30 Jahre Mauerfall

Mauerfall: Frank-Walter Steinmeier richtet emotionale Worte an Michail Gorbatschow

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Frank Walter-Steinmeier dankt Michail Gorbatschow.

Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dankt in diesem Zusammenhang vor allem Michail Gorbatschow.

  • Am 9. November jährt sich der Mauerfall zum 30. Mal.
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier richtet in Hinblick auf die Feierlichkeiten emotionale Worte an Michail Gorbatschow.
  • Gorbatschow selbst findet auch kritische Worte in Bezug auf die Entwicklungen nach dem Mauerfall.

Berlin -  Der 30. Jahrestag des Mauerfalls steht an und damit auch eine Zeit des Zurückdenkens. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat kurz vor den Feierlichkeiten dem früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow für seinen Beitrag zur deutschen Einheit gedankt. „Deutschland ist Ihnen auf immer zugroßem Dank verpflichtet und in tiefer Dankbarkeit verbunden“, schreibt Steinmeier in einem Brief, der am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde.

Frank-Walter Steinmeier: Emotionale Worte an Michail Gorbatschow

„Wir haben nicht vergessen und wir werden nicht vergessen, dass das Wunder der friedlichen Wiedervereinigung meines Landes und das Ende der Teilung Europas nicht möglich gewesen wäre ohne die mutigen und menschlichen Entscheidungen, die Sie damals persönlich getroffen haben“, heißt in dem Dankesschreiben an Michail Gorbatschow.

Doch neben dem Dank beklagt Frank-Walter Steinmeier, dass sich nicht alle Hoffnungen von damals erfüllt hätten. „Am meisten schmerzt mich der Zustand der deutsch-russischen und europäisch-russischen Beziehungen“, erklärt er den negativen Blickpunkt und weiter: „Es bleibt Auftrag und Verpflichtung, uns mit der gewachsenen Entfremdung der letzten Jahre nicht abzufinden und das Ziel einer gemeinsamen Zukunft in Frieden und Zusammenarbeit nicht aus den Augen zu verlieren.“

Michail Gorbatschow denkt zurück an die Zeit rund um den Mauerfall.

Im Jahr 1989 war Michail Gorbatschow Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Durch seinen Reformkurs wurde er unter anderem auch Hoffnungsträger der friedlichen Revolution in der DDR, die schlussendlich in der Wiedervereinigung mit Westdeutschland endete. In Russland steht er bis heute als Totengräber der Sowjetunion in der Kritik.

Michail Gorbatschow: Auch er denkt zurück an den Mauerfall vor 30 Jahren

Auch nach Ansicht des früheren Sowjetpräsidenten Michail Gorbatschow sind nicht alle Erwartungen erfüllt worden. „Die Menschen hofften auf ein Ende der Teilung Europas. Sie hofften auf eine neue Ära des Friedens“, erklärt der Friedensnobelpreisträger in Moskau. Damals hätten die Menschen in der DDR gehofft, dass ganz Europa „unser gemeinsames Zuhause“ werde. „Doch wir sind noch weit davon entfernt, diese Hoffnungen zu verwirklichen“, erklärt Gorbatschow.

Die rasante Entwicklung nach dem Mauerfall vor 30 Jahren rief bei Michail Gorbatschow allerdings auch Sorgen hervor. „Niemand hat das erwartet“, gibt der ehemalige Präsident an. „In dieser Hinsicht gab es Besorgnis.“ Doch gerade solche historischen Momente würden laut ihm die Weisheit und das Verantwortungsbewusstsein von Staaten und ihren Führungen unter Beweis stellen. Laut Michail Gorbatschow haben sie diesen Test bestanden.

Michail Gorbatschow lobt friedlichen Protest in der DDR vor dem Mauerfall

Die Bürger der DDR hätten damals ihre Forderungen friedlich zum Ausdruck gebracht. „Sie haben gezeigt, dass sie Lehren aus der Geschichte gezogen haben. Unsere Leute sind ihnen entgegengekommen, mit Sympathie für ihr Anliegen“, sagt er bei einer Veranstaltung seiner Stiftung. Er bezeichnet beide Völker als die „Haupthelden“ des Mauerfalls , der in Berlin mit über 200 Veranstaltungen gefeiert wurde.

Der frühere sowjetische Staats- und Parteichef kritisierte, dass „in Europa keine verlässliche Architektur der gemeinsamen Sicherheit geschaffen wurde - ein System zur Lösung von Konflikten“. Zugleich äußerte Gorbatschow aber die Hoffnung, dass die gegenwärtige Krise überwunden werden könne und die jetzige Generation der politischen Führungsspitze in der Lage sei, „Weisheit und Verantwortung zu zeigen, um den Dialog wiederherzustellen“. 

jw/dpa/afp

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