Auf einen Schlag

Hyperinflation: Venezolanische Währung verliert 96 Prozent an Wert

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Wirtschaftskrise in Venezuela - Demonstration

In Venezuela ist eine Hyperinflation im vollen Gange. Der Bolivar hat auf einen Schlag ganze 96 Prozent an Wert verloren. Neue Geldscheine wurden bereits gedruckt. 

Caracas - Die venezolanische Währung ist auf einen Schlag um 96 Prozent abgewertet worden. Die Zentralbank legte am Dienstag einen neuen Wechselkurs von 68,65 Bolívar für einen Euro fest. Bereits am Vortag waren im Kampf gegen die Hyperinflation neue Geldscheine in Umlauf gebracht worden, die über fünf Nullen weniger verfügen als der alte Bolívar. Überdies schränkte die Regierung den Devisenhandel stark ein. 

Der Montag war in Venezuela ein freier Tag, am Dienstag bildeten sich lange Schlange vor den Geldautomaten. Allerdings konnten Kunden jeweils nur zehn Bolívar abheben, wofür man in dem von einer enormen Inflation gebeutelten Venezuela noch nicht einmal einen Kaffee bekommt. 

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Am Dienstag verfügte die Regierung in Caracas zudem, dass Banken zwar Devisen kaufen, aber nicht verkaufen dürfen. Alle staatlichen und privat geführten Banken dürften Devisen gegen die venezolanische Landeswährung eintauschen, sagte Kommunikationsminister Jorge Rodríguez bei einer Pressekonferenz. Im Devisenhandel wurde der Ankauf auf 400.000 Dollar (350.000 Euro) monatlich für Unternehmen und 500 Dollar monatlich für Einzelpersonen beschränkt. 

Regierung könnte die US-Dollar im Land einsammeln 

Analysten vermuten, dass Venezuelas Regierung wegen der Finanzkrise des Landes die US-Dollar, die im Land im Umlauf sind, einsammeln will. Angesichts eines Haushaltsdefizits von rund 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und des Verfalls des Ölpreises muss sie ihre Liquidität dringen erhöhen. 

Venezuela steckt infolge von Ölpreisverfall und Misswirtschaft in einer tiefen Wirtschaftskrise. Hyperinflation, Knappheit bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung machen vielen Venezolanern zu schaffen. Die Opposition macht den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro für die Wirtschaftskrise verantwortlich. Rund 2,2 Millionen Menschen verließen das Land bereits auf der Flucht vor der Wirtschafts- und sozialen Krise.

AFP

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