Ex-Kanzler wird 85

Zum Geburtstag: Merkel würdigt Kohls Verdienste

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Helmut Kohl (r.) wird 85 Jahre alt. Angela Merkel würdigt die Verdienste des Ex-Kanzlers

Berlin - Helmut Kohl wird am Freitag 85 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Verdienste ihres Vorgängers hervorgehoben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat anlässlich des 85. Geburtstags von Helmut Kohl an diesem Freitag (3. April) die Verdienste des Altbundeskanzlers in Deutschland und Europa gewürdigt. In einem Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung (Donnerstag) erklärte Merkel, die europäische Einigung und die deutsche Einheit seien auch Kohls Werk. Ihm sei es gelungen, „das politische Kunststück einer Wiedervereinigung im Einklang mit all unseren Nachbarn und den ehemaligen Alliierten zu vollbringen. Gelungen ist ihm das, weil er wie kein Zweiter über Jahre hinweg Vertrauen aufgebaut hatte, von Washington über Paris, London und Brüssel bis nach Moskau. Dieser Kanzler des Vertrauens war für uns Deutsche ein Segen.“

Ex-US-Außenminister Henry Kissinger erklärte in einem Beitrag für die Zeitung, Kohls Vision von einem „friedlich vereinten und demokratischen Deutschland in einem vereinten Europa“ habe sich 1990 mit der Wiedervereinigung gegen alle Kritiker durchgesetzt. Kissinger: „Mit wenigen kühnen Zügen schuf er damals eine unbestreitbare Wirklichkeit und machte wahr, was lange Zeit als ferner Wunschtraum galt.“

Historiker: Merkel wird Kohl im Regierungsstil immer ähnlicher

Der Regierungsstil von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ähnelt nach dem Urteil des Historikers Paul Nolte immer stärker dem ihres Vorgängers und Parteifreundes Helmut Kohl. "Je mehr Zeit vergeht, umso mehr Ähnlichkeiten werden im Stil des Kanzlers und der Kanzlerin deutlich", sagte Nolte dem "Tagesspiegel" vom Donnerstag. Sie pflege wie einst Kohl einen "moderierenden Regierungsstil" und versuche "auf pragmatische Weise die CDU in der Mitte zu halten", sagte der Berliner Historiker.

Kardinal Marx würdigt Helmut Kohl

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die Verdienste von Altkanzler Helmut Kohl (CDU) um die europäische Einigung gewürdigt. „Ihnen war es immer ein Anliegen, ein Europa der Freundschaft und ein Europa ohne Mauern zu bauen“, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Gratulationsschreiben. „Dazu haben Sie in besonderer Weise beigetragen, und Sie können dankbar auf ein beachtliches Lebenswerk zurückblicken.“ Marx hob auch Kohls offenes Bekenntnis zum christlichen Glauben hervor: „Für diesen Einsatz, aber auch für Ihre sozialpolitischen Überzeugungen, die deutlich von der Soziallehre der katholischen Kirche geprägt waren, sind wir Ihnen ebenfalls dankbar.“

CDU-Vize Klöckner würdigt Kohl als „Weltbürger“

Auch die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hat Helmut Kohl zu dessen 85. Geburtstag  gewürdigt und ihn als „Mann der Weltgeschichte“ bezeichnet. „Er ist eine Institution“, sagte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin am Donnerstag in Mainz. Mit Blick auf die CDU-Spendenaffäre und auf die der Kritik an Kohl sagte sie: „Ich habe den Eindruck, dass mit der Zeit auch eine gewisse Versöhnung da ist.“ Wer sich das Leben von Kohl genauer betrachte, müsse die gesamte Bandbreite sehen. Sein Leben habe sicherlich Höhen und Tiefen gehabt. Der Altkanzler weigert sich bis heute, die Namen der Spender zu nennen, von denen er Geld am Gesetz vorbei für die Parteiarbeit angenommen hatte.

Die CDU Rheinland-Pfalz hängte am Donnerstag ein Plakat zu Ehren Kohls auf, der an diesem Freitag 85 Jahre alt wird. „Herzlichen Glückwunsch! Zum 85. Geburtstag“, heißt es darauf. Kohl war in Rheinland-Pfalz CDU-Landesvorsitzender und Ministerpräsident. Er feiert seinen Geburtstag zu Hause in Ludwigshafen-Oggersheim. Klöckner will ihn besuchen.

dpa

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