IS-Terrormiliz tötet angeblich 30 eigene Kämpfer

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Freiwillige einer gegen den IS kämpfenden schiitischen Miliz im Norden des Iraks. Foto: Ali Mohammed

Bagdad (dpa) - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) soll 30 Anhänger getötet haben, weil sie vor Kämpfen mit der irakischen Armee geflohen sind. Augenzeugen berichten, die Leichname seien nördlich der Stadt Tikrit verbrannt worden.

Demnach hat der IS eine Spezialeinheit geschaffen, die geflohene Kämpfer verfolgen soll.

Die Extremisten hätten außerdem 20 junge Männer unter dem Vorwurf getötet, sie hätten für schiitische Milzen kämpfen wollen. Die irakische Armee und schiitische Milizen haben vor einer Woche eine Großoffensive gegen die sunnitischen IS-Extremisten begonnen, um die Provinzhauptstadt Tikrit rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad zu befreien. Die Stadt liegt an einer wichtigen Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt und der IS-Hochburg Mossul im Nordirak.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Montag zugleich, im Norden Syriens seien mindestens neun Menschen bei Gefechten zwischen IS-Anhängern und abtrünnigen IS-Kämpfern ums Leben gekommen. Eine Gruppe von zehn ausländischen Extremisten habe zuvor versucht, über die Türkei in ihre Heimatländer zurückzukehren. Neun von ihnen kamen demnach aus dem Westen.

Bei Kämpfen gegen den IS wurde im Nordosten Syriens laut Aktivisten erstmals eine Deutsche in den Reihen der kurdischen Einheiten getötet. Die junge Frau sei nordwestlich der Stadt Al-Hassaka ums Leben gekommen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Laut der kurdischen Nachrichtenagentur ANF starb die 19-Jährige bereits am Samstagmorgen in der Nähe des Ortes Tell Tamr. Das Auswärtige Amt bestätigte den Tod der Deutschen nicht. "Ich kann auch zu den Details nichts sagen", erklärte eine Sprecherin.

Nach Informationen der "Tageszeitung" (taz) wuchs die junge Frau in Duisburg auf. Sie sei bei der Verteidigung des christlichen Dorfes Til Hemis gestorben, schreibt das Blatt (Dienstag). Der Ort liegt rund 200 Kilometer östlich von Kobane. Ihr Leichnam sei offenbar nicht in die Hände des IS gefallen.

Laut ANF hatte die junge Frau afrikanische Wurzeln und war Anhängerin der kommunistischen Partei MLKP aus der Türkei. Sie habe seit sechs Monaten in den Reihen der Kurden gegen den IS gekämpft. Auch ein Internetvideo soll die Frau zeigen. Darin sagt sie, sie sei nach Nordsyrien gekommen, "weil man hier für die Menschlichkeit kämpft".

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich derweil empört gezeigt über die gezielte Zerstörung altorientalischer Kulturstätten durch IS-Terroristen im Irak. Ban rief die internationale Staatengemeinschaft in einer Mitteilung dazu auf, wie bereits vom Weltsicherheitsrat gefordert den abscheulichen Terror zu stoppen. Auch der illegale Handel mit Kulturgütern müsse unterbunden werden.

Die über weite Teile des Iraks herrschende Terrororganisation IS setzt die Zerstörung altorientalischer Kulturstätten fort. IS-Kämpfer hätten am Sonntag assyrische Ruinen bei Chorsabad in der Provinz Ninive gesprengt, sagte ein Mitarbeiter der Altertumsbehörde von Ninive der Deutschen Presse-Agentur. Seit Tagen vernichten die Dschihadisten wertvolle Jahrtausende alte Relikte im Irak - darunter auch die Weltkulturerbe-Stätte Al-Hadra.

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