Kanzlerin bei Chinas Staats- und Parteichef

Xi Jinpings besondere Behandlung für Angela Merkel

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Angela Merkel bei ihrem Gespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (nicht im Bild).

Peking - Zuerst ein Gespräch, dann ein Abendessen. Schon das Protokoll macht klar, dass Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping der Besuch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sehr wichtig ist. 

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat Kanzlerin Angela Merkel am Montag in Peking empfangen. Nach den vierten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen traf der Präsident die deutsche Regierungschefin erst zu einem Gespräch, bevor er noch ein Abendessen für Merkel gab. 

Protokollarisch genießt Merkel damit besondere Behandlung durch das chinesische Staatsoberhaupt, was als Wertschätzung der Beziehungen zu Deutschland gewertet wurde. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche standen internationale Fragen und der Ausbau der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen. 

Gespräche über den Handelsstreit

Empfangen wurde die Kanzlerin auch von Premier Li Keqiang.

Zum Auftakt der Regierungskonsultationen in Peking hatte Merkel ihre Vermittlungsbereitschaft in Handelsstreitigkeiten signalisiert. Berlin sei sich der 2001 gemachten Versprechen sehr bewusst, sagte die Kanzerlin am Montag mit Blick auf die EU-Position, Peking nach 15 Jahren den Status einer Marktwirtschaft zuzubilligen. Es sei besser eine Position zu haben, in der Anti-Dumping-Zölle nicht länger notwendig seien.

Merkel äußerte sich nach einem Treffen mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. Der drohte indirekt mit einer Eskalation des Handelsstreits, sollte Peking der Status der Marktwirtschaft nicht bis Ende des Jahres zuerkannt werden - womit sich die Europäische Union (EU) schwer tut. Das Abkommen sollte eine angemessene Unterstützung seitens der Europäer erhalten, forderte Li. Er fügte hinzu: "Wir wollen keinen Handelskrieg."

Brüssel und Peking streiten unter anderem über den Stahlsektor. Billiger Stahl aus China setzte die europäischen Produzenten massiv unter Druck. "Stahlüberproduktion ist ein globales Thema, kein chinesisches", sagte Li dazu. Sein Land importiere viel Stahl aus Deutschland und habe seine eigene Produktion schon gedrosselt. "Ich hoffe, die Menschen zeigen nicht mit dem Finger auf China."

Merkel war am Sonntag in Begleitung weiterer Kabinettsmitglieder zu einem dreitägigen China-Besuch in Peking eingetroffen. Zu Beginn des Aufenthalts bekam sie die Ehrendoktorwürde der Universität Nanjing verliehen. Zum Ende der Reise fliegt die von einer Wirtschaftsdelegation begleitete Kanzlerin am Dienstag nach Shenyang, um ein BMW-Werk zu besichtigen.

dpa/AFP

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