Nahost-Konflikt

Israel: Nach Raketenbeschuss – Islamischer Dschihad verkündet Waffenruhe

Israel bombardiert nach eigenen Angaben mehrere Stellungen von Dschihadisten. Die Spannungen mit den Palästinensern wachsen. 

  • In Israel eskaliert der Konflikt zwischen der Armee und dem Islamischen Dschihad. 
  • Die radikale Palästinenserorganisation hatte israelisches Territorium beschossen. 
  • Die israelische Armee antwortete mit Raketen.

Update, 25.02.2020, 08.44 Uhr: Nach zweitägigen Raketenangriffen auf Israel hat die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad in der Nacht zum Dienstag einseitig eine Waffenruhe verkündet. Ein Sprecher der Gruppe teilte mit, diese gelte seit 23.30 Uhr Ortszeit (22.30 Uhr MEZ) am Montagabend. Bis Dienstagmorgen sei kein Geschoss mehr aus dem Gazastreifen abgefeuert worden, bestätigte eine israelische Armeesprecherin.

Nur eine Woche vor einer Parlamentswahl in Israel war der Konflikt mit dem Islamischen Dschihad erneut eskaliert. Die Gruppierung hatte Dutzende Raketen auf Israel abgefeuert, nachdem am Sonntag eines ihrer militanten Mitglieder bei einem Angriff an der Gaza-Grenze von israelischen Soldaten erschossen worden war. Israels Luftwaffe bombardierte daraufhin Ziele des Islamischen Dschihad in Syrien und im Gazastreifen. In Syrien wurden dabei sechs Menschen getötet, zwei Dschihad-Mitglieder und vier Mitglieder pro-iranischer Milizen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte.

Israel feuert Raketen auf Gazastreifen und Syrien

Erstmeldung, 24.02.2020, 07.00 Uhr: Nach Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israel laut eigenen Angaben Ziele in dem Palästinensergebiet sowie in Syrien bombardiert. Die israelischen Angriffe am späten Sonntagabend hätten sich gegen Stellungen der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad gerichtet, teilten die israelischen Streitkräfte mit. Der Islamische Dschihad ist auch in Syrien aktiv.

Israel: Armee greift Ziele des Islamischen Dschihad an

Die israelische Armee griff demnach Stellungen des Islamischen Dschihad in südlichen Vororten von Damaskus an. Dabei sind Aktivisten zufolge sechs Menschen getötet worden. Darunter sei eine „Drehscheibe“ für die Aktivitäten der Organisation in Syrien gewesen. Eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP in Damaskus hörte mehrere starke Explosionen kurz vor Mitternacht. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, „die meisten feindlichen Raketen“ seien abgeschossen worden, bevor sie ihre Ziele erreicht hätten. 

Israel* hat seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs* im Jahr 2011 bereits hunderte Luftangriffe in Syrien gegen die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad, iranische Ziele und mit dem Iran verbündete Milizen geflogen. Der Iran steht in dem Konflikt an der Seite von al-Assad.

Zuvor am Abend waren den Armee-Angaben zufolge aus dem Gazastreifen mehr als 20 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert worden. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit heulten in der Stadt Aschkelon und in anderen Orten im Süden Israels Alarmsirenen. Durch die Angriffe wurde laut den israelischen Streitkräften jedoch niemand schwer verletzt. 

Israel: Leiche mit Bulldozer weggebracht  

Mehr als ein Dutzend der Geschosse seien von der israelischen Luftabwehr abgefangen worden. Der Islamische Dschihad bekannte sich zu dem Beschuss des israelischen Territoriums. Die Organisation bezeichnete dies als Vergeltungsaktion für die Tötung eines ihrer Kämpfer zuvor am Sonntag an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel.

Ein Feuerball, ausgelöst durch einen Raketenschlag, erhellt den nächtlichen Himmel über Rafah im südlichen Gazastreifen. 

Israelische Soldaten hatten den 27-Jährigen erschossen, weil er nach Armee-Angaben eine Bombe legen wollte. Danach habe ein Bulldozer der israelischen Streitkräfte die Leiche des Palästinensers geborgen, sagte eine Armeesprecherin.

Marvin Ziegele mit AFP 

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu ist wegen Korruption angeklagt. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lange Gefängnisstrafe.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

Rubriklistenbild: © AFP

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