Angriffe auf Hafenstadt Hodeida

Hilfsorganisationen befürchten Hungersnot im Jemen - Ärzte ohne Grenzen stellt Arbeit ein

Drohende Hungersnot im Jemen
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Drohende Hungersnot im Jemen

Ein Bündnis internationaler Hilfsorganisationen zeigt sich angesichts der bevorstehenden Militäroffensive im Jemen besorgt. Ärzte ohne Grenzen pausiert Arbeit.

Sanaa - Ein Großteil der dortigen Bevölkerung wäre im Falle einer Attacke betroffen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die unter anderem von den Organisationen Care, Save the Children und Handicap International unterzeichnet wurde. Die aktuelle Nahrungskrise könnte sich im schlimmsten Fall zu einer Hungersnot ausweiten.

Der Hafen von Hodeida im Westen des Jemens ist zentral für die Versorgung des Bürgerkriegslandes mit Hilfsgütern und Lebensmitteln. Bereits jetzt hätten 17 Millionen Menschen nicht ausreichend zu essen, hieß es weiter. Die Einfuhr von Nahrungsmitteln habe ein historisches Tief erreicht.

Zuletzt kam es um Hodeida immer wieder zu Kämpfen. Das Bündnis aus Hilfsorganisationen befürchtet, dass die international anerkannte Regierung des Jemens ihre Offensive schon bald auch auf die Stadt ausweiten könnte. Die Region um Hodeida wird von den Huthi-Milizen kontrolliert, die auch große Teile des Nordjemens inklusive der Hauptstadt Sanaa besetzt halten.

Angriff auf Krankenhaus im Jemen: Ärzte ohne Grenzen pausiert Arbeit

Wegen der Bombardierung eines Krankenhauses im Nordjemen hat die HilfsorganisationÄrzte ohne Grenzen (MSF) ihre Tätigkeiten in der Stadt Abs vorerst ausgesetzt. Ein Angriff der von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geführten Militärkoalition habe ein neues Behandlungszentrum getroffen, das sich um Cholera-Patienten kümmern sollte, hieß es am Montag in einer Mitteilung der Organisation. Da sich noch keine Patienten in der Einrichtung befunden hätten, habe es keine Opfer gegeben.

Der Luftangriff der Koalition spiegele jedoch deren Respektlosigkeit gegenüber medizinischen Einrichtungen und Patienten wider, sagte der Leiter der MSF-Mission im Jemen, Joao Martins. Das Haus sei gekennzeichnet gewesen, man habe der Militärkoalition die Koordinaten mitgeteilt. Der Angriff sei inakzeptabel, sagte Martins.

Bereits in der vergangenen Woche hatte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes IKRK 71 Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen aus dem Jemen abgezogen. Ein Cholera-Ausbruch führte nach Angaben des UN-Nothilfebüros Ocha zu mehr als einer Million Krankheitsfällen. In dem bitterarmen Land auf der arabischen Halbinsel kämpft die international anerkannte Regierung mit Hilfe einer Militärkoalition gegen Huthi-Rebellen, die große Teile im Norden des Landes kontrollieren.

dpa

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