USA

Ermittlungen gegen Hunter Biden: Justizminister Barr weiß seit dem Frühjahr Bescheid

Hunter Biden ist ins Visier von Steuerermittlern geraten. Donald Trumps Justizminister William Barr wusste das bereits vor der US-Wahl.

  • Steuerfahnder ermitteln gegen den Sohn von Joe Biden. Hunter Biden sagt dazu: „Ich nehme das sehr ernst.“
  • Donald Trump hatte Hunter Biden mehrfach im Wahlkampf angegriffen.
  • Nun werden erste Forderungen nach einem Sonderermittler laut. Trump wittert Wahlbetrug.

+++ 14.01 Uhr: William Barr, Justizminister der USA, weiß seit mindestens dem Frühjahr dieses Jahres von den Ermittlungen wegen der Finanzgeschäfte von Hunter Biden. Das berichtet „The Wall Street Journal“. Barr habe sich dafür eingesetzt, dass die Ermittlungen während dem hitzigen Wahlkampf zwischen Joe Biden und Donald Trump nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

US-Justizminister William Barr hat sich trotz des Drucks von Donald Trump dafür eingesetzt, dass die Ermittlungen gegen Hunter Biden nicht an die Öffentlichkeit geraten.

Mehrere Republikaner, darunter auch Präsident Donald Trump, hatten William Barr laut US-Medien monatelang dazu gedrängt, Hunter Bidens Finanzgeschäften nachzugehen, da sein Vater Joe Biden im Wahlkampf zulegen konnte. Die Ermittlung wegen „Steuerangelegenheiten“ gegen Hunter Biden wurden in dieser Woche öffentlich. Derzeit werden die Finanzgeschäfte von Joe Bidens Sohn in mehreren US-Bundesstaaten überprüft.

Umfangreiche Ermittlungen gegen Hunter Biden

Update vom Freitag, 11.12.2020, 12.51 Uhr: Die Ermittlung gegen Hunter Biden, Sohn des künftigen Präsidenten der USA*, Joe Biden, wegen „Steuerangelegenheiten“ werden wohl umfangreicher ausfallen, als zunächst von Hunter Biden verkündet. Zusätzlich zu den Steueruntersuchungen im US-Bundesstaat Delaware werden finanzielle Angelegenheiten von Hunter Biden im südlichen Bezirk von New York unter die Lupe genommen. Außerdem untersuchen Ermittler seit Anfang letzten Jahres in Delaware und Washington den Verdacht der Geldwäsche und die Auslandbeziehungen von Hunter Biden.

Der US-Präsidentschaftskandidat und sein Sorgenkind: Joe Biden mit seinem Sohn Hunter.

Derzeit gibt es keinen Hinweis darauf, dass gegen Joe Biden selbst ermittelt wird. Aber die „Steuerangelegenheiten“ seines Sohnes könnten die Präsidentschaft des 78-Jährigen erschweren und ein wenig schmeichelhaftes Licht auf die Geschäfte seiner Verwandten werfen, die oft versuchen, aus den politischen Verbindungen der Familie, zu der neben Hunter vor allem seine Frau Jill Biden* und seine Tochter Ashley Biden* gehören, Kapital zu schlagen. Das berichtet das Nachrichtenportal „Politico“. Auch gegen Joe Bidens Bruder Jim Biden soll nach Angaben von US-Medien ermittelt werden.

Name:Robert Hunter Biden
Alter: 50 Jahre (4. Februar 1970)
Geburtsort:Wilmington, Delaware
Kinder:Finnegan Biden, Maisy Biden, Naomi Biden
Ehepartnerinnen:Melissa Cohen (seit 2019), Kathleen Biden (1993-2017)
Geschwister:Beau Biden, Ashley Biden, Naomi Biden
Eltern:Joe und Neilia Biden

Hunter Biden hatte kürzlich erklärt, dass er die Angelegenheit sehr ernst nehme. „Aber ich bin zuversichtlich, dass eine professionelle und objektive Überprüfung dieser Angelegenheiten zeigen wird, dass ich meine Angelegenheiten rechtlich angemessen behandele, auch mit dem Nutzen der professionellen Steuerberater“, so Hunter Biden weiter.

