Nach Protesten wegen Tod von Amini

Iran will Sittenpolizei auflösen – Kritiker reagieren allerdings verhalten

Iran
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Proteste in Teheran.

Teheran verkündet, die Sittenpolizei - in deren Gewahrsam Mahsa Amini starb - aufzulösen. Für Kritiker ist das jedoch nur ein „erster Schritt“.

Teheran - Im Iran ist nach Angaben des Generalstaatsanwalts die Sittenpolizei aufgelöst worden, die bislang hauptsächlich für die Einhaltung der Kleidungsvorschriften von Frauen zuständig war.

„Die Sittenpolizei wurde aufgelöst, aber die Justizbehörde wird sich weiterhin mit dieser gesellschaftlichen Herausforderung auseinandersetzen“, zitierte die Tageszeitung Shargh den Generalstaatsanwalt Mohammed-Dschafar Montaseri am Sonntag (4. Dezember). Weitere Details zu den Umständen und der Umsetzung der Auflösung gab es nicht.

Ende der Sittenpolizei in Iran: laut Kritikern „nur der erste Schritt“

Kritiker der politischen Führung reagierten verhalten auf die Ankündigung. Das Problem sei nicht die Sittenpolizei, sondern die Aufhebung des Kopftuchzwangs, twitterte ein iranischer Aktivist. „Frauen müssen überall ohne Kopftuch verkehren können“, forderte er. Und dies sei „nur der erste Schritt.“ Beobachtern zufolge würde die Auflösung der Sittenpolizei zwar kein Ende des Kopftuchzwangs für Frauen bedeuten, aber einen wichtigen Teilerfolg der Frauenbewegung im Iran darstellen.

Tod von Mahsa Amini: 22-Jährige starb in Gewahrsam der Sittenpolizei

Die Sittenpolizei war der Auslöser der seit über zwei Monaten andauernden systemkritischen Aufstände in dem Land. Mitte September verhafteten die islamischen Sittenwächter die 22-jährige Mahsa Amini. Unter ihrem Kopftuch sollen ein paar Haarsträhnen hervorgetreten sein. Amini starb wenige Tage später im Gewahrsam der Sittenpolizei. Seitdem protestieren im Iran Menschen gegen das islamische System und dessen Gesetze und Vorschriften. (dpa/AFP)

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