Bernd Lucke

AfD-Chef: Keine Zusammenarbeit mit Pegida

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AfD-Chef Bernd Lucke.

Berlin - AfD-Chef Bernd Lucke hat einer Zusammenarbeit seiner Partei mit der islamfeindlichen Pegida-Bewegung eine Absage erteilt.

In einem Interview mit "Spiegel Online" antwortete Lucke am Donnerstag auf die Frage, ob es eine solche Kooperation geben werde mit: "Nein". Lucke wandte sich auch beispielsweise gegen Transparente auf Pegida-Demonstrationen, auf denen Moscheen durchgestrichen sind: "Damit möchte ich absolut nichts zu tun haben." Die AfD bekenne sich "klar zu Religionsfreiheit".

Lucke widersprach allerdings Einschätzungen, Pegida-Demonstranten seien generell fremdenfeindlich. "Die große Mehrheit der Demonstranten trägt diese Schilder nicht", sagte er zu den Transparenten gegen Moscheen. Es gebe zwar bei Pegida Leute, "die einfach nur islamfeindlich sind", andere sagten jedoch ausdrücklich, dass sie sich nicht gegen Muslime richten würden, die gut integriert in Deutschland leben. Diesen Demonstranten solle man "auch einmal zuhören und sich überlegen, ob sie berechtigte Anliegen haben".

In der AfD ist der Umgang mit Pegida umstritten. Parteivize Alexander Gauland hat wiederholt geäußert, die Pegida-Demonstranten seien "natürliche Verbündete" der AfD. Auch Lucke hatte es vor einigen Wochen in einem Interview als "gut und richtig" bezeichnet, dass Bürger ihren "Sorgen über die Ausbreitung von radikalem islamistischen Gedankengut" in gewaltlosen Demonstrationen Ausdruck verleihen würden. Besonders AfD-Vize Hans-Olaf Henkel fordert eine kritische Distanz seiner Partei zu Pegida, stößt damit aber in den eigenen Reihen auf Kritik.

AFP

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