Gedenken zum 20. Juli 1944

Maas warnt vor Umdeutung der Symbole des NS-Widerstandes

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Gedenkveranstaltung zum 74. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler im Ehrenhof des Bendlerblocks. Foto: Britta Pedersen

Vor 74 Jahren wollten deutsche Offiziere den Krieg beenden und Hitler stürzen. Doch das Attentat scheiterte und die Nazis nahmen blutige Rache. Nun wird wie jedes Jahr an den Widerstand erinnert.

Berlin (dpa) - Am 74. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 hat Außenminister Heiko Maas zum Widerstand gegen rechtspopulistische Tendenzen aufgerufen.

Der SPD-Politiker bezeichnete es am Freitag "beschämend", wenn sich heute ausgerechnet jene auf "Recht zum Widerstand" beriefen, die Volksvertreter lautstark als "Volksverräter" schmähen, die Erinnerung als "Schuldkult" abtun und freie Medien als "Lügenpresse" diffamieren. "Und deshalb darf es kein feines Schweigen geben, wenn Wutbürger und Ewiggestrige solche Symbole des Widerstands perfide umdeuten", mahnte Maas.

"Erinnern heißt auch: laut und deutlich zu widersprechen", betonte der Minister. "Dazu bedarf es keines Märtyrertums. Im Jahr 2018 reicht dafür Zivilcourage", sagte Maas.

Vertreter aus Politik und Gesellschaft versammelten sich im Ehrenhof des Bendlerblocks zu einer Gedenkveranstaltung. Am späten Nachmittag sollten Bundeswehr-Rekruten auf dem Paradeplatz am Bendlerblock, der Dienstsitz des Verteidigungsministeriums ist, ihr feierliches Gelöbnis ablegen.

Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten und den Krieg zu beenden. Stauffenberg und drei Mitverschwörer wurden noch am Abend des Attentats im Innenhof des Bendlerblocks erschossen. In den folgenden Wochen und Monaten richteten die Nazis 89 weitere Beteiligte und Unterstützer hin.

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