Ahrtal

Flut-Videos: Druck auf Mainzer Innenminister erhöht sich

Flut-Nacht im Ahrtal
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Das Standbild aus einem der Polizeivideos zeigt Häuser im Ahrtal, die bereits vom Wasser eingeschlossen sind.

In Rheinland-Pfalz fordern CDU und AfD den Rücktritt des Innenministers. Zuvor waren Polizeivideos aus der Flutnacht im Ahrtal bekannt geworden, die Zweifel an der Reaktion der Behörden wecken.

Mainz - In der Diskussion um die kürzlich aufgetauchten Polizeihubschrauber-Videos aus der Flutnacht vom Ahrtal wird der Ruf der Opposition in Rheinland-Pfalz nach einem Rücktritt von Innenminister Roger Lewentz (SPD) lauter. Trete Lewentz nicht von sich aus zurück, müsse Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ihn entlassen, forderten die beiden Fraktionsvorsitzenden von CDU und AfD im rheinland-pfälzischen Landtag, Christian Baldauf und Michael Frisch, am Mittwoch.

Das Innenministerium hatte am Dienstag Journalisten in Mainz die Videos gezeigt. Menschen und Hinweise auf bestimmte Häuser wurden zuvor in den insgesamt drei Videos verpixelt. Die Filme zeigen Aufnahmen von den Ahr-Orten Mayschoß bis Schuld zwischen 22.14 Uhr und 22.43 Uhr in der Flutnacht am 14. Juli 2021. Ganze Landstriche stehen auf den Filmen unter Wasser. Zu sehen sind auch (verpixelte) Menschen auf einem Garagendach und ein Auto, das mit eingeschaltetem Heckscheibenwischer und Innenbeleuchtung durch die Wassermassen treibt.

Baldauf erklärte, wer solche Videos nicht als Handlungsaufforderung begreife, sei fehl am Platz. Der Obmann der Freien Wähler im Landtags-Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe, Stephan Wefelscheid, sagte: „Hätte man diese Videos gesehen, hätte man echt krasse Anhaltspunkte dafür gehabt, dass hier zentrale Abwehrmaßnahmen erforderlich sind“. Frisch betonte, unabhängig davon, was Lewentz in der Flutnacht von den Videos gewusst habe oder nicht, sei sicher, dass sein Polizeiapparat am Abend des 14. Juli 2021 ein klares Lagebild über die historische Flutkatastrophe an der Ahr gehabt habe. dpa

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