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Präsidentschaftswahl im Iran: Hardliner Raisi mit besten Aussichten – niedrige Wahlbeteiligung erwartet

Im Iran stehen am Freitag die Präsidentschaftswahlen an. Ein politischer Hardliner gilt als klarer Favorit. Teile der Bevölkerung äußern ihren Unmut über die Wahl.

  • Im Iran* stehen am Freitag die Präsidentschaftwahlen an.
  • Als aussichtsreichster Kandidat auf das Amt gilt der ultra-konservative Kleriker Ebrahim Raisi.
  • Beobachter rechnen mit einer deutlich niedrigeren Wahlbeteiligung als noch 2017.
  • DIeser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Teheran - Der Iran steht am Freitag vor einer Weichenstellung für die Zukunft des Landes in den kommenden Jahren. Dann werden die circa 59 Millionen Wahlberechtigten des Landes einen neuen Präsidenten wählen, der das Amt für mindestens vier Jahre innehaben wird. Der aktuelle Staatschef des Irans, Hassan Rohani, darf nach seiner Wiederwahl im Jahr 2017 auf Grund der Amtszeitbegrenzung nicht erneut antreten.

Iran: Präsidentschaftswahl 2021 - Hardliner Raisi gilt als aussichtsreichster Kandidat

Experten rechnen jedoch damit, dass ein Großteil der Wahlberechtigten dem Ruf an die Wahlurnen nicht folgen wird. Grund dafür ist die Entscheidung des iranischen Wahlgremiums, mehrere Spitzenkandidaten ohne Begründung gar nicht erst für die Wahl zuzulassen. Teile der Bevölkerung werfen dem aus zwölf Personen bestehenden Wächterrat, der die Entscheidung über die Zulassung der Präsidentschaftskandidaten trifft, vor, eine inszenierte und undemokratische Wahl zu veranstalten.

Klarer Favorit im Kampf um das Präsidentenamt ist der aktuelle Justizchef und Kleriker Ebrahim Raisi. Der 61-Jährige wird als politischer Hardliner angesehen - auch mit Blick auf das Atomabkommen* - und gilt als Wunschkandidat des Establishments. Raisi kandidierte bereits vor vier Jahren um das Amt, unterlag damals jedoch Amtsinhaber Rohani. 2021 könnte der Weg für ihn frei sein. Der Kleriker sieht sich als Nachfahre des Propheten Mohammed, im schiitischen Klerus hat er den zweithöchsten Rang eines Hodschatoleslam inne. Als Politiker präsentiert sich der Ultrakonservative als „unerbittlicher“ Kämpfer gegen Armut und Korruption.

Präsidentschaftswahlen im Iran: Beobachter rechnen mit niedriger Wahlbeteiligung

Echte Konkurrenten für den 60-Jährigen gibt es Beobachtern zufolge bei der Wahl nicht. Die Wahllokale in Iran* öffnen am Freitagmorgen um 4.30 Uhr deutscher Zeit und schließen gegen 23.30 Uhr. Mit ersten Ergebnissen wird jedoch erst am Sonntag gerechnet. Noch interessanter als der Ausgang der Wahl könnte jedoch die Wahlbeteiligung werden. Umfragen wollen lediglich 40 Prozent der Wahlberechtigten an der Wahl teilnehmen. 30 Prozent weniger als bei der vergangenen Wahl 2017. (fd) Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: ©  ATTA KENARE/AFP

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