Umfrage

Jeder vierte Deutsche hegt antisemitische Gedanken

Der Teilnehmer eines Marsches der rechtsextremen Partei "Die Rechte" trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "HKNKRZ". Foto: Marius Becker/dpa
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Der Teilnehmer eines Marsches der rechtsextremen Partei "Die Rechte" trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "HKNKRZ". Foto: Marius Becker/dpa
Ein Hakenkreuz und ein durchgestrichener Davidstern an einer Gedenkstätte am Nordbahnhof in Berlin. Foto: Daniel Reinhardt/dpa
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Ein Hakenkreuz und ein durchgestrichener Davidstern an einer Gedenkstätte am Nordbahnhof in Berlin. Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Einschusslöcher in der Tür der Synagoge in Halle. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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Einschusslöcher in der Tür der Synagoge in Halle. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Hakenkreuze an Grabsteinen auf dem jüdischen Friedhof in Kröpeln (Landkreis Rostock). Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa
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Hakenkreuze an Grabsteinen auf dem jüdischen Friedhof in Kröpeln (Landkreis Rostock). Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa
Mörderischer Antisemitismus: Ein Beamter der Spurensicherung untersucht ein Einschussloch in einem Fenster in einem Haus gegenüber der Synagoge von Halle/Saale. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
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Mörderischer Antisemitismus: Ein Beamter der Spurensicherung untersucht ein Einschussloch in einem Fenster in einem Haus gegenüber der Synagoge von Halle/Saale. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
Mit Naziparolen beschmiert: Ein Abstellplatz für Einkaufswagen in Salzwedel&#39. Foto: Strauss-News/zb/dpa
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Mit Naziparolen beschmiert: Ein Abstellplatz für Einkaufswagen in Salzwedel'. Foto: Strauss-News/zb/dpa
Davidstern an der Synagoge der Jüdischen Gemeinde in Halle. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Archivbild
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Davidstern an der Synagoge der Jüdischen Gemeinde in Halle. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Archivbild
Einschusslöcher in der Tür der Synagoge von Halle. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Archivbild
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Einschusslöcher in der Tür der Synagoge von Halle. Foto: Jan Woitas/zb/dpa/Archivbild
Unter Polizeischutz: Synagoge in Stuttgart. Foto: Gregor Bauernfeind/dpa/Archivbild
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Unter Polizeischutz: Synagoge in Stuttgart. Foto: Gregor Bauernfeind/dpa/Archivbild

Vor zwei Wochen verübte ein Deutscher einen Anschlag in Halle. Vermeintliches Ziel - eine Synagoge. Eine Umfrage des Jüdischen Weltkongresses belegt, Antisemitismus in Deutschland ist verbreitet.

Berlin (dpa) - Jeder vierte Deutsche hegt laut einer neuen Studie antisemitische Gedanken. Und 41 Prozent sind gar der Meinung, Juden redeten zu viel über den Massenmord des Nazi-Regimes an den europäischen Juden.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Jüdischen Weltkongresses, über die die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagsausgabe) berichtete. Die Befragung mit 1300 Teilnehmern fand vor zweieinhalb Monaten statt, also vor dem Anschlag auf die Synagoge in Halle.

Dem Bericht zufolge behaupten 28 Prozent der als Elite bezeichneten Umfrageteilnehmer, Juden hätten zu viel Macht in der Wirtschaft, 26 Prozent attestieren Juden "zu viel Macht in der Weltpolitik". Zur Elite zählen die Studienautoren Hochschulabsolventen mit einem Jahreseinkommen von mindestens 100.000 Euro.

Weiter ergab die Befragung laut "SZ", dass fast die Hälfte von ihnen (48 Prozent) behauptet, Juden verhielten sich loyaler zu Israel als zu Deutschland. Zwölf Prozent aller Befragten gaben an, Juden trügen die Verantwortung für die meisten Kriege auf der Welt. 22 Prozent sagen, Juden würden wegen ihres Verhaltens gehasst.

Wachsender Antisemitismus wird der Studie zufolge von einer überwältigenden Mehrheit in der Bevölkerung wahrgenommen und mit dem Erfolg rechtsextremer Parteien in Verbindung gebracht. 65 Prozent der Deutschen und 76 Prozent der sogenannten Elite sehen einen Zusammenhang.

Der Jüdische Weltkongress (WJC) ist eine Vereinigung, die jüdische Gemeinden und Organisationen in 100 Ländern vertritt. Der Präsident Ronald S. Lauder sagte der "SZ" zu der Studie, Antisemitismus habe in Deutschland einen Krisenpunkt erreicht. "Es ist an der Zeit, dass die gesamte deutsche Gesellschaft Position bezieht und Antisemitismus frontal bekämpft."

In Halle hatte am 9. Oktober ein Deutscher schwer bewaffnet versucht, in eine Synagoge einzudringen. Als sein Plan misslang, erschoss er auf der Straße eine 40 Jahre alte Frau und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss. Der 27-Jährige ist in Untersuchungshaft und gibt ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv zu.

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