Bei „Maischberger“

„Zweiter Toni Hofreiter“: Söder erntet Spott - und muss heikle Frage beantworten

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Markus Söder findet bei Maischberger deutliche Worte

Bei Sandra Maischberger ging es am Mittwochabend um den möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen aus der CDU. Dann äußerte sich Markus Söder zu seinen Kanzlerschafts-Ambitionen.

Berlin - Passt Hans-Georg Maaßen noch in die CDU? Das war das große Thema am Mittwochabend beim Talk „Maischberger“ im Ersten. Zu Gast: Der Focus-Kolumnist Jan Fleischhauer, NDR-Moderatorin Anja Reschke und Kabarettist Florian Schroeder, eigentlich Promi-Parodist, der sich in letzter Zeit immer wieder als politischer Kommentator hervortat. Zum Einzelgespräch mit Sandra Maischberger kam dann noch Markus Söder dazu - und gab einige bemerkenswerte Aussagen von sich. Aber dazu später mehr.

Erst einmal zu den Hintergründen des Talk-Abends: Der große Aufreger der vergangenen Woche war der von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer kurz angedeutete mögliche Parteiausschluss des ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen. Maaßen hatte in den letzten Monaten immer wieder durch kontroverse Beiträge im sozialen Netzwerk Twitter für Irritationen gesorgt. So bezeichnete er die Schweizer Tageszeitung NZZ (Neue Züricher Zeitung) als „neues Westfernsehen“. Ihm wurde daraufhin vorgeworfen, er insinuiere, dass deutsche Medien - insbesondere die Öffentlich-Rechtlichen - Propagandaformate wie in Zeiten der DDR seien. Für Reschke ein Zeichen, dass sich Maaßen AfD-Positionen annähert. 

Fleischhauer, der die Rolle des konservativen Gegenparts zur linksliberalen Reschke (“Mund aufmachen, Haltung zeigen!“) einnahm, beurteilte die digitalen Kommentare Maaßens weitaus großzügiger: „Er hat einen Spaß über uns Journalisten gemacht“, erklärte er. Um dann zu hinterherzuschieben: „Da habe ich ein großes Herz.“

Bei „Maischberger“: Fleischhauer teilt gegen AKK und Söder aus

Sehr viel kritischer wurde Fleischhauer gegenüber der CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer, kurz AKK. Sie habe „alle Zweifel für ihre Nicht-Geeignetheit für's Kanzleramt beseitigt“, frotzelte er. Die Hallen seien in Ostdeutschland voll, wenn Maaßen auftrete. Mit einem Parteiausschluss treibe man konservative Unions-Wähler in die Hände der AfD. Auch Kabarettist Schröder bezweifelte, dass AKK Angela Merkels Nachfolgerin werden könnte: „Das ist wohl besser so.“

Und wer sonst? Vielleicht Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident? Auch an seiner Eignung zweifelte Fleischhauer: Er entwickele sich zu „einem zweiten Toni Hofreiter“, werde „grüner als die Grünen.“ Söder hatte Forderungen nach einem Kohleausstieg 2030 und deutlich günstigeren Zugtarifen als Alternative zu Flugreisen aufgestellt. Für Fleischhauer eine Annäherung an die Politik der Ökopartei aus machtstrategischem Kalkül. Das irritiere CSU-Wähler. Söder werde aus seiner „sanften und kuscheligen“ Verpackung herausspringen, „wenn es ihm gerade passt“, prophezeite Fleischhauer.

„Maischberger“: Was sagt Söder zur K-Frage?

Was sagte nun Söder selbst zu den Spekulationen um seine Person? Ein CSU-Kanzler, ist das überhaupt vorstellbar? So lautete die provokante erste Frage von Maischberger an Söder. Schließlich gab es seit Edmund Stoiber in der Union keinen Kanzlerkandidaten aus Bayern mehr - und einen Kanzler sowieso noch nie. Söder wehrte ab: „Ich habe gar kein Interesse daran.“ Auch, wenn er sich einen CSU-Kandidaten grundsätzlich vorstellen könne. Die Debatte um Maaßen hielt Söder für überbewertet.

Deutlich wurde Söder, als es um die AfD ging. Durch seine Erfahrungen mit der AfD im bayerischen Landtag ist er sich sicher: „Die AfD entwickelt sich zu einer neuen NPD.“ In Bayern sängen Teile der AfD-Fraktion die erste Strophe des Deutschlandliedes oder verweigerten das Gedenken an Unions-Politiker Walter Lübcke, der Opfer eines rechtsextremen Attentats wurde. Man müsse „die AfD bekämpfen, nicht schonen“, schlussfolgerte Söder.

Während des Aubinger Herbstfestes ereignete sich ein Zwischenfall, bei dem Markus Söder angespuckt wurde. Der Staatsschutz ermittelt.

Sandra Maischberger nimmt am 18. September China unter die Lupe und fragt: Wie bedrohlich ist die Macht aus Asien?

bah

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