Hunter Biden: Ermittlungen wegen Steuerangelgenheiten

Update vom Donnerstag, 10.12.2020, 11.15 Uhr: Nachdem Hunter Biden am Mittwoch bekannt gegeben hat, dass gegen ihn wegen „Steuerangelegenheiten“ ermittelt wird, werden bereits die ersten politischen Forderungen laut.

Ermittlungen gegen Hunter Biden: Folgt ein Sonderermittler?

Beispielsweise forderte Ken Buck, Abgeordneter im Repräsentantenhaus, dass ein Sonderermittler eingesetzt werden müsse. Es müsse vor allem untersucht werden, was sich auf Bidens Laptop befinde, so Buck.

Zudem betonte er, dass dies unabhängig davon passieren müsse, wer US-Präsident sei: Es sei egal, „wer im Weißen Haus sitzt.“ Falls es dazu kommen sollte, dass ein Sonderermittler ernannt würde, könnte dieser weitestgehend unabhängig vom neuen Justizminister, den Joe Biden ernennt, ermitteln. Das böte den Republikanern wohl die Gelegenheit das Thema politisch zu nutzen.

Auch Donald Trump reagierte bereits auf die Nachricht, dass gegen Hunter Biden ermittelt wird. Trump schrieb bei Twitter, dass zehn Prozent der Wähler anders gewählt hätten, falls sie über Hunter Biden informiert gewesen wären.

Donald Trump fügte hinzu: „Ich habe trotzdem gewonnen.“ Damit wiederholte er seine Vorwürfe des Wahlbetrugs, die er seit Wochen verbreitet. Dass gegen seinen Sohn ermittelt wird und das Thema eine derartige Aufmerksamkeit erfährt, könnte für Joe Biden zur ersten Prüfung werden, noch bevor er als US-Präsident im Januar vereidigt wird.

Erstmeldung vom Mittwoch, 09.12.2020, 23.00 Uhr: Gegen den Sohn des gewählten US-Präsidenten Joe Biden*Hunter Biden, wird nach eigenen Angaben auf Bundesebene wegen „Steuerangelegenheiten“ ermittelt. In einem Statement von dem Übergangsteam seines Vaters gab Hunter Biden am Mittwoch (Ortszeit) an, seine Anwälte seien am Vortag von der Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Delaware über die Ermittlungen informiert worden.

Joe Biden (r.) und sein Sohn Hunter. (Archivfoto)

„Ich nehme das sehr ernst, aber ich bin zuversichtlich, dass eine professionelle und objektive Überprüfung dieser Angelegenheiten zeigen wird, dass ich meine Angelegenheiten legal und angemessen gehandhabt habe, unter anderem mithilfe professioneller Steuerberater“, erklärte Hunter Biden laut der Nachrichtenagentur „AFP“. 

Ermittlungen gegen Hunter Biden - Trump-Angriffe im US-Wahlkampf

Bidens Sohn war im US-Wahlkampf immer wieder Ziel von Angriffen des nun abgewählten Präsidenten Donald Trump*. Trump erhob gegen Hunter und Joe Biden - der von 2009 bis 2017 Vizepräsident war - schwere Korruptionsvorwürfe. Hintergrund sind fragwürdige Auslandsgeschäfte Hunter Bidens in der Ukraine und in China. Hunter Biden hatte zwischen 2014 und 2019 einen lukrativen Posten im Aufsichtsrat des ukrainischen Gaskonzerns Burisma inne.

Der künftige Präsident Joe Biden hatte die Angriffe gegen sich und seine Familie im Wahlkampf als Verleumdungskampagne zurückgewiesen. Bidens Team teilte mit, er sei stolz auf seinen Sohn. Hunter Biden habe sich schweren Herausforderungen stellen müssen, „einschließlich der bösartigen persönlichen Angriffe der letzten Monate“. Er sei daraus gestärkt hervorgegangen. (Svenja Wallocha mit Agenturen) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/dpa

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