Im Nordirak

Kurden wehren Angriff der IS-Terrorgruppe ab

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Kurdische Soldaten im Norden Iraks.

Bagdad - Gemeinsam gegen die Terrorgruppe IS: Kurdische und schiitische Kämpfer haben einen Angriff auf die nordirakische Stadt Tus Churmatu abwehren können. 15 Leute starben.

Nach ihrem Vormarsch in Syrien und im Irak erhält die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) immer stärkeren Zulauf von Kämpfern. Allein am Wochenende hätten sich mehr als 300 Männer anderer oppositioneller Milizen den Extremisten angeschlossen, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Der Leiter der Menschenrechtler, Rami Abdel Rahman, sagte der Nachrichtenagentur dpa, insgesamt habe die Terrorgruppe in Syrien inzwischen rund 50 000 Kämpfer. Etwa 20 000 von ihnen kämen aus dem Ausland - vor allem aus dem arabischen Raum und aus Europa.

Zugleich gingen die Kämpfe um den strategisch wichtigen syrischen Militärflughafen Al-Tabka weiter, den die Terrorgruppe am Sonntag unter Kontrolle gebracht hatte. Im Nachbarland Irak wehrten kurdische Einheiten und schiitische Milizen nach einer Attacke auf die Ölraffinerie Baidschi auch einen IS-Angriff auf die Stadt Tus Churmatu ab.

Bereits in der vergangenen Woche hatten die Menschenrechtsbeobachter von einem enormen Zulauf für die Extremisten berichtet. Seit Juli hätten sich etwa 6300 Kämpfer den Extremisten angeschlossen, hieß es. Ein Grund für den Zulauf dürfte neben den militärischen Erfolgen der Dschihadisten vor allem auch die Bezahlung sein.

Nach der Übernahme des strategisch wichtigen Militärflughafens Al-Tabka im Nordosten des Landes habe die syrische Luftwaffe am Montag mehrere Angriffe auf die Extremisten geflogen, meldeten die Menschenrechtsbeobachter. Der Flughafen war die letzte Bastion des Regimes von Präsident Baschar al-Assad in der Provinz Al-Rakka. Laut den Menschenrechtsbeobachtern konnte die Armee ihre Kampfflugzeuge in Sicherheit bringen.

Bei den blutigen Kämpfen um das Gelände waren den Angaben zufolge in den vergangenen Tagen mehr als 500 Menschen umgekommen, darunter mindestens 346 Extremisten. Hunderte weitere seien verletzt worden, meldete die syrische Beobachtungsstelle. Zudem seien mehr als 170 Soldaten der Armee getötet worden. Das Schicksal von weiteren 150 Soldaten ist unbekannt.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) beherrscht im Norden und Osten Syriens mittlerweile rund ein Drittel der Fläche des Landes. Auch im Nachbarland Irak kontrolliert sie riesige Gebiete im Norden und Westen. Kämpfer und militärische Ausrüstung der Terrorgruppe können die Grenze ungehindert passieren. So hatten die Extremisten Verstärkung aus dem Irak zum syrischen Flughafen Al-Tabka geschickt.

Im Irak schlugen kurdische Einheiten und schiitische Milizen einen IS-Angriff auf die Stadt Tus Churmatu rund 180 Kilometer nördlich von Bagdad zurück. Dabei wurden zehn IS-Kämpfer und fünf ihrer Gegner getötet oder verletzt, wie die Nachrichtenseite Al-Mada meldete. Die irakische Armee hatte am Wochenende einen Großangriff der Extremisten auf die große Ölraffinerie Baidschi abgewehrt.

Die Nachrichtenseite Al-Suamaria News meldete zudem, kurdische Peschmerga hätten nach schweren Kämpfen die Zufahrten zu dem Ort Dschalula unter Kontrolle gebracht und die IS-Kämpfer eingeschlossen. Die Versorgungswege seien abgeschnitten, hieß es.

dpa

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