Bericht der New York Times

Fast drei Jahre nach Khashoggi-Mord: Erschreckende Details über saudisches Tötungskommando enthüllt

Jamal Khashoggi
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Der saudische Journalist Jamal Khashoggi wurde Anfang Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudiarabischen Agenten getötet. 

Mitglieder des saudischen Mordkommandos, das den Regimekritiker Khashoggi 2018 ermordet hatte, sollen in den USA ausgebildet worden sein. Welche Rolle spielte Präsident Obama?

New York - Fast drei Jahre nach dem brutalen Mord am saudi-arabischen Regimekritiker* Jamal Khashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul kommen neue, bedenkliche Erkenntnisse ans Licht. So sollen mehrere an der Tötung beteiligte Agenten eine paramilitärische Ausbildung in den USA genossen haben.

Mehrere Mörder von Regimekritiker Jamal Khashoggi sollen in den USA ausgebildet worden sein

Wie die New York Times berichtet, sollen vier Mitglieder des Mordkommandos 2017 an einem vom US-Außenministerium genehmigten Training der privaten Sicherheitsfirma Tier 1 Group teilgenommen haben. Zwei von ihnen sollen zudem bereits von Oktober 2014 bis Januar 2015 einen vorherigen Ausbildungsgang besucht haben.

Die Zeitung berief sich auf die Aussage eines Managers des US-Unternehmens Cerberus Capital Management, der Muttergesellschaft der Tier 1 Group. Dieser hatte sich für einen Posten im US-Verteidigungsministerium beworben. In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem Pentagon erklärte er, dass die Ausbildung der saudiarabischen Agenten defensiver Natur gewesen sei und „keinen Bezug zur ihren späteren abscheulichen Taten“ gehabt habe.

Mord an Jamal Khashoggi: Obama-Regierung soll grünes Licht für Ausbildung gegeben haben

Die Schulungen erfolgten dem Bericht zufolge mit Genehmigung der US-Regierung unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama*. Über die mutmaßliche Ausbildung von Mitgliedern des Mordkommandos in den USA hatte 2019 bereits die Washington Post berichtet.

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 von einem 15-köpfigen saudiarabischen Geheimdienstkommando ermordet worden. Seine Leiche wurde zerstückelt. Nach einem Ende Februar 2021 veröffentlichten Bericht des US-Geheimdienstes hatte Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman den Einsatz zur Gefangennahme oder Tötung Khashoggis genehmigt.

Mord an Jamal Khashoggi: Riad bestreitet Tötung zunächst - gibt sie dann aber doch zu

Riad hatte die Ermordung Khashoggis zunächst bestritten, unter internationalem Druck aber schließlich zugegeben, dass der Gegner des mächtigen Kronprinzen „bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme“ getötet worden sei. Eine Verwicklung des Thronfolgers wies das Königreich aber entschieden zurück. Später wurden bei einem undurchsichtigen Prozess in Saudi-Arabien fünf saudiarabische Staatsbürger zum Tode und drei weitere zu Haftstrafen verurteilt. Die Todesstrafen wurden seither in Haftstrafen verwandelt.

Khashoggi hatte vor seinem Tod im Exil in den USA* gelebt. Er schrieb Kolumnen für die Washington Post, die oft Kritik an der saudischen Monarchie enthielten. (mt/dpa/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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