © Planet Labs Pbc/dpa
Rauch steigt über einem Feuer in einem Naturschutzgebiet in der Nähe der Stadt Mykolajiw nach einem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine auf.
Am 29. August gelingt den ukrainischen Truppen an mehreren Stellen in der Oblast Cherson ein Vorstoß über feindliche Frontlinien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt eine ukrainische Offensive bei den von Russland besetzten Gebieten in der Oblast Cherson und der Oblast Mykolajiw. © Kherson Region Emergency Service/Imago
Einheiten der ukrainischen Streitkräfte sind in der Region Charkiw unterwegs.
Im September erobert die Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive in der Oblast Charkiw die strategisch bedeutsamen Städte Kupjansk und Isjum von Russland zurück und durchbricht die Frontlinie an mehreren Stellen.  © Imago

Maischberger (ARD): Streeck ist gegen Lockdown und für mehr Datenerfassung

Im zweiten Teil des Maischberger-Talks geht es um einen Ausblick in Sachen Corona auf den Herbst. Zum Einstieg erinnert Witwe Anita Schedel an die schweren Umstände zum Tod ihres Mannes, der kurz vor einer geplanten Weltreise positiv auf das Corona-Virus getestet und wegen Atembeschwerden in die Klinik eingeliefert worden war, wo sich dessen Zustand verschlechterte und er nach Komplikationen knapp einen Monat später im Alter von 59 Jahren verstarb. Die Klinik hatte Schedel auf Grund der damals geltenden Vorschriften den Zugang zu ihrem Mann untersagt. Auch sie sei zudem erkrankt gewesen und leide bis heute unter „Long Covid“, was sich vor allem in einer chronischen Erschöpfung und Niedergeschlagenheit bemerkbar mache.

Virologe Prof. Hendrik Streeck zeigt sich anteilnehmend, berichtet selbst von einer Angehörigen, die er auf seine Verantwortung entgegen der Vorschriften zu ihrem scheidenden Mann in die Klinik geschleust hatte und befindet: „Ich hoffe, dass so eine Entscheidung nie wieder getroffen werde“.

Streeck mahnt, dass Deutschland sich vor allem bei der Erfassung der Corona-Daten verbessern müsse und schlug die Einrichtung eines „digitalen Echtzeitlagebildes“ vor. Für den Herbst gebe es inzwischen einen Plan für drei mögliche Szenarien, der vom Robert-Koch-Institut entwickelt worden sei. Einen Lockdown empfiehlt Streeck mit Hinblick auf die dadurch entstehenden Folgeschäden nicht und verweist auf eine ungefähre Immunisierung von mindestens rund 50 Millionen Deutschen, die mit dem Coronavirus entweder durch Impfung oder Infektion bereits in Berührung gekommen seien und einen „gewissen Schutz“ besäßen.

Maischberger (ARD): Fazit der Sendung

Auf dem Twitter-Kanal der Sendung sorgt die Kritik an Merkel in beide Richtungen für Empörung. Einige finden es gerechtfertigt, andere regen sich über die Beurteilung auf. Journalist Lielischkies liefert einen fundierten Einblick in die Situation in Russland. Streeck gibt sich vorsichtig in seinen Formulierungen, und liefert Einwände zur Corona-Politik. (Verena Schulemann)

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