Ex-Verfassungsschutzpräsident

Maaßen bremste offenbar Ermittlungen nach rechts – ein aktueller Bericht enthüllt neue Details

Der frühere Bundesverfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen
+
Der frühere Bundesverfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen in Suhl.

Ein neuer Bericht enthüllt: Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen soll die Beschäftigung mit einem rechten Institut ausgebremst haben.

Berlin – Der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat einem Bericht zufolge eine Beschäftigung seiner Behörde mit dem rechten Institut für Staatspolitik gebremst. Der Empfehlung der Abteilung Rechtsextremismus in seiner Behörde, die Organisation von Götz Kubitschek sowie dessen Zeitschrift Sezession unter die Lupe zu nehmen, sei Maaßen im Jahr 2017 nicht gefolgt, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin Spiegel am Freitag.

Der damalige Behördenchef soll das Ansinnen dem Bericht zufolge abgelehnt haben, weil es dafür nicht genügend Mitarbeiter gebe. Kubitschek gilt als Berater von AfD-Politikern und soll enge Kontakte zur rechtsextremen „Identitären Bewegung“ unterhalten. Erst 2020 wurde das „Institut für Staatspolitik“ unter Maaßens Nachfolger Thomas Haldenwang dann ein Rechtsextremismus-Verdachtsfall für den Verfassungsschutz.

Maaßen bremste offenbar Ermittlungen nach rechts – ein aktueller Bericht enthüllt neue Details

Auch bei der AfD* bremste Maaßen dem Bericht zufolge offenbar seinerzeit eine frühere Befassung aus: Bei einem Treffen der Amtsleiter 2016 soll der Chef eines Landesamts gefragt haben, warum im Fall der AfD noch nichts unternommen werde. Die Äußerungen des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke zum Beispiel genügten doch für einen Prüfffall. Maaßen habe geantwortet, dass da nichts sei, also nichts gemacht werde.

Erst nach einem Treffen von fünf Landeschefs im Frühsommer 2017 und auf weiteres Drangen habe Maaßens Bundesamt schließlich eine Materialsammlung zur AfD zur „ergebnisoffenen Prüfung“ angefordert. Doch erst nach Maaßens Abgang aus dem Amt wurden im Januar 2019 Teile der AfD zum Beobachtungsobjekt erklärt. Maaßen hatte sich im vergangenen Jahr erfolglos für ein Bundestags-Direktmandat* in Südthüringen kandidiert. In der CDU wird inzwischen über einen Parteiausschluss diskutiert, allerdings sieht Parteichef Friedrich Merz dafür nur geringe Chancen. (AFP/aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Gepanzerte Limousinen und Scharfschützen: Komikerin kritisiert hohe Staatsausgaben für Lindner-Hochzeit
Gepanzerte Limousinen und Scharfschützen: Komikerin kritisiert hohe Staatsausgaben für Lindner-Hochzeit
Gepanzerte Limousinen und Scharfschützen: Komikerin kritisiert hohe Staatsausgaben für Lindner-Hochzeit
Entlastungspaket 2022: Energiepauschale von 300 Euro beschlossen – wer sie bekommt
Entlastungspaket 2022: Energiepauschale von 300 Euro beschlossen – wer sie bekommt
Entlastungspaket 2022: Energiepauschale von 300 Euro beschlossen – wer sie bekommt
Trotz Druck seiner Minister: Johnson lehnt Rücktritt vehement ab - und entlässt wohl alten Weggefährten
Trotz Druck seiner Minister: Johnson lehnt Rücktritt vehement ab - und entlässt wohl alten Weggefährten
Trotz Druck seiner Minister: Johnson lehnt Rücktritt vehement ab - und entlässt wohl alten Weggefährten
Ukraine-Krieg: Lage in Slowjansk spitzt sich weiter zu - 8000 Menschen bleiben in Severodonetsk zurück 
Ukraine-Krieg: Lage in Slowjansk spitzt sich weiter zu - 8000 Menschen bleiben in Severodonetsk zurück 
Ukraine-Krieg: Lage in Slowjansk spitzt sich weiter zu - 8000 Menschen bleiben in Severodonetsk zurück 

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion