Exzentrischer Tesla-Chef

Elon Musk lässt auf Twitter über wirren „Friedensplan“ abstimmen – Kreml begrüßt Idee

Tesla-Gründer Elon Musk hat nach einer Twitter-Abstimmung zum Krieg in der Ukraine nicht nur die Kritik von dessen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf sich gezogen.

Update vom 4. Oktober, 15.09 Uhr: Der Kreml hat Ideen von US-Milliardär Elon Musk zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine begrüßt, Kernforderungen dieses Vorstoßes aber zugleich zurückgewiesen. „Es ist doch positiv, dass jemand wie Elon Musk nach einem friedlichen Ausweg aus der Situation sucht“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Staatsagentur Ria Nowosti zufolge. „Was aber die Durchführung von Referenden betrifft, haben die Einwohner bereits ihre Meinung geäußert. Und hier kann nichts anderes gelten.“

Elon Musk lässt auf Twitter über wirren „Friedensplan“ abstimmen – Selenskyj kontert sofort

Erstmeldung: Kiew/München - Dass nicht alles, was Elon Musk in der Öffentlichkeit sagt, ernst genommen werden sollte, ist internationaler Konsens. Wohl vor allem, wenn es um einen Krieg geht, in dem bereits Tausende Menschen gestorben sind. Im März forderte der Gründer des Automobilkonzerns Tesla noch Russlands Präsidenten Wladimir Putin zum Kampf „Mann gegen Mann“ heraus, der Gewinner solle darüber entscheiden, was mit der Ukraine passiere. Das empfanden viele schon als geschmacklos.

Elon Musk auf der Met Gala 2022.

Nun sorgte Musk mit einem Plan für „Frieden“ in der Ukraine und einer Twitter-Abstimmung über seine Vorschläge dafür, dass er die Wut zahlreicher Menschen sowie der ukrainischen Regierung auf sich zog. Musk, der geschätzt reichste Mensch der Welt, ließ seine aktuell mehr als 107 Millionen Follower auf Twitter am Montag (3. Oktober) über einen Vier-Punkte-Plan abstimmen, der unter anderem neue Abstimmungen in den von Russland annektierten Gebieten in der Ukraine unter UN-Aufsicht vorschlägt.

Elon Musk mit „Friedensvorschlag“ für den Ukraine-Krieg: Krim solle Teil Russlands bleiben

„Russland zieht sich zurück, wenn das der Wille der Bevölkerung ist“, schrieb Musk dazu. Der Multimilliardär schlug außerdem vor, dass die Krim als Teil Russlands anerkannt werde, dass die Wasserversorgung der Krim sichergestellt werde und dass die Ukraine „neutral“ bleibe, letzteres vermutlich ein Verweis auf die Nato-Ambitionen des Landes. Twitter-Nutzer rief Musk auf, mit „ja“ oder „nein“ über seinen Vorschlag abzustimmen.

Der Unternehmer, der immer wieder mit provokanten Äußerungen aneckt, fügte kurze Zeit später hinzu, sein Szenario sei ohnehin „wahrscheinlich letztlich der Ausgang“ des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. „Die Frage ist nur, wie viele Menschen davor sterben.“ Es gebe außerdem die Gefahr, dass der Konflikt in einen „Atomkrieg“ münde, schrieb Musk.

Musk mit „Lösung“ für Ukraine-Krieg: Präsident Selenskyi reagiert sofort

Die Reaktion der ukrainischen Führung ließ nicht lange auf sich warten. Staatschef Wolodymyr Selenskyj lancierte auf Twitter eine eigene Umfrage mit der Frage: „Welchen Elon Musk mögen Sie mehr? Einen, der die Ukraine unterstützt. Einen, der Russland unterstützt.“

Expliziter wurde der scheidende ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk. „Verpiss dich ist meine sehr diplomatische Antwort an dich, Elon Musk„, schrieb er auf Twitter. „Jetzt wird kein Ukrainer jemals deinen verdammten Tesla-Scheiß kaufen. Also viel Glück.“

Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte am Freitag Abkommen zur Annexion der ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja unterzeichnet. Vorausgegangen waren vom Westen als „Schein-Referenden“ verurteilte Abstimmungen in den von russischen oder pro-russischen Truppen ganz oder teilweise kontrollierten Regionen über einen Anschluss an Russland. Russland hatte bereits 2014 die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. International wird das nicht anerkannt. (AFP/fmü)

Rubriklistenbild: © RW / Media Punch / Imago Images

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