Fehlende Milliarden: Simbabwer fordern Mugabes Rücktritt

+
Die Regierung hatte Ende Februar Diamantenminen beschlagnahmt und erklärt, die Bergbauunternehmen hätten es versäumt, Steuergelder in Höhe von 15 Milliarden Dollar zu zahlen. Foto: Aaron Ufumeli

Harare (dpa) - In Simbabwe haben Tausende Demonstranten eine Erklärung für das Fehlen von 15 Milliarden Dollar (rund 13 Milliarden Euro) Steuereinnahmen aus Diamantengeschäften gefordert. "Mugabe muss weg", hieß es auf den Transparenten vieler Demonstranten in der Hauptstadt Harare.

Mugabe müsse erklären, wo das Geld geblieben ist, erklärte Oppositionsführer Morgan Tsvangirai. Die Wirtschaft müsse angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen werden, forderte er. Die Mehrheit der Simbabwer lebe in großer Armut. "Mugabe muss sein Amt abgeben." Der 92-Jährige Staatschef ist in dem Land im südlichen Afrika seit gut drei Jahrzehnten an der Macht.

Die Regierung hatte Ende Februar Diamantenminen in der Region Marange, östlich von Harare, beschlagnahmt. Mugabe erklärte daraufhin, die Bergbauunternehmen hätten es versäumt, Steuergelder in Höhe von 15 Milliarden Dollar zu zahlen. Simbabwe besitzt eines der größten Diamantenvorkommen weltweit, gehört einem umfassenden UN-Index zufolge jedoch zu den ärmsten Ländern der Welt.

Vor seiner letzten Wiederwahl 2013 hatte Mugabe mehr als zwei Millionen neue Arbeitsplätze versprochen. Während offizielle Statistiken von einer Arbeitslosenrate im einstelligen Bereich sprechen, gehen Gewerkschaften von rund 80 Prozent aus.

Kommentare

Meistgelesen

Versicherungen schätzen: So hoch ist der Schaden der G20-Krawalle
Versicherungen schätzen: So hoch ist der Schaden der G20-Krawalle
Ticker zum NSU-Prozess: Plädoyer wird um eine Woche vertagt
Ticker zum NSU-Prozess: Plädoyer wird um eine Woche vertagt
Mindestens 26 Tote bei Autobomben-Explosion in Kabul
Mindestens 26 Tote bei Autobomben-Explosion in Kabul
Verfassungsgericht: Gefährder dürfen abgeschoben werden
Verfassungsgericht: Gefährder dürfen abgeschoben werden
Ankara: Beziehungen zu Deutschland nicht auf Basis von "Drohungen" möglich
Ankara: Beziehungen zu Deutschland nicht auf Basis von "Drohungen" möglich