Umgang mit Suchtstoffen

Opposition fordert Entkriminalisierung von Cannabis

Berlin - Alkohol, Zigaretten, Hasch, Crystal - wie halten es junge Menschen in Deutschland mit Suchtstoffen? Neue Zahlen sollen Aufschluss geben. Die Opposition fordert neue Regeln für den Umgang mit den Problemen.

Unmittelbar vor der Vorlage neuer Zahlen zum Drogenkonsum junger Menschen in Deutschland fordert die Opposition eine Abkehr vom Cannabisverbot. „Jugendschutz kann nicht durch das Strafrecht erreicht werden“, sagte der Linken-Drogenexperte Frank Tempel der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Die Bundesregierung überlässt den Cannabismarkt der organisierten Kriminalität und hält an der gescheiterten Verbotspolitik fest“, kritisierte der Grünen-Fachpolitiker Harald Terpe.

An diesem Mittwoch stellen die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung neue Umfrage-Ergebnisse zum Konsum von Suchtmitteln vor. Bei der Vorgängerstudie zur Drogenaffinität kam vor vier Jahren heraus, dass sich mehr junge Erwachsene besinnungslos betranken. Gleichzeitig war die Zahl junger Raucher deutlich gesunken. Zwei von fünf jungen Erwachsenen hatten schon einmal Hasch oder Marihuana genommen. Die Umfrage wird regelmäßig bei 12- bis 25-Jährigen durchgeführt.

Probleme oder Experiment: Warum nehmen Jugendliche Drogen?

Tempel forderte, folgende Fragen in den Mittelpunkt der Suchtpolitik für junge Menschen zu stellen: „Hat der Jugendliche Probleme und greift deswegen zu Drogen wie Alkohol oder Cannabis? Oder nimmt er diese Substanzen zum Experimentieren und entwickelt infolgedessen Probleme?“ In beiden Fällen sei das Strafrecht fehl am Platze. „Wichtig ist vielmehr fachkompetentes Personal: Sozialarbeiter, Jugendpsychologen und Suchtberatungsstellen.“

Terpe forderte einen besseren Schutz Minderjähriger vor den Risiken des Drogenkonsums. Auch Cannabis sei - genauso wie Alkohol - nicht harmlos. Doch auf dem Schwarzmarkt gebe es keinen Jugendschutz. „Der Dealer fragt nicht nach dem Ausweis und klärt nicht über Suchtrisiken auf“, sagte Terpe der dpa. Sinnvoll sei stattdessen ein staatlich regulierter Markt für Cannabis mit strengen Regeln.

dpa

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