Am Rande der D-Day-Feiern

Kurztreffen von Merkel und Trump in Portsmouth

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Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Trump kommen in Portsmouth zu einem kurzen Gespräch zusammen. Foto: Kay Nietfeld

Fast bis zuletzt hat US-Präsident Trump das bilaterale Treffen mit der Kanzlerin in Portsmouth offen gelassen. Als es dann doch zu einem Gedankenaustausch kommt, zeigt sich erneut: Freunde werden die beiden wohl nicht mehr.

Portsmouth (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump haben sich erstmals seit etwa einem halben Jahr wieder zu einem kurzen persönlichen Meinungsaustausch getroffen.

Merkel und Trump kamen am Mittwoch am Rande eines eng getakteten Ablaufes der D-Day-Feierlichkeiten im britischen Portsmouth zusammen. Nach Angaben einer deutschen Regierungssprecherin wurden die Lage in Europa nach den Europawahlen sowie der Kampf gegen den Terrorismus besonders in Nordafrika und der Sahelzone angesprochen. Die Kanzlerin hatte sich kürzlich bei einer Afrikareise über die Lage in der Region informiert.

Bis zuletzt war unklar, ob das Treffen zwischen Merkel und Trump in Portsmouth stattfinden würde. Das Verhältnis zwischen Kanzlerin und Präsident ist seit längerem getrübt - immer wieder kritisiert Merkel dessen nationalistische Abschottungspolitik und Trumps Abkehr von multilateralen Konfliktlösungen. Auf Bildern von dem bilateralen Zusammentreffen der beiden Politiker in Portsmouth ist ein frostiger Auftakt zu sehen. Auch das übliche Händeschütteln für die Fotografen zu Beginn gab es nicht.

Kleine Unstimmigkeiten zeigten sich auch bei den Angaben über die Dauer des Treffens. Nach Angaben der deutschen Seite war die Unterredung etwa 20 Minuten lang. Das Weiße Haus nannte dagegen eine Dauer von nur rund zehn Minuten. In einer späteren Mitteilung der deutschen Seite zu den Inhalten des Gespräches war dann von einem kurzen Gespräch Merkels mit Trump die Rede.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, teilte mit, Trump und Merkel hätten die aktuelle Situation in Libyen und die sich verschlechternde Lage in West-Afrika besprochen. Sie hätten sich darauf geeinigt, ihre Gespräche beim G20-Gipfel Ende des Monats im japanischen Osaka fortzusetzen. An der Unterredung nahmen auch Trumps Sicherheitsberater John Bolton und sein amtierender Stabschef Mick Mulvaney teil.

Merkel und Trump waren in der südenglischen Hafenstadt bei der Feier zum Gedenken an die Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg. Auch die britische Königin Elizabeth II., Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die britische Premierministerin Theresa May und Thronfolger Prinz Charles waren unter den Teilnehmern.

Merkel war vergangene Woche in den USA, dort aber nicht mit Trump zusammengekommen. Am vergangenen Donnerstag hielt die Kanzlerin eine Ansprache vor den Absolventen der US-Eliteuniversität Harvard in Cambridge bei Boston. Dabei grenzte sich Merkel scharf von der nationalistischen und protektionistischen Politik Trumps ab, ohne seinen Namen zu nennen.

Zuletzt hatte Merkel den US-Präsidenten Anfang Dezember am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires zu einem persönlichen Gespräch getroffen. Auch bei der Trauerfeier für den früheren US-Präsidenten George H. W. Bush am 5. Dezember waren Merkel und Trump zugegen. Zuletzt, so heißt es, hätten beide am 22. März miteinander telefoniert.

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